Schutzschirm gefordert: Opel wirbt in Anzeigen für Bürgschaft

20.11.2008 10:34 Uhr

Der Rüsselsheimer Autobauer wirbt in einer Anzeigenkampagne für eine Staatsbürgschaft. In mehreren deutschen Tageszeitungen wendet sich Opel-Chef Hans Demant an die Leser. Derweil bekommt Opels Hilferuf die Unterstützung von VW.

Der Rüsselsheimer Autobauer Opel wirbt jetzt mit einer großen Anzeigenkampagne um Staatshilfe. "Eine Bürgschaft würde für Opel einen Schutzschirm bilden", schreiben der Opel-Chef Hans Demant und der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Klaus Franz in den ganzseitigen Anzeigen, die am Donnerstag in zahlreichen deutschen Tageszeitungen geschaltet waren. Damit werde Opel der Zugang zum Kreditmarkt geöffnet, sofern sich die Lage des Mutterkonzerns General Motors (GM) weiter verschlechtern sollte. "Opel wird dadurch nicht subventioniert und es fließen keine Steuergelder", heißt es in den Anzeigen weiter. Zugleich verweist das Unternehmen auf zehntausende Arbeitsplätze direkt bei Opel sowie den Zulieferern und Verkaufsstützpunkten. Bund und Länder erwägen eine Absicherung von Opel, falls General Motors (GM) in den USA pleitegehen sollte. Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) lehnte Hilfen für ganze Branchen ab, Opel sei aber ein Sonderfall. "Das, was bei Opel passiert, ist keine klassische Autokonjunkturkrise. Die müssten sie selbst bewältigen, und dafür sind sie auch gut gerüstet", sagte Koch der Deutschen Presse-Agentur dpa in Wiesbaden. Doch dieses an sich gesunde Unternehmen sei ausschließlich wegen seiner amerikanischen Konzern-Mutter gefährdet, sagte Koch. "Das darf kein Grund sein, dass die deutschen Opelaner dabei kaputtgehen." Das Land Hessen hatte am Vortag den Weg für Bürgschaften grundsätzlich freigemacht, konkret wollen Bund und Länder bis Weihnachten entscheiden. Diez: Staatshilfen können Opel nicht retten Nach Ansicht des Auto-Experten Willi Diez können deutsche Staatshilfen Opel nicht retten. "Das ist eine Illusion. Opel kann nur gerettet werden, wenn der Mutterkonzern General Motors (GM) in den USA gerettet wird", sagte Diez der Deutschen Presse-Agentur dpa in Nürtingen. "Alles andere hilft Opel nicht langfristig." Der Rüsselsheimer Autobauer sei stark im System des Mutterkonzerns vernetzt, eine Trennung sei für beide Seiten keine gute Lösung. "Opel ist nicht groß genug, um alleine zu überleben", sagte der Auto- Professor. Zum Übernahmeplan des Solar-Konzerns SolarWorld, der Opel nach eigenen Angaben zu einem "grünen" Autokonzern umbauen will, sagte Diez: "Das ist weit weg von der Realität."

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KOMMENTARE

scheintso

21.11.2008 - 12:06 Uhr

Wenn Opel aus dem GM-Verbund nicht zu lösen ist, was dann? In den USA ist die Anhörung der "Big 3" vertagt worden, weil keiner zu sagen wußte, was künftig wie anders laufen soll, um den turnaround zu schaffen. Wer sich das hearing nachts auf CNN angehört hat, muß am Erfolg zweifeln. Eingeflogen im eigenen Lear-Jet statt Linie usw. Neben den unverändert strukturellen Problemen, die auch mit Geld nicht zu lösen sind, fehlt es vor allem an der Einstellung, neudeutsch: mindset.


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