Trotz des Neuwagenbooms infolge der Umweltprämie sehen die Bundesbürger die Autobranche durch die Wirtschaftskrise dauerhaft geschwächt. Das geht aus einer repräsentativen Umfrage hervor, die das Marktforschungsinstitut Harris Interactive am Montag veröffentlichte. Demnach erwarten drei von vier Deutschen (74 Prozent), dass der Bereich "Automobil" die Auswirkungen der Rezession am heftigsten zu spüren bekommt. Selbst die Finanzsparte als eigentlicher Krisen-Auslöser schneide mit 62 Prozent noch besser ab, hieß es. Als größte Verlierer innerhalb der Autobranche haben die Deutschen Porsche und Opel ausgemacht. Jeweils mehr als zwei Drittel meinen, dass die beiden Marken nicht zur alten Stärke zurückfinden werden. Aber auch bei Mercedes-Benz (61 Prozent) und BMW (56 Prozent) glauben die Befragten mehrheitlich, dass die Hersteller geschwächt bleiben werden. Am wenigsten negativ werden die Zukunftsaussichten von VW (36 Prozent), Renault (35 Prozent) und Toyota (33 Prozent) beurteilt. Aus Sicht der Bundesbürger wird den deutschen Anbietern die Nachfrageverlagerung zum Verhängnis. Während künftig sparsame und umweltfreundliche Fahrzeuge erwünscht seien, würden deren Stärken vor allem in den Bereichen Innovation, Technologie und Dynamik wahrgenommen, hieß es. Entsprechend groß schätzen die Deutschen den Nachholbedarf der heimischen Autobauer bei Sparsamkeit (40 Prozent) und Umweltfreundlichkeit (33 Prozent) gegenüber der ausländischen Konkurrenz ein. Ein Drittel sieht aber auch bei der Kundenorientierung noch Luft nach oben. Für die Studie befragte Harris Interactive im Juli 830 Bundesbürger über ein Online-Panel. (rp) Weitere Details sind unten in der Downloadbox abrufbar.
- Harris-Studie Krisenverlierer (84.0 KB, IMAGE/GIF)