-- Anzeige --

Shell-Studie: Biokraftstoffe gewinnen künftig an Bedeutung

Laut einer Shell-Studie könnten Biokraftstoffe bis 2030 rund 20 Prozent des Kraftstoffbedarfs in Deutschland abdecken.
© Foto: Kai Kalbitz

Um E10 mit zehn Prozent Ethanol machen die meisten Autofahrer bis heute einen Bogen. Doch den Bio-Kraftstoffen der nächsten Generation gehört die Zukunft, ergab eine Studie im Auftrag von Shell.


Datum:
25.09.2012
NOCH KEINE Kommentare

-- Anzeige --

Trotz des E10-Debakels und heftiger Kritik von verschiedenen Seiten werden Biokraftstoffe künftig eine bedeutende Rolle spielen. Sie werden dann aber nicht mehr aus Pflanzen hergestellt, die auch als Nahrungs- oder Futtermittel dienen, sondern aus Rest- und Abfallstoffen. Das ergab eine Studie des Energiekonzerns Shell gemeinsam mit zwei wissenschaftlichen Instituten, die am Dienstag in Hamburg vorgelegt wurde.

Danach könnten Biokraftstoffe bis 2030 rund 20 Prozent und 2050 sogar 70 Prozent des Kraftstoffbedarfs in Deutschland abdecken. Voraussetzung sei allerdings, dass massiv in die großtechnische Entwicklung von Biokraftstoffen der nächsten Generation investiert werde. Dazu seien zusätzliche Anreize notwendig.

Gegenwärtig machen Biokraftstoffe in Deutschland einen Anteil von 5,6 Prozent und in Europa von 4,5 Prozent am Kraftstoffverbrauch aus. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Biokraftstoffe der 1. Generation. Bis 2020 will die EU den Anteil erneuerbarer Energien - das sind nicht nur Biokraftstoffe - im Straßenverkehr auf zehn Prozent steigern.

"Das ist ein sehr ambitioniertes Ziel", sagte Shell-Chefvolkswirt Jörg Adolf. Biokraftstoffe müssten dazu den wesentlichen Beitrag leisten. Erst später jedoch bricht das Zeitalter der Biokraftstoffe richtig an: Wenn Stroh und Holz, Getreidereste und Abfallstoffe zu Energie umgewandelt werden können.

Förderung notwendig

Die Technik dafür ist schon heute teilweise entwickelt, sie wird aber nur in kleinem Maßstab ausprobiert. Die Kraftstoffe sind doppelt so teuer wie Benzin oder Diesel aus Öl. "Ohne zusätzliche Förderung sind solche Biokraftstoffe der 2. Generation nicht marktfähig", sagte Uwe Fritsche vom Institut IINAS, einer der Autoren der Studie. Es seien erhebliche Investitionen im Milliardenbereich erforderlich, die unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht refinanzierbar seien. Daher müsse sich die EU entscheiden, ihre Förderprioritäten anzupassen.

"Bei der aktuellen Marktsituation und Gesetzeslage gibt es keine Weiterentwicklung", sagte Fritsche. Mit der 2. Generation könnten Biokraftstoffe nach der Studie einen erheblichen Beitrag zur Energiewende leisten, der Umstellung der Versorgung auf erneuerbare Energien. Im Jahr 2050 würden Biokraftstoffe rund 15 Prozent des heutigen Primärenergieverbrauchs abdecken, der zudem bis dahin nochmals deutlich sinken soll. (dpa)

-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --

KOMMENTARE


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

WEITERLESEN




NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.