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Ölleck-Probleme: Neue Munition für Toyota-Kritiker

Die Nachrichten über Pannen bei Toyota nehmen kein Ende.
© Foto: Sascha Schürmann/ddp

Der Autokonzern holt im Rahmen einer Serviceaktion weltweit erneut über eine Million Fahrzeuge in die Werkstätten. Grund sind mögliche Lecks im Ölzufuhrschlauch. In Genf werben die Japaner um das Vertrauen der Kunden.


Datum:
02.03.2010
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Die Nachrichten über Pannen bei Toyota nehmen kein Ende. Wie der weltgrößte Autobauer am Dienstag mitteilte, werden im Rahmen einer "Service-Leistung" weltweit rund 1,6 Millionen Autos, darunter die Modelle Camry und Harrier, wegen möglicher Öllecks repariert, die meisten davon in den USA sowie in Japan. Mit der freiwilligen Maßnahme sei bereits im vergangenen Herbst begonnen worden. Es sei jedoch nicht bekanntgegeben worden, da es sich technisch nicht um einen Rückruf handele. Zuvor hatten US-Medien über einen möglichen Austritt von Motoröl durch gerissene Teile berichtet. Toyotas Entscheidung, den Vorgang nicht früher bekanntzumachen, könnte nach Einschätzung von Beobachtern das Misstrauen unter Kunden nach den millionenfachen Rückrufen wegen klemmender Gaspedale, rutschender Fußmatten und Bremsenproblemen (wir berichteten) noch weiter verstärken. An diesem Dienstag muss sich Toyota zum vorerst letzten Mal vor einem Untersuchungsausschuss des US-Kongresses verantworten. Laut Toyota könnten Schwefel-Teile im Motorenöl das Gummi im Ölzufuhrschlauch angreifen und ein Leck verursachen. Das Unternehmen tauscht nun die Schläuche aus. Betroffen sind insgesamt 933.800 Fahrzeuge in den USA mit V6-Motoren, darunter Autos der Modellreihen Camry, Avalon, RAV4, Lexus ES und Lexus RS der Baujahre 2005 bis heute. In Japan müssen 47.000 Autos der Modelle Harrier, Estima, Blade, Mark X und Vanguard repariert werden. In Deutschland handelt es sich um 1.208 Fahrzeuge des Typs Lexus RX350. Nach dem Rückruf-Desaster ist Toyota derzeit auf dem Genfer Autosalon auf Schadensbegrenzung bedacht. Das Vertrauen der Kunden will das Unternehmen möglichst rasch wiedergewinnen und etwa Qualitätskontrollen deutlich verschärfen. Wie lange es brauchen werde, bis die Kunden wieder das gleiche Zutrauen in die Qualität des japanischen Herstellers haben werden, sei aber schwer vorherzusagen, sagte Vizepräsident Kazuo Okamoto am Dienstag in Genf. Entscheidend sei, das Toyota nun alles tue, um die Schäden zu beheben und ähnliche Schwierigkeiten künftig zu vermeiden. "Das hat oberste Priorität". Für Toyota seien es derzeit "sehr schwierige Zeiten", so Okamoto. Das Image habe weltweit deutlich gelitten. Besserer Informationsaustausch mit Kunden Der Manager bat die europäischen Kunden des weltgrößten Autoherstellers um Verzeihung für alle Schwierigkeiten. Toyota werde alle Prozesse überprüfen – vom Design, über die Produktion bis zum Kundenservice. Auch der Informationsaustausch mit den Kunden solle deutlich verbessert werden, um frühzeitig Probleme feststellen zu können. Zudem werde man noch intensiver mit Zulieferern in der ganzen Welt zusammenarbeiten. An der Strategie, gleiche Teile in verschiedenen Fahrzeugen einzusetzen, werde Toyota grundsätzlich festhalten, sagte Okamoto. Es müsse aber sichergestellt werden, dass alle verbauten Komponenten den hohen Ansprüchen an Qualität und Sicherheit genügten. Wie teuer die dramatische Rückruf-Aktion Toyota letztlich kommen werde, konnte Okamoto nicht sagen. Das Unternehmen werde aber bei der Vorlage der Bilanz im Mai eine "Idee davon geben können", wie stark die Rückrufe auf die Zahlen durchschlagen. (dpa)

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