Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) sieht nach Gesprächen mit der angeschlagenen Opel-Mutter General Motors (GM) erste Fortschritte. Nach Wochen der Ungewissheit habe GM erstmals "glaubhaft" eine Zusammenarbeit mit der Bundesregierung zugesagt, sagte Guttenberg in der Nacht zum Dienstag in Washington. Zuvor hatte er sich mit GM-Chef Rick Wagoner und dessen Vize Fritz Henderson in einem rund zweistündigen Gespräch auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt. Allerdings ist der Weg bis zu einer möglichen Rettung des deutschen Traditionsunternehmens noch weit. Zum einen sieht Berlin zentrale Fragen des Sanierungskonzepts für Opel noch nicht geklärt. Zum anderen muss GM erst noch sein Sanierungskonzept der Regierung von US-Präsident Barack Obama vorlegen – voraussichtlich bis Ende März. Nach einer Entscheidung der US-Regierung wolle sich auch die Bundesregierung auf ihr weiteres Vorgehen festlegen, sagte Guttenberg. Der Minister wollte am Dienstag mit US-Finanzminister Timothy Geithner und Obamas Wirtschaftsberater Larry Summers über das Thema sprechen. Ein zentrales Problem sind riesige Überkapazitäten der weltweiten Autoindustrie. SPD-Kritik: US-Reise kein "großer Erfolg" Während Guttenbergs Gespräche für Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) Hoffnungen keimen lassen, äußerten sich IG-Metall-Chef Berthold Huber und SPD-Fraktionschef Peter Struck skeptisch. Koch sagte am Dienstag dem "ARD-Mittagsmagazin", es sei ein wichtiges Signal, dass sich der Minister und die GM-Spitze auf einen Verhandlungsweg für die kommenden Wochen geeinigt hätten. Huber kritisierte dagegen, die bislang bekannten Details aus Guttenbergs Gesprächen mit GM hätten für ihn nur geringen Neuigkeitswert. Struck sagte, Guttenbergs US-Reise sei kein "großer Erfolg" gewesen. "Dafür hätte er nicht nach Amerika fahren müssen. Es sei denn, er hat Wert auf die Fotos am Times Square gelegt."
Guttenberg: GM signalisiert Entgegenkommen bei Opel
Nach Angaben des Wirtschaftsminister will das GM-Management bei der Rettung seiner deutschen Tochter mit der Bundesregierung konstruktiv zusammenzuarbeiten. Wichtige Fragen sind aber weiter offen.
der-A
Thomas Lindner