Der Daimler-Motor gerät immer mehr ins Stottern. Nach einem erneuten deutlichen Ergebnisrückgang im zweiten Quartal verwarf der Stuttgarter Autobauer seine Gewinnziele für 2008 und schraubte die Prognose deutlich nach unten. Neben dem anhaltend starken Gegenwind aus den USA und kräftig gestiegener Rohstoffkosten machte Konzernchef Dieter Zetsche am Donnerstag auch die fortwährenden Belastungen durch die Beteiligung an Chrysler für die Talfahrt verantwortlich. Der Premium-Hersteller wird nach Worten von Zetsche seine Jahresziele weit verfehlen. Als Prognose gab der Manager nun ein operatives Ergebnis von mehr als sieben Milliarden Euro aus. Der Wert liegt damit deutlich unter dem EBIT des Vorjahres von 8,7 Milliarden Euro, in dem auch die Mittel aus dem Verkauf der EADS-Anteile enthalten sind. Als Ziel für das laufende Jahr hatten die Stuttgarter ursprünglich eine deutliche Steigerung des operativen Ergebnisses angesetzt, das bei 7,7 Milliarden Euro im Vorjahr lag. Ausdrücklich nicht enthalten sind in dem Ausblick mögliche neue Belastungen durch Chrysler, teilte Daimler mit. Der angeschlagene US-Autobauer bleibt damit auch nach dem Ende der Autoehe im vergangenen Jahr das Sorgenkind der Stuttgarter. Der Konzern hält noch knapp 20 Prozent an Chrysler. Die restlichen rund 80 Prozent waren im Vorjahr an den Finanzinvestor Cerberus verkauft worden. Der Kurs des DAX-Konzerns brach nach der Gewinnwarnung zeitweise um mehr als elf Prozent auf 37,66 Euro ein. Damit verlor das Unternehmen – gemessen am Vortagsschluss – auf einen Schlag fast fünf Milliarden Euro an Börsenwert. Analysten nannten den Ausblick des erfolgsverwöhnten Unternehmens enttäuschend und sprachen von einer negativen Überraschung.
Gewinnrückgang: Daimler verwirft Jahresziele
Daimler hat nach einem erneuten Gewinnrückgang im zweiten Quartal seine Prognose für das Gesamtjahr abgesenkt. Als Grund für die schlechte Entwicklung wurden u.a. Belastungen durch die Beteiligung an Chrysler genannt.