Medien: GM prüft Aus für drei Opel-Werke

17.02.2009 11:45 Uhr
Droht dem Opel-Werk in Bochum das Aus?
© Foto: ddp /Volker Hartmann/Archiv/AHO-Montage

Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg könnten die Fabriken in Bochum und im belgischen Antwerpen geschlossen, das Werk in Eisenach veräußert werden. Betriebsrat und Politik laufen dagegen Sturm.

General Motors (GM) will im Überlebenskampf angeblich drei Opel-Werke opfern. Das meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf mit den Plänen vertraute Personen. Der Autobauer in Detroit wollte dazu keine Stellung nehmen. Die Opel-Mutter und Chrysler mussten der US-Regierung am Dienstag ihre Sanierungskonzepte – von denen weitere staatliche Milliardenspritzen abhängen – vorstellen. In Deutschland ging die Debatte weiter, ob Opel auch mit staatlichen Mitteln aus dem GM-Konzern herausgelöst werden soll. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) und der Betriebsratschef Rainer Einenkel vom möglicherweise betroffen Bochumer Opel-Werk sagten zu dem Bericht, solche Entscheidungen des Mutterkonzerns in Detroit gebe es nicht. In Deutschland beschäftigt Opel mehr als 25.000 Menschen in vier Werken in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern. Der GM-Sanierungskurs könnte auch ein Werk des schwedischen Tochterunternehmens Saab treffen. Einenkel sagte: "Es gibt derartige Entscheidungen nicht." Die Medien seien benutzt worden, um Falschinformationen in die Welt zu setzen. Rüttgers sagte laut "Bild.de" zu den Gerüchten: "Noch ist Opel nicht verloren, es ist noch keine Entscheidung gefallen." Rüttgers ist derzeit in USA unterwegs und will an diesem Mittwoch Spitzenmanager von GM und Ford treffen. Böser Absturz an der Börse Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg hatte gemeldet, GM prüfe die Schließung oder den Verkauf von drei Opel-Werken in Europa. Die Fabriken in Bochum und im belgischen Antwerpen könnten geschlossen, das Werk in Eisenach veräußert werden. Die GM-Aktie stürzte um rund 20 Prozent ab.

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KOMMENTARE

Striker

17.02.2009 - 15:47 Uhr

Bla, bla, bla - plötzlich haben alle Politiker die große Ahnung von Wirtschaft im Allgemeinen und vom Automobilgeschäft im Besonderen. Hätten sie lieber mal früher ihre Hausaufgaben gemacht und den Standort durch kluge Politik gestärkt, statt ständig nur oberfaule Kompromisse zu schmieden, die lediglich ihre Partikluarinteressen bedienen. Aber nein, das Auto, die Automobilwirtschaft und der Autofahrer werden doch schon seit Jahren nur als Gelddruckmaschine gesehen, die man bei gelegenheit wieder mal auspresst oder schlecht redet oder durch hirnrissige Abgaben- und Verkehrspolitik kaputt spielt.


K. Jansen

17.02.2009 - 21:07 Uhr

Paperlapapp ... lassen wir die Politiker hier mal aus dem Spiel, auch wenn ich der Argumentation folgen kann. Die Hausaufgaben haben hier in ertser Linie die Hersteller nicht gemacht, die einen mehr, die anderen weniger. Und die Amerikaner im Besonderen. Die Fehler sind wohl bekannt und werden nun dem (ehemals) weltweit führenden Automobilunternehmen weiter zusetzen. GM wird, soweit eine Weiterexistenz überhaupt möglich sein wird, unter "ferner liefen" zu finden sein. Erst recht nach einem drohenden Ausverkauf diverser Marken, den Ford etwas eher angegangen ist, was die Situation bei Ford zwar nicht besser macht, aber eben weniger schlecht als GM. Globaler Größenwahn hätten fast unseren beiden wichtigsten Premiumherstellern Kopf und Kragen gekostet. Schon seit Jahren verfolge ich die Entwicklung der Überproduktion und ich wunderte mich warum man nicht rechtzeitig parallel in andere Verkehrssysteme oder zukunftsweisende Bereiche investiert hat um der "Monokultur" zu entgehen.


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