Säbelrasseln: Fiat droht mit Aus für Chrysler-Allianz

15.04.2009 10:48 Uhr
Fiat-Chef Marchionne: Gewerkschaften "unnachgiebig".
© Foto: Fiat

Konzernchef Sergio Marchionne beziffert die Chancen, dass die Kooperation zustande kommt, auf 50 zu 50. Der Manager macht dafür die unnachgiebige Haltung der Gewerkschaften bei einem möglichen Lohnverzicht verantwortlich.

Fiat droht damit, die Verhandlungen über eine Allianz mit dem angeschlagenen US-Konkurrenten Chrysler platzen zu lassen. Die Chancen, dass die Kooperation zustande komme, stünden 50 zu 50, sagte Fiat-Chef Sergio Marchionne der kanadischen Tageszeitung "Globe and Mail" (Mittwochausgabe). Als Grund nannte er die unnachgiebige Haltung der nordamerikanischen Gewerkschaften in der Frage eines erheblichen Lohnverzichts. "Ich glaube, sie müssen begreifen, in welchem Zustand die Industrie ist", sagte Marchionne. "Niemand anderes würde einen Dollar hineinstecken." Eine Allianz mit Fiat ist nach Ansicht der US-Regierung die einzig gangbare Lösung für den auf Staatshilfen angewiesenen Autobauer. Die beiden Hersteller haben bis zum Monatsende Zeit, die Verhandlungen abzuschließen. Voraussetzung für die Partnerschaft sind weitgehende Zugeständnisse sowohl von Seiten der Arbeitnehmer als auch der Gläubiger von Chrysler. Bei einem erfolgreichen Abschluss der Gespräche seien die Regierungen in den USA und Kanada nach dem Zeitungsbericht bereit, weitere Kredite in Höhe von sieben Milliarden Dollar zu gewähren. Die Hoffnungen liegen dabei vor allem auf den Kleinwagen der Italiener, die dann auch in Nordamerika produziert und verkauft werden sollen. Ein Scheitern der Gespräche würde dagegen die Insolvenz für Chrysler bedeuten. Appell an Mitarbeiter Der Fiat-Chef appellierte in dem Interview an die Verantwortung der Arbeitnehmer, einen Beitrag zur Chryslers Sanierung zu leisten. Fiat will die Lohnkosten auf das Niveau der Werke japanischer und deutscher Hersteller in Nordamerika senken. Historisch gewachsene Rechte der Gewerkschaftsmitglieder wies Marchionne vor dem Hintergrund einer drohenden Insolvenz zurück. "Es gibt keine Reichtümer zu verteilen." Noch vergangene Woche hatte der Chysler-Vize Jim Press die Verhandlungen zwischen Chrysler und Fiat auf gutem Weg gesehen. (dpa)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

K. B.

16.04.2009 - 09:41 Uhr

Liebe Opel-Betriebsräte, bitte im Hinterkopf abspeichern und bei den Verhandlungen mit möglichen Investoren berücksichtigen! Gutes Gelingen...


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.