Die deutschen Autobauer wollen auf dem schrumpfenden US-Automarkt gegen den Trend zulegen. "Wir sehen gute Chancen, die Ein-Millionen-Marke in naher Zukunft zu knacken", sagte der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, am Sonntag auf der Autoshow in Detroit. Im vergangenen Jahr war der US-Absatz der deutschen Hersteller um drei Prozent auf 948.000 Fahrzeuge gestiegen. Dies entsprach einem Marktanteil von knapp 5,9 Prozent. Mit abgasarmer Diesel-Technik wollen die Deutschen gegenüber den erfolgreichen Japanern Boden gut machen. Der gesamte US-Markt dürfte in diesem Jahr um 2 Prozent auf 15,7 Millionen Einheiten schrumpfen. VW gab in Detroit einen Absatzrekord im vergangenen Jahr bekannt. Die VW-Gruppe steigerte die Verkäufe 2007 um 7,9 Prozent auf 6,19 Millionen Fahrzeuge. Angetrieben von einem starken Wachstum in China und Südamerika knackte VW damit erstmals die Marke von sechs Millionen Autos. VW-Konzernchef Martin Winterkorn zeigte sich zuversichtlich, 2008 wieder einen Rekord zu schaffen. Der unsicherste Absatzmarkt sei angesichts der Debatte um den Klimaschutz Deutschland. Mitunter würden Autos "verteufelt". Audi will 2008 erstmals mehr als eine Million Autos weltweit verkaufen. 2007 steigerte Audi den um 6,5 Prozent auf rund 964.000 Fahrzeuge. Audi-Chef Rupert Stadler sagte, man prüfe den Bau eines Werks in den USA. Daimler-Chef Dieter Zetsche gab sich optimistisch für das Autojahr 2008. Gute Chancen sehe er vor allem auch in den USA, wo der Konzern 2007 mit 253.400 Fahrzeugen (plus zwei Prozent) seinen 14. Absatzrekord in Folge einfuhr. Mercedes-Benz wird 2008 sechs Modelle erneuern und zwei neue auf den Markt bringen: Das Coupé CLC sowie den kleinen Geländewagen GLK, der in Detroit als Studie vorgestellt wird. Durchbruch des "Clean Diesel"? Alle deutschen Hersteller von BMW bis VW werden in diesem Jahr zahlreiche Modelle mit Dieselantrieb auf den US-Markt bringen. "Es ist durchaus angebracht, wenn man das Jahr 2008 als das Jahr des Clean-Diesel-Durchbruchs in den USA bezeichnet", sagte Wissmann. Bislang liegt der Diesel-Anteil in den USA erst bei rund drei Prozent, Experten trauen ihm aber rund 15 Prozent des Marktes bis 2015 zu. Ein Problem für die deutschen Hersteller bleibe der schwache US- Dollar, sagte Wissmann. Neben Wechselkursgeschäften werde künftig deshalb die Produktion im Ausland wichtiger. Inzwischen kämen bereits 250.000 der in Nordamerika verkauften Fahrzeuge aus Werken vor Ort. Dies solle nicht zu Lasten deutscher Jobs gehen. "Wir hoffen, dass wir 2008 die Beschäftigtenzahlen halten und vielleicht leicht steigern können." Das Wachstum liege aber woanders: "In zwei bis drei Jahren werden wir mehr Autos im Ausland bauen als im Inland."
NAIAS 2008: Deutsche Autobauer wollen größeres Stück vom US-Markt
Die deutschen Autobauer wollen auf dem schrumpfenden US-Automarkt gegen den Trend zulegen. "Wir sehen gute Chancen, die Ein-Millionen-Marke in naher Zukunft zu knacken", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann am Sonntag auf der Autoshow in Detroit. Alle deutschen Hersteller von BMW bis VW wollen zudem in diesem Jahr zahlreiche Modelle mit Dieselantrieb auf den US-Markt bringen.