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Ethikprobleme bei autonomen Autos: Eine Frage von Leben und Tod

Autonome Autos entscheiden schnell, aber gewissenlos. Was heißt das, wenn es um Menschenleben geht?
© Foto: Daimler

Computer nehmen den Menschen immer mehr Entscheidungen ab. Das ist oft effizient, aber gewissenlos. Auch autonome Autos entscheiden schnell. Was heißt das, wenn es um Menschenleben geht?

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Technisch gesehen stehen autonom fahrende Autos kurz vor der Serienreife. Noch aber gibt es rechtliche und nicht zuletzt auch moralische Probleme. Mit einem davon hat sich nun eine Umfrage unter Roboter-Ethikern beschäftigt. Mit – je nach Perspektive – erschreckenden Ergebnissen.

Als Fragestellung hatten die Experten des kanadischen Online-Portals "Open Roboethics Initiative" ein klassisches philosophisches Dilemma gewählt: Darf man ein Menschenleben opfern, um ein anderes zu retten? Das Szenario sieht wie folgt aus: Ein autonom fahrendes Auto mit einem Passagier – in diesem Fall der Befragte - fährt über eine kurvige Bergstraße und nähert sich einem Tunnel. Kurz bevor es in diesen einfährt, springt ein kleines Mädchen auf die Straße. Nun steht die Maschine vor der Wahl: Soll sie das Kind überfahren und so den Passagier retten? Oder weicht es dem Mädchen aus und stürzt mit seinem Insassen in die Tiefe?

Die Teilnehmer an der Umfrage äußerten sich überraschend eindeutig. 64 Prozent plädierten für die Weiterfahrt und das Überrollen des Kindes. 36 Prozent würden ein Ausweichen und den eigenen Tod vorziehen. Die Antwort fiel den Teilnehmern offenbar überwiegend leicht. Sowohl die Vertreter der ersten als auch die der zweiten Option mussten zu jeweils rund 50 Prozent nach eigener Aussage nicht lange über ihre Wahl nachdenken. Ernsthafte moralische Schwierigkeiten bereitete sie nur rund einem Viertel der Befragten.

Wer programmiert die Autos?

Was nach einem eher theoretischen Gedankenexperiment klingt, ist in Wahrheit ein grundlegendes Problem bei autonom fahrenden Autos und wird aktuell unter Wissenschaftlern, die sich mit künstlicher Intelligenz befassen, eifrig diskutiert. Dabei geht es neben der Art der Entscheidungsfindung vor allem darum, wer diese dem Fahrzeug einprogrammiert – Hersteller, Gesetzgeber oder Insasse. In der Umfrage sprechen sich 44 Prozent für letzteren aus, 33 Prozent sehen den Staat in der Pflicht. Den Fahrzeughersteller nennen lediglich zwölf Prozent.

Bei der Entscheidungsfindung der Maschine muss es gar nicht mal immer um Leben und Tod gehen. Auch in anderen Fällen muss eine Wahl getroffen werden. Wenn ein Unfall unvermeidlich ist, sollte man dann besser mit einem umweltfreundlichen Hybridauto oder einem Spritschlucker kollidieren? Lieber mit einem versicherten oder einem nicht-versicherten Fahrzeug? Mit dem Auto eines armen oder eines reichen Halters? Klar ist nur: Künftige Algorithmen müssen sich an irgendwelchen Kriterien orientieren, wenn die Wahl zwischen zwei ungünstigen Alternativen besteht. Und irgendjemand muss anschließend zur Verantwortung gezogen werden, sei es der Autohersteller oder der Insasse. (sp-x)

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KOMMENTARE


Disso

24.08.2014 - 21:43 Uhr

Je später autonome Fahrzeuge kommen, desto besser. Diese Technologie ist ein Schlag ins Gesicht für jeden leidenschaftlichen Autofahrer. Wer autonom fahren möchte, soll Öffentliche nutzen.


nicam

25.08.2014 - 12:12 Uhr

Kann mich da nur Disso anschließen. Diese Diskussion wird hoffentlich ungeklärt bleiben. Meine Frage ist immer noch, warum muss man überhaupt Autonom fahren? Und dieses Beispiel mit dem eigenen Tod oder dem des Kindes, so schlimm muss das ja nicht gleich sein, aber wer bezahlt bei einem Crash auf Grund eines Defektes oder Ausfalls am PC der den Wagen steuert? Was wenn ein Autonom fahrender Wagen auf Eis ins schleudern gerät und einen Schaden erleidet? Wer zahlt dann? Es gibt da so viel ungeklärtes auch im kleinen Szenarien....


Heike Schneider

30.08.2014 - 19:01 Uhr

Der Mensch mit gut gemachem Früherschien und Reaktionsfähigkeit bremst.Falles es nicht gerade nass ist und langet Bremsweg ,müsste das Auto innerhalb kurzer Zeit stehen. Sie merken gar nicht mehr, dass sie sich in unrealistischen Welt bewegen fern jeglicher Vernunft und dessen wir gelernt haben. Leider gebe ich Ihnen das Bundesverdienstkreuz für Verstand verloren. Ich kenne jemanden, der ist in einer Berufung wegen fahrlässiger Tötung, mehrfacher Körperverletzung wegen zu schnell Fahren in der DDR frei gesprochen worden.Bei nasser Straße und Laub auf der Landstraße mit überhöhter Geschwindigkeit in der Straße abgekommen und gegen Baumstamm. Angeblich war die Straßenmeisterei der DDR. Schuld. Die rauchen so wie am Nürburgring Gummireifen am Rand der Straße damit sie fahren dürfen.Wie kommt es, das mein Vater, Generation 1928 mehrmals und nicht angeschnallt hinten im Auto liegend durch de Gegend fuhr und nie etwas passierte. Und dass das fast nur seit der Generation 1952so ist?In Schuldprojektion sind sie die global PLAYER!


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