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Studie zu Sonderausstattung: Unbeliebte Technik-Features

Investieren Autohersteller Milliarden in neue Techniken, die Autokäufer gar nicht haben wollen und auch nicht benutzen? Eine Unternehmensberater-Studie legt das nahe
© Foto: Daimler

Investieren Autohersteller Milliarden in neue Techniken, die Autokäufer gar nicht haben wollen und auch nicht benutzen? Eine Unternehmensberater-Studie legt das nahe.

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Vernetzung mit Smartphone und Internet, Assistenzsysteme oder andere Technik-Features: Der Wettkampf um die Technologie-Führerschaft im Automobilbau wird seit einigen Jahren auch auf diesem Feld ausgefochten. Nach den Ergebnissen des "Drive Reports" der amerikanischen Unternehmensberatung J.D. Power, für den 4.200 Autobesitzer bis zu 90 Tage nach dem Autokauf befragt wurden, ist das für die Endkunden allerdings ziemlich uninteressant.

20 Prozent der Neuwagenkäufer haben drei Monate nach dem Erwerb des Fahrzeugs rund die Hälfte der angebotenen elektronischen Helferlein noch nicht einmal ausprobiert. Fünf Extras waren dabei besonders unbeliebt: "Noch nie benutzt" gaben 43 Prozent beim "Concierge-Service" an, der beispielsweise Restaurants in der Nähe empfiehlt. Auch der mobile Router, der Wlan-Zugang im Auto ermöglicht, kam nicht gut an (38 Prozent "noch nie benutzt"), ebenso wie automatisches Einparken (35 Prozent), Head-up-Display (33 Prozent) oder Fahrzeug-Apps.

In ihrem nächsten Fahrzeug würde jeder fünfte Autokäufer (20 Prozent) gerne auf diverse dieser Hightech-Merkmale verzichten, darunter auch Apple Carplay oder Google Android Auto, mit dem Smartphones mit dem Fahrzeug vernetzt werden können. Wer nun meint, das hinge mit dem relativ hohen Alter der Neuwagenkäufer zusammen, irrt: In der Generation Y – die Berater fassen darunter zwischen 1977 und 1994 Geborene – wollen sogar 23 Prozent auf die Gimmicks verzichten, insbesondere auch auf Konnektivitäts-Technik. Der meistgenannte Grund für die Ablehnung über alle Befragten hinweg war: "Ich finde es nicht nützlich."

Das Fazit der Berater: "Oftmals wollen die Autobesitzer lieber ihr Smartphone oder Tablet benutzen", so Kristin Kolodge von J.D. Powers. "Damit kennen sie sich aus und es funktioniert präzise." Deshalb sei die Bedienerfreundlichkeit für die Autobauer umso wichtiger, dabei seien die ersten 30 Tage entscheidend: Entweder funktioniert es auf Anhieb oder der Autofahrer nutzt einfach weiter sein Smartphone.

Händler müssen Technik erklären

Ein wichtiger Ansatzpunkt für die Hersteller hat sich darüber hinaus herauskristallisiert: Autokäufer, denen der Händler die Funktionen nicht erklärt hat, nutzten sie auch eher nicht. "Autobauer sollten das Personal der Händler darin schulen, wie sie dem Kunden die Technik möglichst gut nahebringen", empfiehlt Kolodge. (sp-x)

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KOMMENTARE


Michael Kühn

28.08.2015 - 13:28 Uhr

Viele Technik-Features benötigt man wirklich nicht ! Es gab einmal eine Zeit, in der man von Auto zu Auto umsteigen konnte, ohne vorher ein Studium absolvieren zu müssen. - Und heute ??? - Man sollte immer bedenken, wieviel Zeit man denn nun tatsächlich im Auto verbringt, also Std. innerhalb von 24 Std. - MK


Jean luc

28.08.2015 - 21:53 Uhr

in meinen Augen wollen die Hersteller eh nur spionieren und "horch&guck" spielen. Eine Spielerei von 23-jährigen Ingenieuren, die in ihrer Kindheit zu viel vor der PlayStation gesessen haben, anstatt dessen an der frischen Luft zu spielen. Und jetzt meinen diese, die Welt wäre wie sie: "Nerds"


Christopher Bürger

29.08.2015 - 13:03 Uhr

Ich verstehe irgendwie die Schlussfolgerung "Unbeliebte Technik-Features" in diesem Text nicht, da die Fakten in dem Text nur verdreht argumentiert werden:"20 Prozent der Neuwagenkäufer haben drei Monate nach dem Erwerb des Fahrzeugs rund die Hälfte der angebotenen elektronischen Helferlein noch nicht einmal ausprobiert." ...das heißt auch: 80% - also die erdrückende Mehrheit - hat schon mehr als die Hälfte ausprobiert."In der Generation Y – die Berater fassen darunter zwischen 1977 und 1994 Geborene – wollen sogar 23 Prozent auf die Gimmicks verzichten, insbesondere auch auf Konnektivitäts-Technik." ...das heißt auch: 77% dieser Generation - also wiederum die erdrückende Mehrheit - wollen nicht darauf verzichten. Da sieht man wieder, wie irreführend schlechte Überschriften sein können. Und wie der Verfasser dieses Artikels versucht seine Meinung durchzudrücken...


Frank E.

29.08.2015 - 15:15 Uhr

Schlimm finde ich selbst "alte" Ausstattungen, die einfach nur "drin" sind und so in der Ausstattungsliste angepriesen werden können, aber schlecht umgesetzt sein. Beispiel Tempolimiter statt Tempomat. Finde ich bei Verkehr langesamer als die Höchstgeschwindigkeit praktisch - im Mercedes. Hier kann ich mein Limit wie beim Tempomat gem. der aktuellen Geschindigkeit setzten und dann nachjustieren. Zuerst in der Stadt bei Tempo 30, danach auf der Autobahn mit Tempolimit bei 120 km/h. In C5 kann ich das Tempo nicht "setzen", sondern muss das Limit mit der +/- Taste von 30 auf 120 hoch tippen und dann wieder runter und dabei auf das kleine Display schauen. Maximale, unnötige Ablenkung von der Straße. Setzen, sechs. Warum kann der Tempomat bei Citroen mit Automatik sein Tempo bergab nicht halten? Gas geben kann er. In den Motor eingreifen, dass er nicht schneller wird aber nicht.... Bei Wischerautomatik sollte für den Kunden eine Rückfallmöglichkeit zum Intervall vorgeschrieben sein, wenn die Wischer dauernd auf trockenen Scheiben heißlaufen und die Werkstatt mit der Schulter zuckt. Im Endeffekt muss ich das vorher alles mal getestet haben, bevor ich mich entscheide, ob ich für neue Features Geld ausgeben möchte. Ärgerlich ist es ja, wenn ich dicke Aufpreise zahle, und die Ausstattung dann nicht nutzbar ist.


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