"Friedensgipfel": Porsche und Piëch lehnen Teilnahme ab

26.08.2008 09:38 Uhr
Wolfgang Porsche will nicht zum "Friedensgipfel".
© Foto: Thomas Lohnes/ddp

Die Aufsichtsratsvorsitzenden von Porsche und Volkswagen bleiben dem geplanten Treffen in Frankfurt fern. Der Mitbestimmungsstreit soll nun von den Betriebsräten und den Vorständen der beiden Autobauer beendet werden.

Wenige Tage vor dem "Friedensgipfel" zwischen Porsche und VW bleiben im Mitbestimmungsstreit die Fronten zwischen den beiden Autobauern verhärtet. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller erteilte der Forderung von VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh eine klare Absage, dass auch der Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche an dem Spitzengespräch am 10. September teilnehmen solle. "An dem Treffen werden Vorstandschef Wendelin Wiedeking, Finanzvorstand Holger Härter und der Betriebsratsvorsitzende Uwe Hück teilnehmen", sagte ein Sprecher am Dienstag in Stuttgart. "Weitere Personen waren und sind nicht vorgesehen." Porsche gehe aber trotz der erneuten Forderung aus Wolfsburg weiter davon aus, dass das Treffen in Frankfurt unter Vermittlung von IG-Metall-Chef Berthold Huber wie geplant stattfinden werde. Der VW-Betriebsratschef war nach der Absage am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Bei dem seit Monaten andauernden Streit geht es um die Rechte der Beschäftigten beider Unternehmen, wenn VW in der Porsche Holding als Konzerntochter geführt wird. Die Stuttgarter haben 12.000 und VW rund 360.000 Mitarbeiter. Aus Sicht des VW-Betriebsrats geht die Mitbestimmungsvereinbarung deutlich zulasten der VW-Belegschaft. Beide Seiten werfen sich jedoch bereits seit Wochen vor, nur wegen des Machterhalts immer neue Fronten aufzumachen und damit eine Einigung in dem Konflikt zu verhindern. In dem Streit geht es unter anderem um die Anzahl der Aufsichtsratsmandate in der Holding und die Dauer der Vereinbarung. Nach bisheriger Planung werden neben den drei Porsche-Vertretern und IG-Metall-Chef Huber der VW-Vorstandsvorsitzende Martin Winterkorn und Personalvorstand Horst Neumann an dem "Friedensgipfel" teilnehmen. Das VW-Management werde alles dafür tun, um eine Einigung zu unterstützen, sagte ein VW-Sprecher am Dienstag am Rande der Automesse in Moskau. Osterloh hatte gefordert, dass auch die bei Porsche dominierenden Familien Piëch und Porsche in Frankfurt anwesend sein sollen. Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" lehnt neben Wolfgang Porsche aber auch VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch eine Teilnahme ab. Ob der Betriebsratschef von Europas größtem Automobilhersteller trotz der Absage bei dem Gespräch dabei sein wird, ist nun noch offen. (dpa)

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