Einigung mit Gläubigern: Neue Hoffnung für Chrysler

28.04.2009 17:15 Uhr
Chrysler entgeht dank einer Einigung mit privaten Gläubigern womöglich der Pleite.
© Foto: Joerg Koch/ddp

Der drittgrößte US-Hersteller entgeht womöglich der Pleite. Die privaten Gläubiger stimmten im Streit um Milliardenschulden laut Medien überraschend einer Einigung zu. Sie wollen auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten.

Kurz vor Ablauf des Ultimatums der US-Regierung gibt es für den Autobauer Chrysler neue Hoffnung auf eine Rettung vor der Pleite. Die privaten Gläubiger des drittgrößten US-Herstellers stimmten im Streit um Milliardenschulden laut Medien überraschend einer Einigung zu. Der vom Finanzministerium erzielte Kompromiss könne Chrysler womöglich im letzten Moment vor einer Insolvenz bewahren, berichtete etwa die "Washington Post" im Internet unter Berufung auf Insider. Für Chrysler läuft in der Nacht zum Freitag eine Galgenfrist der Regierung für einen erfolgreichen Sanierungsplan ab. Chryslers Gläubiger würden von ihren fast sieben Milliarden Dollar an Forderungen laut "New York Times" zwei Milliarden Dollar in bar zurückgezahlt bekommen und dafür auf den großen Rest verzichten. Bislang hatte ihnen die Regierung stattdessen einen Chrysler-Anteil von weit unter zehn Prozent angeboten, sie selbst wollten 40 Prozent. Chrysler will der UAW laut US-Medien einen Anteil von 55 Prozent geben im Tausch gegen Milliardenansprüche für den Gesundheitsfonds von Betriebsrentnern. Zunächst 20 und später womöglich 35 Prozent soll der italienische Fiat-Konzern bekommen, über dessen Einstieg noch verhandelt wird. Den Fiat-Einstieg bei Chrysler hat Obama zur Bedingung für weitere sechs Milliarden Dollar an Hilfen gemacht, vier Milliarden Dollar flossen schon. Chrysler gehört derzeit noch dem US-Finanzinvestor Cerberus. Der deutsche Daimler-Konzern vereinbarte gerade den endgültigen Ausstieg aus seiner Restbeteiligung (Lesen Sie dazu HIER). Die Beteiligung Fiats könne zur Not auch im Insolvenzverfahren zu Ende verhandelt werden, hieß es in US-Medien. Das Unternehmen werde dann entweder mit dem Partner eine Sanierung unter Gläubigerschutz versuchen oder endgültig abgewickelt. Fiat will allerdings kein Geld bezahlen, sondern die von Chrysler dringend benötigten kleinen und spritsparenden Modelle einbringen. (dpa)

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