Geschäftsjahr 2008/09: Auch Nissan vor Milliardenverlust

09.02.2009 00:27 Uhr
Ghosn: "Schlimmste Annahmen übertroffen."

Der japanische Renault-Partner rechnet für das noch bis 31. März laufende Geschäftsjahr mit einem Netto-Fehlbetrag von umgerechnet 1,75 Milliarden Euro. Jetzt sollen weltweit 20.000 Stellen gestrichen werden.

Nissan Motor erwartet wegen der globalen Absatzkrise erstmals seit neun Jahren rote Zahlen und baut weltweit 20.000 Stellen ab. Wie Japans drittgrößter Autobauer am Montag bekanntgab, dürfte zum Ende des noch bis zum 31. März laufenden Geschäftsjahres ein Nettoverlust von 265 Milliarden Yen (1,75 Milliarden Euro) anfallen. Im Vorjahr hatte Nissan noch 160 Milliarden Yen Gewinn eingefahren. Durch den Stellenabbau sinkt die Mitarbeiterzahl bei Nissan im Verlauf des bis März 2010 laufenden neuen Geschäftsjahrs auf 215.000. "Bei jedem Planungsszenario, das wir erstellt haben, wurden unsere schlimmsten Annahmen zur Weltwirtschaft bestätigt oder übertroffen", sagte Nissan-Präsident Carlos Ghosn. Die anhaltende Kreditkrise und das sinkende Verbrauchervertrauen seien dabei die schlimmsten Faktoren. Hinzu kommt der starke Yen. Als Folge rechnet das Unternehmen nun auch operativ mit einem Verlust in Höhe von 180 Milliarden Yen. Es ist der erste operative Fehlbetrag seit 14 Jahren – und der erste, seit Renault 1999 bei Nissan einstieg und Ghosn als Sanierer nach Tokio schickte. Im Oktober hatte Nissan noch 270 Milliarden Yen Gewinn erwartet. "Die globale Autoindustrie steckt in Turbulenzen und Nissan ist keine Ausnahme", sagte Ghosn. Der riskante Einstieg beim damals stark verschuldeten japanischen Autokonzern hatte Renault in nur fünf Jahren auf den Weg in die Weltspitze katapultiert. Die Kombination japanischer Technik mit französischem Management war für beide Seiten gewinnbringend. Doch nun macht die globale Krise auch Ghosn, der später die Führung beider Konzerne übernahm, genauso schwer zu schaffen wie den Konkurrenten, vorneweg der japanische Branchenprimus Toyota. Nach jahrelanger Steilfahrt strich der größte Autobauer der Welt am Freitag zum dritten Mal in kurzer Zeit seine Prognose für dieses Jahr zusammen und rechnet erstmals mit roten Zahlen. Honda mit schwarzen Zahlen? Auch die heimischen Konkurrenten Mazda, Mitsubishi Motors und Fuji Heavy erwarten in diesem Geschäftsjahr Verluste. Die Nummer Zwei der Branche, Honda, strich kürzlich ebenfalls die Ertragsprognose um 57 Prozent auf netto 80 Milliarden Yen stark zusammen, würde damit aber immerhin – anders als die anderen – rote Zahlen vermeiden.

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