Durchbruch: GM arrangiert sich mit Gewerkschaft

22.05.2009 10:38 Uhr
GM hat mit der Gewerkschaft einen wichtigen Durchbruch erzielt.
© Foto: General Motors

Im Ringen um Milliardenforderungen für den Gesundheitsfonds und um niedrigere Lohnkosten haben beide Seiten eine vorläufige Einigung erreicht. Dieser müssen aber noch die 60.000 UAW-Mitglieder zustimmen.

Gut eine Woche vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Barack Obama hat die existenzbedrohte Opel-Mutter General Motors (GM) mit der Gewerkschaft einen wichtigen Durchbruch erzielt. Im Ringen um Milliardenforderungen für den Gesundheitsfonds der Betriebsrentner und um niedrigere Lohnkosten erreichten beide Seiten eine vorläufige Einigung, wie die Autogewerkschaft UAW am Donnerstag in Detroit mitteilte. Größte ungeklärte Hürde für GM ist nun noch ein milliardenschwerer Streit mit den Gläubigern. GM muss der US-Regierung bis Ende Mai einen tragfähigen Rettungsplan vorlegen, sonst droht die Insolvenz. Sie wäre der letzte mögliche Sanierungsweg mit massiven Folgen für die deutsche Tochter Opel. US-Wettbewerber Chrysler steckt bereits seit drei Wochen in einem solchen Verfahren. Details der Vereinbarung mit der Gewerkschaft wurden zunächst nicht genannt. Sie sollen erst den noch knapp 60.000 UAW-Mitgliedern zur Abstimmung vorgestellt werden. Bei der Gewerkschaft steht GM mit rund 20 Milliarden Dollar für den Gesundheitsfonds in der Pflicht. Diese Summe will GM halbieren sowie weitere Zugeständnisse bei den Lohnkosten erreichen. Im Gegenzug hat der Autobauer der UAW einen Anteil von 39 Prozent am Konzern angeboten, der Staat soll nach bisherigen Plänen 51 Prozent bekommen, die Gläubiger für einen Schuldenverzicht zehn Prozent. Bei ihnen steht der US-Autobauer mit rund 27 Milliarden Dollar in der Kreide. Mehr als ein Dutzend US-Fabriken vor dem Aus Die Vereinbarung mit der Gewerkschaft bewahrt nicht vor der Insolvenz, solange der Streit mit den Gläubigern nicht gelöst wird. Sie macht aber später ein schnelleres Insolvenzverfahren unter Gläubigerschutz möglich, weil diese entscheidende Frage gelöst ist. Nach seinem bisherigen Rettungsplan will der größte US-Autobauer u.a. mehr als ein Dutzend weitere US-Fabriken schließen. Weltweit soll nochmals etwa jede fünfte Stelle gestrichen werden auf dann weniger als 200.000 Arbeitsplätze. (dpa)

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