Opel-Übernahmeplan: Fiat-Dementi zu Werkschließungen

06.05.2009 09:41 Uhr
Fiat will Opel übernehmen.
© Foto: Thomas Lohnes/ddp

Die Turiner wiesen einen Zeitungsbericht zurück, wonach das Unternehmen nach der Opel-Übernahme zehn Fabriken in Europa aufgeben wolle. Unterdessen meldete der russische Autokonzern Gaz erstmals sein Interesse an.

Fiat hat einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Mittwoch dementiert, wonach das Unternehmen nach der Übernahme von Opel zehn Fabriken in Europa schließen wolle. Es handele sich dabei weder um Informationen aus dem Haus Fiat noch gehöre dies zu einem von dem Autobauer vorbereiten Plan, hielt das Turiner Unternehmen in einer Stellungnahme fest. Nach dem Bericht sollen von den Einsparmaßnahmen bei Fiat und GM/Opel zusammen etwa 18.000 Beschäftigte betroffen sein. Die Zeitung beruft sich auf ein "streng geheimes" internes Strategiepapier "Project Football". Auf der Streichliste stehen demzufolge auch Teilbereiche der Werke in Bochum, Kaiserslautern und Rüsselsheim. Die Hauptlast der für 2011 bis 2016 vorgesehenen Einsparungen würden aber England mit der Opel-Schwestergesellschaft Vauxhall und Italien mit der Schließung der Werke Pomigliano und Termini Imerese tragen. Die italienische Gewerkschaft UGL hatte am Dienstag Aufklärung von Fiat verlangt, weil sie befürchtet, dass eine "Neuausrichtung" nach einer Opel-Übernahme auch in Italien zu einem Abbau von Arbeitsplätzen führen könnte. Die IG Metall bekräftigte ihre Forderung nach einer direkten Beteiligung des deutschen Staates an Opel. "Die Regierung sollte ein eindeutiges Bekenntnis zu Opel ablegen, und zwar auch durch eine direkte Beteiligung", sagte Gewerkschaftschef Berthold Huber der "Berliner Zeitung" (Mittwochausgabe). Das würde deutlich machen, welche Bedeutung dem Autohersteller und den Arbeitsplätzen beigemessen werde, zudem sei dann die staatliche Mitsprache über die Zukunft des Unternehmens gesichert. Bericht: Gaz zu Bieter-Konsortium eingeladen Unterdessen outete sich der russische Automobilkonzern Gaz erstmals offiziell als Opel-Interessent. Das Unternehmen bestätigte dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe), dass es zur Teilnahme an einem Konsortium eingeladen sei, das für Opel bietet. Der Konzern werde diese Einladung prüfen, sagte ein Gaz-Sprecher dem Blatt. Der Autokonzern werde in dem Konsortium aber keinen finanziellen Beitrag leisten, sondern die Produktionsstätten für die Herstellung neuer Modelle in Russland stellen sowie Vertrieb und Service in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion übernehmen. Gaz gehört zum Firmenimperium des in finanzielle Schieflage geratenen russischen Milliardärs Oleg Deripaska. Das Unternehmen ist auf den Bau von Nutzfahrzeugen spezialisiert und kämpft derzeit selbst ums Überleben. Interesse an dem gemeinsamen Opel-Einstieg mit Gaz wird auch dem kanadisch-österreichischen Autozulieferer Magna und der staatlichen russischen Sparkasse Sperbank nachgesagt (wir berichteten). Russlands größte Geschäftsbank verweigert bisher aber jeden Kommentar. (dpa/rp)

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