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Krise: Fiat vertraut eigener Stärke

Marchionne: "Ohne Chrysler hätte Fiat in Europa die Hölle durchgemacht."
© Foto: Imago/UPI Photo

Die Unternehmenskrise möchte Konzernchef Marchionne gern selbst lösen. Steuererleichterungen dürfen aber schon sein. Im Dauerstreit mit VW weicht er nicht zurück.


Datum:
27.09.2012
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Fiat will seine schwere Krise aus eigener Kraft bewältigen. "Wir suchen keine Hilfe, weder von Italien noch von Europa", sagte Konzernchef Sergio Marchionne am Donnerstag auf der Pariser Automesse. Gleichzeitig forderte der Manager aber Steuererleichterungen.

Die Fusion von Fiat und Chrysler sei ein notwendiger Schritt gewesen und müsse nun vervollständigt werden. Jedoch müsse es steuerliche Änderungen geben, um den Export zu begünstigen. Ohne Chrysler hätte Fiat in Europa die Hölle durchgemacht, sagte Marchionne.

Lösungen könnten neue Produkte ebenso sein wie die Globalisierung. Der Weg sei nicht einfach. Die starke Position in den USA helfe dem Konzern dabei, sagte Marchionne mit Blick auf den Fiat-Partner. Die US-Tochter stützt mit ihren Gewinn den gesamten Konzern. Im zweiten Quartal hätte Fiat alleine 246 Millionen Euro Verlust eingefahren. Der gesamte Konzern verbuchte einen Nettogewinn von 358 Millionen Euro.

Für die kommenden Jahre rechnet Marchionne mit einer schwierigen Entwicklung für Fiat wie für die gesamte Branche. "Europa kann das Produktionsvolumen nicht vertragen", sagte der Fiat-Chef. Überkapazitäten sieht er dabei vor allem in Deutschland.

Maßnahmen für ganz Europa gefordert

Gleichzeitig wandte sich Marchionne klar gegen Schritte einzelner Regierungen. Unkoordinierte nationale Reaktionen würden die Krise europaweit verschärfen. Einzelne Aktionen seien deswegen kein Weg, es müssten Lösungen über die Grenzen hinaus gefunden werden. Er forderte Politiker und Regierungen auf, Bedingungen für freie Märkte und Entwicklungen zu schaffen. Regierungen müssten gleichzeitig auch lernen, mit den Konsequenzen freier Märkte umzugehen.

Der Fiat-Chef lehnte die Forderung von Branchenführer VW ab, er solle als von Europas Autoverband Acea zurücktreten. Ihn interessiere nicht, was ein VW-Sprecher gesagt habe. VW-Chef Martin Winterkorn könne gerne etwas dazu sagen. Im Sommer war es zu einer heftigen Auseinandersetzung gekommen. Marchionne warf dem VW-Konzern vor, durch aggressive Preisnachlässe ein "Blutbad" bei den anderen Herstellern anzurichten. Darauf hatten die Wolfsburger gedroht, wenn Marchionne wegen seiner Verbalattacke nicht den Vorsitz von Europas Autoverband Acea abgebe, erwäge VW selbst den Austritt.

Alfa Romeo: "Piëch, lass es"

Auf Spekulationen über einen möglichen Verkauf der Marke Alfa Romeo an Volkswagen ging Marchionne in Paris nicht direkt ein. Zuvor hatte er dafür eine Absage erteilt. "Piëch, lass es", hatte er mit Blick auf VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch gesagt, "Alfa Romeo steht nicht zum Verkauf." Marchionne kündigte in Paris vielmehr für die nächste Zeit neue Ziele für die Sportwagensparte an: "Die Alfa-Geschichte ist soweit, wieder neu geschrieben werden zu können." (dpa)

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