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Konfrontation: Betriebsrat lehnt Opel-Sanierungsplan ab

Konfrontationskurs: der neue Opel-Chef Nick Reilly und Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz
© Foto: Thomas Lohnes/ ddp

Nach Meinung von Klaus Franz bietet der vor wenigen Tagen vorgelegte 'Viability Plan VI' keine Chance, eine erfolgreiche Zukunft für Opel/Vauxhall in Europa zu gewährleisten.


Datum:
20.01.2010
4 Kommentare

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Bei Opel stehen die Zeichen mehr denn je auf Konfrontation: Laut Betriebsrat plant das Opel-Management weiterhin Werkschließungen und einen drastischen Stellenabbau vor allem in Deutschland und Belgien. Gleichzeitig lehne Opel-Chef Nick Reilly eine Kapitalbeteiligung der Belegschaft und weitere Forderungen der Arbeitnehmer trotz früherer Zusagen ab. Das von Reilly angepeilte Ziel, den Sanierungsplan bis zum Monatsende vorzulegen, wird damit immer unrealistischer. In einem Brief an die Belegschaft wies Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz am Mittwoch den neuesten Sanierungsplan für den Autobauer als unzureichend zurück: "Der erst vor wenigen Tagen vorgelegte sogenannte 'Viability Plan VI' bietet nach umfangreichen Analysen keine Chance, eine erfolgreiche Zukunft für Opel/Vauxhall in Europa zu gewährleisten." Konkrete Maßnahmen zur Steigerung des Umsatzes seien in dem Konzept nicht beschrieben. Der Plan sehe vor, im laufenden Jahr etwa 8.300 der 48.000 Stellen in Europa abzubauen, vor allem in Deutschland und Belgien. Die Personalplanung für die folgenden Jahre liege hingegen ebenso wenig vor wie die detaillierte Aufteilung der Abbauzahlen, kritisierte Franz, der auch stellvertretender Aufsichtsratschef von Opel ist. In der Verwaltung solle bei den "Indianern" massiv abgebaut werden, während gleichzeitig Führungspositionen für weitere «Häuptlinge» geschaffen würden. Betriebsrat und IG Metall gegen Werkschließungen Franz betonte, das Konzept sehe immer noch Werkschließungen vor. Dies lehnen der Betriebsrat und die IG Metall ab. Sie hatten den Verzicht darauf zur Bedingung für einen Lohnverzicht gemacht. "Wir sollten nicht die Hand dazu reichen, dass Arbeitnehmerbeiträge der einen für die Stilllegung von Standorten und Vernichtung der Arbeitsplätze der anderen verwendet werden", sagte IG-Metall-Bezirksleiter und Opel-Aufsichtsratsmitglied Armin Schild dem Internetportal "focus.de". Franz warnte: "Mit ihrem Geld sollen die Beschäftigten Werkschließungen und Abfindungen finanzieren. Das werden wir nicht mitmachen." Er warf dem Management vor, trotz des ungenauen Geschäftsplans genau zu wissen, wie viel die Beschäftigten abgeben sollen: "Man besteht nach wie vor auf 265 Millionen Euro pro Jahr in Europa."

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KOMMENTARE


Torsten Bitter

21.01.2010 - 02:10 Uhr

Es ist doch nur erschreckend, wie nun die Amerikaner mit Nick Reilly, wiederum einen sogenannten Sanierer ins Feld führen, der leider vom Autogeschäft nichts zu verstehen scheint. Hatte nicht schon Lopez und sein damaliger technischer Leiter Hannenberg mit allen mitteln versucht aus Opel einen seelenlosen Kleinwagen Hersteller zu machen, mit möglichst hoher Rendite pro Fahrzeug auf Kosten der Qualität und des Image. Was wurden für Marktanteile verschenkt nur weil einige Herren aus Amerika der Meinung waren das Oberklasse und Nischenprodukte weder für Deutschland noch für Europa nötig waren.( Diplomat ,Senator ,Monza , Omega, Calibra und GT aufgegeben, eingestellt ) Nie haben es die Herren in den USA verstanden das „Made in Germany“ Ihrer Marke Opel, im nicht europäischen Ausland zu publizieren und Gewinnträchtig ,mit entsprechenden Produkten zu vermarkten. Den Herren fehlte warum auch immer, jegliche Kreativität und jegliche Sensibilität des emotionalen Produktes Auto. Nun wo sich die Marke Opel unter Forster , Demand und sicher vielen Weggefährten dieser, wieder Respekt und Achtung durch sehr gut Produkte verschaffte , kommt dieser Rotstift Akrobat ,rechnet sich Luftschlösser zusammen , anstatt seine Produkt-Palette nach oben und in der Breite weiter auszubauen. Warum gibt es nicht schon, wie bereits seit zwei Jahren in Amerika den Saturn Vue Vollhybrid für 30.000.-USD? Hier in Deutschland als Antara bekannt, das Schwestermodell. Das Oberklassesegment einst durch Omega und Senator vertreten, wird einfach nicht besetzt, obwohl der Markenverbund den Ingenieuren hier in Deutschland alle Freiheiten gäbe die Sie benötigten, Nachfolgemodelle auf den Markt zu bringen. So wird die Generationsbindung verschenkt, will heißen Vater fährt Oberklasse, Muter Stadtauto und Sohn oder Tochter irgendwann ein Kleinwagen der Marge mit Aufstiegsmöglichkeiten nach Ausbildung und beruflicher Stellung innerhalb der Marke. Der Mut nach ungewöhnlichen Ansätzen , Produkten geht doch bei solchen Typen von Zahlenfetischisten leider vollenst verloren und leider geht damit auch die Firma den Bach runter , da sich der Kunde immer noch für ein Produkt Auto als emotionale Investition entscheidet und nicht für eine vermeintlich gute Bilanz eines Konzern. Mir als langjähriger Vertriebsexperte, Export im zweiten Vertriebsweg und Berater in der Automobilwirtschaft , ist es einfach mal ein Bedürfnis Fehlentwicklungen zu Beginn auf zu zeigen und nicht erst kurz vor Schluss eine Diskussion herbei zu führen. In diesem Sinne , Torsten Bitter


Michael Tropschug

21.01.2010 - 09:03 Uhr

Ich verstehe das Auftreten des Betriebsrates nicht. Nun beobachten wir schon seit zwei, drei Jahren das Ringen ums Überleben dieser völlig überflüssigen Marke auf dem Markt.Anstatt dass die Mitarbeiter alles tun um ihren Arbeitgeber zu stärken um wenigstens einige Arbeitsplätze zu retten, will man alles, und wenn ich an die Klage wegen nicht bezahltem Urlaubsgeld im letzten Sommer denke, zu viel. Wenn der Markt diese Marke nicht halten kann auf Grund ausreichender Nachfrage dann muss sie eben von selbigem verschwinden.


Karl-Heinz Scherer

21.01.2010 - 10:44 Uhr

Was für ein Hin und Her! Der Zeitpunkt für eine gescheite Regelung ist wohl vertan. 'Akteure' haben sich still und leise herausgezogen. Ob das jetzt noch etwas Positives wird? - sieht nicht danach aus. Und die ausschlaggebenden Personen - die OPEL-Kunden - werden täglich mehr verunsichert. Angesichts der Marktsituation dürfte das böse ausgehen. Sehr schade.


Jörg-Uwe Banach

21.01.2010 - 11:43 Uhr

Der Betriebsrat schafft es mit Sicherheit, und da bin ich voller Vertrauen in dessen Kompetenzen, dass General Motors als Konzernmutter die Konsequenzen zieht und Opel über kurz oder lang... abwickeln.


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