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J.D. Power: Abwrackprämien-Kunden weniger zufrieden

Insgesamt schneidet Mercedes-Benz bei der Kundenzufriedenheit am besten ab. "Abwracker" sind hingegen kritisch und unzufriedener.
© Foto: Kzenon - Fotolia

Nutzer der Staatssubvention hatten offensichtlich hohe Erwartungen an ihren Neuwagen und sind daher tendenziell unzufriedener mit ihm. Die zufriedensten Kunde insgesamt hat Mercedes-Benz.


Datum:
01.06.2012
2 Kommentare

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Deutsche Kunden, die 2009 die Abwrackprämie beim Kauf eines neuen Autos nutzten, sind mit Ihrem Fahrzeug unzufriedener als Autobesitzer, die keinen Gebrauch von der Subvention gemacht haben. Laut der aktuellen Zufriedenheitsumfrage "Germany Vehicle Ownership Satisfaction Study (VOSS)" von J.D. Power, die am Freitag im Magazin "Auto Test" veröffentlicht wurde, lag die Zufriedenheit der Abwrackprämien-Kunden nach durchschnittlich zwei Jahren um 30 Indexpunkte niedriger.

2009 hatte die Bundesregierung den Kauf eines neuen Autos mit 2.500 Euro unterstützt, wenn hierfür ein mindestens neun Jahre altes Fahrzeug abgewrackt wurde. Dadurch erhöhte sich der Umsatz bei Neuwagen in Deutschland im Jahr 2009 im Vergleich zu 2008 um 20 Prozent, wobei die größte Zunahme bei den Klein- und Kleinstwagen zu verzeichnen war.

"Die Besitzer, von denen viele zuvor einen Gebrauchwagen besessen hatten, hatten offensichtlich hohe Erwartungen an ihren Neuwagen", sagte Marcus Behrendt von J.D. Power. "Sie erwarteten Perfektion vom Fahrzeug und ein hervorragendes Erlebnis beim Autohändler." Außerdem seien diese Verbraucher meist recht preisbewusst. "Und unsere Ergebnisse zeigen, dass preisbewusste Verbraucher äußerst kritisch sind", so Behrendt.

Von den Studienteilnehmern, die Kleinstwagen kauften, machten 38 Prozent von der Abwrackprämie Gebrauch, während 32 Prozent der Fahrzeugbesitzer im Kleinwagensegment die Förderung erhielten. Die Zufriedenheit von Kleinstwagenbesitzern, die die Abwrackprämie nutzten, liegt 23 Indexpunkte unter der von Besitzern, die keine Bezuschussung erhielten (740 bzw. 763 auf einer 1.000-Punkte-Skala). Bei den Kleinwagen ist die Zufriedenheitsdifferenz weniger stark ausgeprägt (759 bzw. 770). Zwar machten nur zehn Prozent der Verbraucher im Premium-Mittelklasse-Segment von der Abwrackprämie Gebrauch, ihre Zufriedenheit bleibt jedoch zurück (753 zu 806).

Mercedes hat die zufriedensten Kunden

Insgesamt schneidet Mercedes-Benz bei der Kundenzufriedenheit mit 824 Punkten am besten ab. Die Käufer gaben der Stuttgarter Marke besonders gute Noten für Fahrzeugattraktivität, Fahrzeugqualität und Zuverlässigkeit. Zweitplatzierter Toyota (808) überzeugte bei Service und Unterhaltskosten. Mitsubishi (799), Mazda (798) sowie mit gleichen Werten BMW und Volkswagen (jeweils 791) folgen im Ranking. Mitsubishi ist der größte Aufsteiger der Studie 2012 und kletterte im Vergleich zu 2011 von Platz 26 auf Platz fünf.

Auf Segmentebene erhält Mercedes-Benz drei Auszeichnungen: für die A-Klasse (untere Mittelklasse), die C-Klasse (Premium-Mittelklasse) und die E-Klasse (Oberklasse). Die A-Klasse schneidet unter allen Modellen der Studie 2012 am besten ab. Toyota erhält zwei Auszeichnungen, eine für den Yaris (Kleinwagen) und eine für den Verso (Vans). Auch der Ford Ka (Kleinstwagen) und Mazda6 (Mittelklasse) erhalten Segmentauszeichnungen.

Die Studie basiert auf 14.296 Online-Bewertungen von Fahrzeugbesitzern in Deutschland nach durchschnittlich zwei Jahren. Die Gesamtzufriedenheit von Fahrzeugbesitzern in Deutschland liegt 2012 im Durchschnitt bei 782. Am zufriedensten waren die Deutschen mit der Qualität und Zuverlässigkeit (843), während die Unterhaltskosten den niedrigsten Zufriedenheitswert erhielten (708). Die Gesamtzufriedenheit mit dem Service beträgt im Durchschnitt 807 Punkte, die mit der Fahrzeugattraktivität 777 Punkte. (se)

Weitere Details finden Sie zum Download unter diesem Artikel!

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KOMMENTARE


Gerdi Hellmann

01.06.2012 - 10:31 Uhr

Viele, die mit der "Abwrackprämie" von 2.500 Euro in die Verkaufshallen gelockt wurden, werden heute ihrem gepflegten Gebrauchten nachtrauern. Ein interessantes Ergebnis, dass dem Autohandel und den Kunden zu denken geben möge. Lieber auf den Neuwagen gespart und sich das Modell seiner Wahl gekauft als irgendwelche Kompromisse zu machen. Das ist wie mit den gelben Fliesen im Sonderangebot aus dem Baumarkt: Jedes Mal werden Sie sich ärgern, wenn Sie Ihr quietschgelbes Badezimmer betreten. Hätten Sie hre Wunschfarbe eingebaut, hätten Sie jedes Mal,mehrlals am Tag, auch nach Jahren, noch Freude am Anblick. Das gilt natürlich auch für den Inhalt der Garage!!!


Ricardo Gutierrez

01.06.2012 - 11:09 Uhr

Kannich gut nachvollziehen - anstatt einen neuen Gebrauchten zu kaufen, habe die meisten seinerzeit zum ersten Mal in Ihrem Leben beim NW zugeschlagen. Und das meist im besonders preissensitiven Segment. Das da die Qualität vielleicht nicht so war wie in deren Altwagen - oder auch die Ausstattung da meist spartanich - wissen wir. Das Erwachen kam dann eben einige Zeit später. Billig ist eben nicht gleich gut - auch nicht beim "Damit-prahlen-wollen". Und eben genau viele von denen sind rumgereist um nach dem vermeintlich besten Preis zu forschen. Was der Verkäufer an so einem Kleinstwagen verdient ist allen bekannt. Daher ist hier das "Erlebnis" Autokauf - auch bei der Masse von wartenden Kunden" vielleicht zu kurz gekommen.


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