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GM-Vize: Keine halbherzige Sanierung von Opel

Stephen Girsky: Opel darf sich nicht an Verluste gewöhnen.
© Foto: GM

Bei der anstehenden Neuaufstellung der deutschen Tochter will GM von realistischen Annahmen ausgehen. Vize-Chef Stephen Girsky fordert eine Kulturänderung in Rüsselsheim.


Datum:
23.05.2012
8 Kommentare

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Die Opel-Mutter General Motors (GM) will bei Opel hart durchgreifen. Halbherzige Sanierungsprogramme soll es bei der defizitären deutschen Tochter nicht mehr geben, sagte GM-Vize-Chef Stephen Girsky in einem Interview mit der Wochenzeitung "Die Zeit". "Wir müssen damit aufhören, überoptimistische Ziele zu setzen und unerreichbare Marktanteile einzuplanen." Man werde deshalb bei der anstehenden Neuaufstellung Opels von konservativen, realistischen Annahmen ausgehen.

Opel hat seinen jüngsten Sanierungsplan gerade erst abgeschlossen, dem europaweit etwa 9.000 der ehemals 48.000 Stellen sowie das Werk im belgischen Antwerpen zum Opfer fielen. Dennoch hat der Hersteller weiter Überkapazitäten und fährt hohe Verluste ein.

Girsky, der dem Aufsichtsrat der Adam Opel AG vorsitzt, wollte sich zwar nicht konkret zu möglichen Werksschließungen in Deutschland äußern. Er sagte aber klar, dass man auf die infolge der Wirtschaftskrise in Europa gestiegenen Überkapazitäten reagieren müsse. Der europäische Markt sei um 20 bis 25 Prozent geschrumpft, sagte Girsky dem Blatt. Speziell das Werk in Bochum gilt als gefährdet.

Gleichzeitig forderte Girsky eine Kulturänderung bei der angeschlagenen Tochter: "Wenn Sie jahrelang Verluste schreiben, die immer vom Konzern ausgeglichen werden, dann gewöhnen Sie sich daran und halten es irgendwann für normal, Geld zu verlieren." Man könne nicht weitermachen wie bisher, wenn man wie GM in zehn Jahren 14 Milliarden Dollar (10,8 Milliarden Euro) in Europa verloren habe. (dpa)

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KOMMENTARE


Hartmut

24.05.2012 - 10:08 Uhr

Man könnte seinen Vertrag erfüllen, und die Märkte China & Russland wirklich öffnen, als Anfang. Man könnte endlich aufhören ständig neue Firmeninterna in der Öffentlichkeit breitzutreten. Man könnte so viel, wenn man es nur wirklich wollte. Ich verstehe GM nicht, warum lasst Ihr zu, dass eure Marke OPEL so durch den Kakao gezogen wird? Wieso stärkt Ihr die Marke nicht und verdient so auf wundersame Weise wieder Geld in Europa? Hat ja ca. 70 Jahre gut geklappt, aber das ist ja schon vergessen oder?


uwe meier

24.05.2012 - 11:21 Uhr

Richtig. Eine Kulturänderung muss her. Aber nicht nur bei Opel, sondern im Besonderen bei GM. Es kann nicht sein das wochenlang Gerüchte über einen möglichen Verkauf an Hyundai oder VW kursieren und die Konzernmutter kein Sterbenswörtchen der Solidarität ausspricht. Es kann nicht sein das Opel-Fahrzeuge in Korea vom Band laufen aber keine Chevi-Fahrzeuge in Deutschland produziert werden dürfen/können. Es kann nicht sein das die Marke ununterbrochen negativ in der Presse steht. Dies gilt nicht nur für GM. Ich möchte ausdrücklich den BR erwähnen, welcher auch kein Presse-Fettnäpfchen auslässt. Es ist zu befürchten das in den nächsten Tagen wieder der BR sich zu Wort meldet, ein halbherziges Dementi kommt, darauf wieder der BR ( noch schlimmer irgendein Politiker) zur Presse läuft und der Schaden für die Marke langsam aber sicher nicht mehr zu reparieren ist.


Ronny Schultz

24.05.2012 - 13:09 Uhr

Richtig ist, dass Opel wieder Geld verdienen muss. Richtig ist, dass GM in den letzten Jahren Geld zugeschossen hat, aber wieviele Jahre wurde Kapital von Opel abgezogen ?! Wird die gute innovative Ingenieursleistung von GM an Opel bezahlt? Es gibt demnächst in Europa den Chevrolet Malibu, eine Sparvariante des Insignias. Na toll! Und richtiger wäre, dass Opel einfach weltweit deutsche Markenqualität verkaufen darf. Dann haben wir auch keine Kapazitätsprobleme in den deutschen Werken mehr. Die schlechte Presse macht uns momentan sehr zu schaffen. Und das kann ich, als langjähriger Opel-Verkäufer, wirklich gut einschätzen.


Michael Kühn

24.05.2012 - 14:59 Uhr

Mr. GM (Girsky) und seine Aussage: "Wenn Sie jahrelang Verluste schreiben, die immer vom Konzern ausgeglichen werden, dann gewöhnen Sie sich daran und halten es irgendwann für normal, Geld zu verlieren." ...für mich ein Schwätzer vor dem Herrn, - jahrelang hat GM die Verluste ausgeglichen, aha, und man hat also kritiklos zugeschaut und immer nur bezahlt? Wem will er das denn wirklich erzählen? (seinen Worten folgend, habe man 10 Jahre nur zugeschaut...?!? hatte man zuviel Geld oder war einfach nur "behämmert"...? Ich möchte gar nicht wissen, was so ein "Mr. GM" p.a. verdient, insbesondere, wenn man sich seine o.g. Erkenntnisse einmal "auf der Zunge zergehen läßt"; - Ergo haben der GM-Vizechef, wie auch seine (erheblich überbezahlten?) Vorgänger scheinbar versagt, und jetzt will man Opel "zu Tode sparen"... Wie in den früheren Kommentaren zu diesem Thema, und auch heute von meinen drei vorherigen Kommentatoren geäußert, könnte man mit einigen relativ einfachen Maßnahmen das derzeitige Imagefiasko nachhaltig bekämpfen und Opel in die Gewinnzone manövrieren. Irgendwie glaube ich auch nicht, dass die entsprechenden Verantwortlichen dümmer sind, als wir... Eher glaube ich, dass ein besonders perfider und mittelfristiger Plan, seitens GM, dahintersteckt und diverse Aussagen in der Presse durchaus einer bestimmten Strategie/Taktik folgen. Zum Thema "BR", den gezeigten Aktivitäten u. Veröffentlichungen in den Medien, würde ich (vorsichtig formuliert) sagen: "Man spannt hier mit (zensierten) Informationen, einen "dressierten" und gewissermaßen "futterabhängigen" Gaul vor den Wagen, welcher definitiv die latenten Gefahren nicht erkennen kann". Der BR hat seine Verträge im Focus und kämpft einen (für mich) aussichtslosen Kampf. Die Politik wird nicht helfen können, zumindest nach heutigen Gegebenheiten.


Joachim Vogt

24.05.2012 - 17:03 Uhr

Es ist nicht lange her, da hatte GM die Möglichkeit seinen Verlustbringer zu verkaufen. Wahrscheinlich ist die Abhängigkeit von deutschem Opel-Engineering größer als man zugeben möchte. Möglicherweise würde die weltweite Kundschaft lieber das Original als eine GM-Kopie kaufen - wenn denn nur die Märkte offen wären. Mr. Girsky sollte nicht nur Überkapazitäten und schwächelnde eutopäische Märkte erwähnen, sondern alle Karten auf den Tisch legen.


Hartmut

25.05.2012 - 09:46 Uhr

Sehr geehrter Herr Girsky bzw. Entscheider GM, fällt Ihnen was auf, wenn Sie die Kommentare hier lesen? Richtig Sie (GM) haben es in der Hand. Sie haben eine tolle, innovative und traditionreiche Marke. Noch. Was denken Sie wieviel Geld das verschlingen wird, Chevrolet in eine solche Position zu bringen? Ist das sinnvoll, wenn man ja schon so eine Marke besitzt? Denken Sie gründlich darüber nach, mal einfach rational, ohne irgendwelche Emotionen.


motzenheinze

25.05.2012 - 09:47 Uhr

Opel hat für mich auf dem deutschen Markt keine Bedeutung mehr. Mir tun nur die Angestellten Leid die Solidarität bewiesen haben, und nun wieder vera.... werden.


K. Wempe

25.05.2012 - 09:52 Uhr

Was Mr. Girsky da von sich gibt klingt ziemlich neureich. Vom amerikanischen Steuerzahler entschuldet reißt er das Maul ganz schön auf. Es gab Zeiten, da floß die Kohle anders herum. Und: Wieviel Mrd. $ hat GM die letzten 10 Jahre versenkt? Da die Probleme hausgemacht sind, manövriert Mr. Girsky sich selbst in eine höchst peinliche Position. Als Mutterkonzern trägt GM doch die primäre Verantwortung für die OPEL Misere. Die Herren bei GM wissen ganz genau warum sie OPEL noch nicht verkauft haben. Aber es ist wie in der Politik: Schuld haben immer die Anderen. Die vielen "Würdenträger" bei GM/OPEL sollten allesamt erst einmal ein Schweigegelübde ablegen und danach die Ärmel hochkrempeln. Die Koreaner würden sich ein Bein abfreuen, hätten Sie eine High-Tech Schmide wie OPEL in ihrem Portfolio.


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