Ford: Mattes fordert EU-Kredit für Autobranche

21.11.2008 10:49 Uhr
Bernhard Mattes fordert eine EU-weite Lösung für die Branchenkrise.
© Foto: Ford

Deutschland-Chef Bernhard Mattes hat sich für eine EU-weite Lösung der Branchenkrise ausgesprochen. Der 40-Milliarden-Euro-Kredit der Europäischen Investitionsbank soll allen Herstellern zu Gute kommen.

Der Chef von Ford Deutschland, Bernhard Mattes, hat eine EU-weite Lösung für die Probleme der Autobranche gefordert. "Wir befürworten einen Kreditrahmen von 40 Milliarden Euro bei der Europäischen Investitionsbank, um allen europäischen Automobilherstellern die Möglichkeit zu geben, die hohen Anforderungen der EU hinsichtlich Verbrauchssenkung, Emissionen etc. noch schneller zu erfüllen", sagte Mattes der "Bild"-Zeitung (Freitag). "Denn dazu müssen wir alle unsere Entwicklungen vorantreiben." Er betonte, dass dieser Vorschlag nichts mit einem Rettungsschirm zu tun habe. "Das sind finanzielle Mittel, die verzinst und zurückgezahlt werden, also keine Geschenke. Es geht hier um moderne Technologie und die Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt." Der Chef der Ford Werke GmbH in Köln bekräftigte erneut, dass Ford keine finanziellen Hilfen von der Bundesregierung fordere. "Wir brauchen kein Geld von Frau Merkel. Ford hat nie und wird nie staatliche Hilfen der Bundesregierung in Anspruch nehmen." "Gravierender Rückgang" Trotz positiver Entwicklung des Europa-Geschäfts werde Ford dort sein Ziel, in diesem Jahr 18 Millionen Autos zu verkaufen, nicht erreichen. Voraussichtlich würden in Europa nur 16 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. "Das ist schon ein gravierender Rückgang." Ford habe jedoch genug Geld für Restrukturierungen. "Was keiner sagen kann, ist, was passiert wirklich in den nächsten 12 bis 13 Monaten. Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage sinken wird. Und werden unsere Produktion der Nachfrage anpassen." Vorteil bei Ford sei jedoch die globale Zusammenarbeit innerhalb des Konzerns. So sei der neue Fiesta, der in Köln gebaut wird, auch für den asiatischen und amerikanischen Markt bestimmt. "Somit können die größeren Stückzahlen weltweit genutzt werden." Ähnlich verhalte es sich mit dem Focus und dem Transit Connect. "Dadurch sind wir kosteneffektiver und schneller am Markt. Das sind entscheidende Vorteile im Wettbewerb", sagte Mattes. (dpa)

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KOMMENTARE

K. K.

21.11.2008 - 12:02 Uhr

Lieber Herr Mattes, auf der einen Seite fordern Sie kein Geld und Hilfen von unserer Bundesregierung, andererseits fordern Sie von der EU ein Europaweites Programm für Kredite. Wo ist da der Unterschied?? Liegt es daran, dass Ford und GM auf Grund der Situation (Ranking von Standard & Poor's, der Namen spricht Bände) kein Geld mehr bekommen? Oder gehören Sie nicht zu "Allen Europäischen Herstellern"? Kann es sein, dass man versucht die Lasten der nicht erfüllten Hausaufgaben auf den Steuerzahler abzuschieben? Alle Hersteller wissen seit vielen Monaten die geplanten Richtlinien bezüglich Emission und was in Zukunft auf Sie zukommen wird. Wie kann Ford als Ziel "18 Millionen Autos in Europa zu verkaufen", ausgeben, wenn der Gesamtmarkt nur 16 Millionen hergibt. Dann hat Ford mindestens 2 Millionen auf Halde (oder mehr). Bitte, etwas mehr Realismus tut gut. Wo wollen Sie sonst das Geld für notwendige Restrukturierungen nehmen? Frohes Schaffen!


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