Magna-Einstieg: Opel-Rettung auf Kurs

02.06.2009 13:06 Uhr
Opel steht mit dem Einstieg von Magna und dessen russischer Partner vor einer neuen Zukunft.
© Foto: Michael Urban/ddp

Der Rüsselsheimer Autobauer steht mit dem Einstieg von Magna und dessen russischer Partner vor einer neuen Zukunft. Rund 2.500 Arbeitsplätze in Deutschland sollen aber wegfallen.

Erstmals seit Monaten können die deutschen Opel-Belegschaften Hoffnung schöpfen. Nach dem in der Nacht zum Samstag geschnürten Rettungspaket soll der österreichisch-kanadische Magna-Konzern den angeschlagenen Autobauer in eine sichere Zukunft lenken. 80 Jahre und zweieinhalb Monate nach dem Einstieg von General Motors (GM) bei Opel wird die Traditionsmarke aus dem GM-Verbund herausgelöst – gerade rechtzeitig, um nicht in den Strudel der GM-Insolvenz zu geraten. Nach bislang vorliegenden Informationen soll ungefähr jeder zehnte der etwa 26.000 Opel-Arbeitsplätze in Deutschland entfallen. Die Hauptlast des Abbaus trifft aber andere Standorte von GM Europe. Bundesregierung, IG Metall und Autoexperten bescheinigen Opel nach dem in der Nacht zum Samstag geschnürten Rettungspaket Chancen auf eine erfolgreiche Zukunft. Allerdings bleiben noch viele Fragen offen – zunächst vor allem zum Arbeitsplatzabbau. In der vom Fall Opel mitausgelösten politischen Debatte über Staatshilfen treten tiefgreifende Differenzen zwischen den Berliner Koalitionspartnern SPD und Union zutage. Dabei erhält Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) in der Union zunehmend Rückhalt. Er bleibt bei seiner Position, dass eine Opel-Insolvenz die bessere Lösung gewesen wäre. "Der Staat läuft Gefahr, sich erpressbar zu machen, wenn er einmal großzügig hilft", sagte er der "Welt am Sonntag". Zugleich nimmt die europäische Debatte um Staatshilfen für Opel an Fahrt auf: Frankreichs Wirtschaftsministerin Christine Lagarde verlangte in der "Financial Times Deutschland" (Dienstagausgabe), die EU-Kommission solle Opel im Gegenzug zu den Staatshilfen zu Einschnitten zwingen, damit es nicht zu Wettbewerbsverzerrungen zum Nachteil anderer Autohersteller kommt. Bereits am Freitag war bei einem Krisentreffen in der EU-Kommission von europäischen Partnerländern angemahnt worden, dass es bei der Opel-Rettung nicht zu einem nationalen Ansatz kommen dürfe. Merkel wirft GM "grandioses Missmanagement" vor In einem dramatischen Verhandlungsmarathon hatten sich der Bund, vier Bundesländer sowie GM, Magna und das US-Finanzministerium in Berlin auf das Opel-Rettungskonzept geeinigt. GM-Europachef Carl-Peter Forster betonte am Montag, dass mit der Brückenfinanzierung von 1,5 Milliarden Euro der Betrieb während des Aufbaus der neuen Opel/Vauxhall-Gesellschaft fortgeführt werden kann. Opel ist nach seinen Worten "im Moment absolut gerettet". Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, Opel bekomme eine "Perspektive für die Zukunft". Sie warf General Motors am Montag ein "grandioses Missmanagement über Jahre, das nichts mit der Wirtschaftskrise zu tun hat", vor.

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KOMMENTARE

Scheintso

02.06.2009 - 17:27 Uhr

Opel Europa beschäftigt 50.000 Menschen, davon sollen 11.000 ihren Arbeitsplatz verlieren - macht ca. 20%. Auf Deutschland mit 26.000 Personen entfallen 2.500, macht knappe 10%. D.h. der Rest von Europa mit verbleibenden 24.000 Arbeitsplätzen schultert 8.500 der Streichungen, macht 35%. Haben wir uns jetzt den geringeren Abbau an Stellen (2.500) mit 1,5 Mrd. € "erkauft"? Ich teile die Bedenken des Wirtschaftsministers! Ach ja, Arcandor beschäftigt in Deutschland über 50.000 Menschen, soll aber keine Unterstützung bekommen? Weil die Fehler bereits vorher gemacht wurden, angeblich. Was war denn bei Opel besser? Okay GM war Schuld. Deshalb bleiben die auch mit 35% beteiligt. Wegen anhaltenden Erfolges, oder was? Sowas passiert, wenn Physiker und Rechtsanwälte sich operativ einmischen. Das geht nie gut. Siehe Holzmann!


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