Henderson: GM braucht "dringend" Staatshilfe für Opel

11.05.2009 17:14 Uhr
GM-Chef Henderson: "Wir brauchen Unterstützung."
© Foto: GM

Konzernchef Fritz Henderson hat raschen Kapitalbedarf für sein Europa-Geschäft rund um den Rüsselsheimer Autobauer angemeldet. Im Falle einer Insolvenz des US-Autobauers könnten auch einige Auslandstöchter in die Pleite folgen.

General Motors (GM) setzt auf rasche Finanzhilfen der Bundesregierung für seine deutsche Tochter Opel. Es bestehe ein dringender Kapitalbedarf für das Europa-Geschäft rund um Opel, sagte GM-Chef Fritz Henderson am Montag in Detroit bei einer Telefonkonferenz. "Wir brauchen die Unterstützung." GM werde die Investorensuche für Opel eng mit der Bundesregierung abstimmen, sagte Henderson. Der Partner müsse für sie annehmbar sein. Ziel sei ein Abschluss der Verhandlungen noch in diesem Monat. GM habe seine Bereitschaft signalisiert, einen Minderheitsanteil zu behalten. Bei einer Pleite von GM könnten auch Konzerntöchter außerhalb der USA Insolvenz anmelden müssen, warnte Henderson zugleich. Derzeit gehe GM davon aus, dass dies "Land für Land" zu entscheiden sei. Die drohende Insolvenz sei inzwischen wegen des Zeitdrucks noch wahrscheinlicher, so Henderson. "Es gibt aber immer noch eine Chance außerhalb eines Insolvenzverfahrens", betonte der Konzernchef. US-Präsident Barack Obama hatte dem größten amerikanischen Autobauer ein Ultimatum bis Ende Mai gesetzt. GM hat bisher 15,4 Milliarden Dollar Staatshilfen bekommen und braucht nach eigenen Angaben noch im Mai weiteres Geld. Wettbewerber Chrysler hatte nach Ablauf seiner Galgenfrist Ende April Insolvenz anmelden müssen. GM sehe sich den Verlauf des Verfahrens bei Chrysler genau an, so Henderson. Die Fakten seien aber unterschiedlich. Der Konkurrent will die Insolvenz spätestens Ende Juni erfolgreich verlassen und sich durch einen Einstieg des Fiat-Konzerns retten. Zwei Interessenten für Hummer Über den angestrebten Verkauf der US-Geländewagenmarke Hummer verhandle GM mit noch zwei Interessenten. Ein Abschluss war zunächst noch im April geplant. Nun solle er möglichst im Mai erfolgen, sagte Henderson. Spekulationen über einen möglichen Verkauf der Konzernzentrale in Detroit wies der GM-Chef "zum jetzigen Zeitpunkt" zurück. "Wir haben keinen solchen Plan." GM stelle aber grundsätzlich alles auf den Prüfstand.

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