-- Anzeige --

Spritverbrauch in Theorie und Praxis: Große Abweichungen beim Hybrid

Der Volvo V60 Hybrid braucht in der Praxis deutlich mehr als im Prospekt.
© Foto: Volvo

Wer sich ein Hybridauto kauft, hofft auf geringen Verbrauch. Dabei klafft ausgerechnet bei dieser Antriebsart die größte Lücke zwischen theoretischem und praktischem Spritdurst.


Datum:
22.07.2014
10 Kommentare

-- Anzeige --

Die Verbrauchsangaben in Neuwagenprospekten haben mit der Realität auf der Straße häufig nicht viel zu tun. Doch nicht bei allen Antriebsarten ist die Differenz zwischen Papier- und Alltagswert gleich hoch, wie eine Auswertung des ADAC bei 345 aktuellen Modellen ergeben hat. Zum Vergleich zog der Autoclub den realitätsnahen Fahrzyklus seines "EcoTest" heran.

Die geringsten Abweichungen von Theorie und Praxis zeigen demnach Erdgasautos. Sie verbrauchten im Alltagstest des Autoclubs im Schnitt nur neun Prozent mehr als versprochen. Der VW Caddy Ecofuel unterbot den Prospektwert sogar um vier Prozent. Andererseits benötigte der Fiat Panda Twinair CNG ganze 27 Prozent mehr als angegeben. Das insgesamt gute Ergebnis führen die Tester vor allem auf Verbesserungen bei der Umrüstung von Benzin- auf Gasbetrieb sowie den Einsatz besonders hitzebeständiger Materialien zurück. Diese sorgen für gute Trinksitten auch bei hohen Lastanforderungen.

Kaum schlechter als die Erdgasmobile schneiden die konventionellen Benziner mit einer durchschnittlichen Abweichung von zehn Prozent ab. Dort wirken sich laut ADAC die technischen Verbesserungen der vergangenen Jahre nun endlich aus – vor allem bei den größeren Motoren. Der Chevrolet Camaro Cabrio mit V8-Motor etwa benötigt in der Praxis 17 Prozent weniger Kraftstoff als angegeben. Ebenfalls sparsamer als gedacht sind die Sportwagen Audi R8 Spyder V10 und Nissan 370Z (mit V6-Motor), wohingegen etwa der Zweizylinder-Kleinwagen Fiat Punto Twinair mit einem Mehrverbrauch von 34 Prozent auffällt. Problematisch bei kleinen Benzinern: Sie werden aufgrund ihrer geringen Leistung häufiger unter Volllast gefahren.

Auf einem ähnlichen Niveau wie Benzin- und Erdgasautos liegen auch die Fahrzeuge mit dem dritten Antriebskonzept auf Ottomotor-Basis: die Autogas-Pkw. Im Schnitt benötigen sie laut Auswertung elf Prozent mehr als versprochen, die Extrempole stellen der Opel Astra 1.4 LPG mit einer Differenz von nur einem Prozent und der Kia Picanto LPG mit einer Abweichung von 28 Prozent. Generell begrüßen die Tester aber die gelungenen Anpassungen der Gasanlagen-Umrüster an den alternativen Kraftstoff.

Der Diesel kommt im ADAC-Vergleich von allen nicht-elektrifizierten Antriebskonzepten am schlechtesten weg. Die Tester messen im Schnitt eine Abweichung von 14 Prozent von der Norm. Unrühmlicher Spitzenreiter ist der Jeep Cherokee V6 Diesel mit einem Mehrverbrauch von 55 Prozent. Dass es auch anders geht, zeigt der Soda Yeti 2.0 TDI 4x4, der die Werksangabe sogar um ein Prozent unterbietet. Dass der eigentlich als Sparmotor beworbene Diesel so viel mehr verbraucht liegt vor allem an seinem relativ hohen Verbrauch bei hoher Lastanforderung, etwa auf der Autobahn. Dieser findet im offiziellen NEFZ-Fahrzyklus keinen Niederschlag, da dort maximal 120 km/h gefahren wird.

Plug-in-Modelle verhageln Bilanz

Ebenfalls auf die Besonderheiten des Laborversuchs ist die große Verbrauchsdifferenz bei Hybridautos zurückzuführen. Stolze 25 Prozent attestieren hier die Tester. Dabei verhageln vor allem die Plug-in-Modelle mit ihren Normverbräuchen nahe der Ein-Liter-Marke die Bilanz. Sie dürfen auf dem Rollenprüfstand mit vollgeladener Batterie vorfahren, ohne dass die dort gespeicherte Energiemenge in das Messergebnis einfließt. Hinzu kommt: Ist der Akku nach rund 50 Kilometern leer, schaltet der Antrieb auf konventionellen Hybridmodus. So können die Mini-Normwerte nicht mehr auch nur annähernd erreicht werden. So zeigt sich beim Diesel-Plug-in-Hybridmodell des Volvo V60 eine Abweichung von 84 Prozent. Der Toyota Prius 1.8 Plug-In Hybrid benötigtim realitätsnahen Fahrzyklus 73 Prozent mehr Energie. Dass aber auch Hybridautos keine Mogelpackungen sein müssen, beweist der Kia Optima Hybrid Automatik, der nur 0,4 Prozent mehr Sprit schluckt als beworben. (sp-x)

-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --
-- Anzeige --

KOMMENTARE


Süchting

22.07.2014 - 17:26 Uhr

Schon komisch, in dem Bericht wird fleißig über Hybrid gewettert, aber der "Erfinder" der Serienreifen Hybrid Modelle wird noch nicht einmal erwähnt. Das geht besser!!! Wer hat den ersten Serienhybrid in Deutschland eingeführt?


Marc

22.07.2014 - 18:17 Uhr

Im meinen Augen: Stammtisch- Bericht!Meine persönliche Erfahrung sieht anders aus!Die neue Generation unserer Motoren muß einfach anders gefahren werden!Der Satz:"Problematisch bei kleinen Benzinern: Sie werden aufgrund ihrer geringen Leistung häufiger unter Volllast gefahren"---- ist völlig falsch!!!Der TwinAir Motor von Fiat hat sein höchstes Drehmoment,je nach Modell, bei 1900 oder 2000 Umdr.pro Minute!D.h. ich muß den Benzin-Motor eher wie einen Diesel fahren.ALso, Umpar...nein,Umdenken, und lernen!Dann geht auch der Verbrauch runter!Und bei 875ccm sind glaube ich 105 PS nicht gerade wenig!


Kurt Nürnberg

22.07.2014 - 18:22 Uhr

Toyota wird in der Presse überhaupt nicht erwähnt. 1000 Taxi's in Berlin beweisen das Gegenteil. Dem ADAC kann man leider nicht mehr alles glauben.


XYZ

22.07.2014 - 19:08 Uhr

Bereits 1899 wurde ein Automobil mit Hybridantrieb unter dem Namen La Cuadra in Barcelona gebaut. Dieses gab es sowohl mit Elektromotor als auch mit einem zusätzlichen 5-PS-Verbrennungsmotor, der einen Generator für die Akkus antrieb.


HH-Eppendorf

22.07.2014 - 20:25 Uhr

Die Studie ist vom ADAC. Soll ich was zu den Ergebnissen sagen? Schon geschmäcklerisch. Dass plug-in Hybride in der Praxis höhere Verbräuche haben als auf dem Prüfstand, sollte jedem klar sein. Aber wo sind die Ergebnisse der in der Headline gescholtenen Hybride?


Alexander Finke

23.07.2014 - 00:16 Uhr

Leider mal wider BILD Niveau. AH, das ist ein peinlicher, polemischer Lückenfüller!!


Signum67

23.07.2014 - 08:40 Uhr

....bereits 1999 ist Honda mit dem Insight gestartet und hat in Folge viele Mild-Hybride angeboten. Civic + Jazz Hybrid, Insight und CR-Z.Ebenso ist Toyota mit seinen Voll-Hybriden zu nennen.Das Problem sind die praxisfremden Messbedingungen - gerade bei Verbrauchsaffinen Kunden die über Hybridfahrzeuge nachdenken - führt dieses natürlich vermehrt zu Diskussionen.Aber wir haben ja den Handel-der klärt das schon, der Hersteller hat da ja schon geliefert und fakturiert ^^


Thommy K.

23.07.2014 - 09:02 Uhr

Oh, Wunder ...die Werte weichen von den Werksangaben ab .. Die Abweichung liegt an den gestzl vorgeschriebenen Bedingungen ...Die Hersteller nutzen das natürlich aus und testen mit für diese Tests optimerten Fahrzeugen (Schmale Bereifung,keine Verbraucher wir Klima oder ähnliches , beste Straßenbedingungen , beste Umweltbedingungen ) ..Wer tatsächlich glaubt das das "echte" Werte sind , der liest auch die Autobild und ist Mitglied im ADAC weil die so neutral sind ...


A. Aslau

23.07.2014 - 09:40 Uhr

Wieder einmal eine schwachsinnige Auswertung !Zum einen haben sich die Hersteller diesen auf einem Rollenprüfstand zu ermittelnden Zyklus/Verbrauchstest nicht ausgesucht. Zum zweiten sind die Zugeständnisse, WIE man auf diesem Prüfstand messen darf, einfach nur idiotisch. Der CW-Wert wird mangels nicht vorhandener Windverdrängung nebensächlich, Außentemperatur u. Luftfeuchtigkeit sind Optimalwerte, die einfachste Ausführung mit schmalstmöglich zugelassener Bereifung darf vorfahren und Radio, Licht und Klima bleiben aus.Zudem die "Belastung" - wenn man dasa überhaupt so nennen soll - minimal ist. Fährt man auf der Autobahn in der Ebene humane 125 km/h, hört Radio und hat wegen der Dämmerung Licht und ab und zu mal die Klimaanlage an, wird der tatsächliche Verbrauch wohl erheblich höher liegen, als 10% gegenüber der Messung !Aber ist das NEU ???? Absolut NEIN !!Nach über 15 Jahren sollte auch der letzte Depp wissen, das die angegebenen Verbrauchswerte "nicht Bestandteil des Angebotes" sind, wie es im Prospekt so schön heißt. Wer sich anschließend auf "nichtwissen" beruft, hat den Knall nicht gehört......Erinnert mich an den Raucher, der mit 36 als Kettenraucher krepiert ist und nun beruft sich die Witwe darauf, das er nicht wußte, das er seine Gesundheit schädigt :-))))) Wie gut, das es SOLCHE Urteile wie in den USA aber niemals bei uns geben wird.Eine vernünftige Verbrauchsangabe wird es allerdings nie geben. Fahrweise, Fahrzeugausrüstung, Topographie, klimatische Verhältnisse etc. sind zu unterschiedlich, um das auf einen Punkt zu bringen.


d. Buschhorn

23.07.2014 - 09:56 Uhr

Ich weis nicht wie die 0,4 Prozent beim Kia errechnet wurden. Kia gibt im Prospekt einen Normverbrauch von 5,1 Ltr/100 Km an. Test in Auto-Motor-Sport liegen bei 6,0 und im US-Messverfahren bei 6,4 Ltr/100 Km.Dafür ist der Kia ein Mild-Hybrid mit max. 3 Km E-Reichweite.Schuld sind wie bereits angeführt die praxisfremden Messbedingungen. Mein Volvo V60 benötigt im reinen Dieselbetrieb im Schnitt 6,0 Ltr/100 Km und im reinen E-Betrieb 23 kWh/100 Km. Im Hybridbetrieb mit beiden Systemen liegen jeweils zwischen 2,5 und 4,0 Ltr/100 Km im normalen Fahrbetrieb an.Zusätzlich zum Kraftstoffverbrauch werden rund 8,5 kWh aus dem Akku entnommen.Damit liegen die " Kraftstoffkosten " ( Diesel u. Strom )zwischen 5,50 und 7,50 €/100 Km.Aufklärung tut Not, aber der Handel verfügt leider hier mit den Hybriden nicht über die notwendigen Erfahrungen.Generell Hybriden ja für tägliche Fahrten im 50 Km Bereich aber nicht für Vielfahrer, die sind auf der Kostenseite mit einem " normalen " Diesel besser bedient.


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!

-- Anzeige --

WEITERLESEN




NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.