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Ex-Porsche-Manager: Holger Härter wehrt sich gegen Anschuldigungen

Der wegen Kreditbetrugs angeklagte Ex-Porsche-Finanzchef Holger Härter sieht seinem Prozess "sehr zuversichtlich entgegen".
© Foto: Michael Latz/ddp

Der wegen Kreditbetrugs angeklagte Ex-Porsche-Finanzchef ist davon überzeugt, dass am Ende des Verfahrens nichts an ihm hängen bleiben wird. Sollte es anders kommen, drohen ihm bis zu drei Jahre Gefängnis.


Datum:
27.06.2012
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Der wegen Kreditbetrugs angeklagte Ex-Porsche-Finanzchef Holger Härter gibt sich siegessicher. Bei der nahenden Verhandlung im Landgericht Stuttgart werde ein Dreiklang aus Zeugenaussagen, Schriftstücken und Sachverständigenaussagen eindeutig seine Unschuld beweisen, ließ der 56-Jährige am Mittwoch erklären. Er sehe seinem Prozess "sehr zuversichtlich entgegen" und sei überzeugt, dass am Ende nichts an ihm hängen bleiben werde.

In der für Härter verfassten Mitteilung schrieb seine Düsseldorfer Anwältin Anne Wehnert: "Er geht davon aus, dass die vollständige Ausräumung jeglichen Verdachts in der Hauptverhandlung erfolgen wird." Die Juristin führt ein Gutachten ins Feld, das angeblich die Unschuld ihres Mandanten beweist. In der Verhandlung werde sie "die Richtigkeit der in Rede stehenden wirtschaftlichen Angaben und Berechnungen" beweisen - unter anderem mit der Vernehmung von Zeugen, der Würdigung von Urkunden und über Sachverständige.

Härter war der Architekt des 2008/2009 spektakulär gescheiterten Übernahmeangriffs auf Volkswagen. Bei diesem Griff nach der Macht spielten komplizierte Finanzgeschäfte ein wesentliche Rolle. Mit ihnen sicherte sich die Porsche-Dachgesellschaft Porsche SE (PSE) nach und nach über Umwege Zugriffsrechte auf VW-Stammaktien. Die Dynamik dieser Deals ist schlecht planbar - am Ende hatte die PSE gut elf Milliarden Euro Schulden aufgetürmt und VW drehte den Spieß um.

Härter wird nun folgendes vorgeworfen: Er und zwei seiner damals leitenden Angestellten sollen im März 2009 eine Bank unzureichend oder falsch informiert haben. Es ging um eine dringend benötigte milliardenschwere Anschlussfinanzierung für einen auslaufenden Kredit. Dabei sollen Härter und die übrigen Beschuldigten aus Sicht der Staatsanwaltschaft "unrichtige Angaben" gemacht haben. Laut Berechnungen der Ankläger ließ Porsche ein Risiko von etwa 1,4 Milliarden Euro unter den Tisch fallen. Genau das bestreitet die Gegenseite. Sie hat nach eigener Darstellung einen Spezialisten, der Lehrstuhlinhaber auf dem Fachgebiet sei, das Szenario nachstellen lassen. Ergebnis: Alles sei bis ins letzte Detail korrekt abgelaufen.

Bis zu drei Jahre Gefängnis möglich 

Die Staatsanwaltschaft lasse dagegen bisher "eine eingehende gutachterliche Stellungnahme" vermissen. Eine Sprecherin der Behörde wies am Mittwoch darauf hin, dass die Stuttgarter Staatsanwaltschaft eine Schwerpunktanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen sei. Entweder habe sie daher die Kompetenz für die strittige Berechnung dank Kaufmännern und Wirtschaftsprüfern schon im eigenen Hause oder sie wisse auf ein externes Expertennetzwerk zuzugreifen. "Das hat bei uns kein Jurist ausgerechnet", versicherte die Sprecherin.

Härter drohen im Falle seiner Schuld bis zu drei Jahre Gefängnis oder eine Geldstrafe in Höhe eines Netto-Jahreseinkommens. Am Dienstag hatte das Landgericht Stuttgart die im März erhobene Anklage zugelassen. Verhandlungstermine stehen aber noch nicht fest. Nach einem Urteil wäre eine Revision beim Bundesgerichtshof möglich. (dpa)

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