US-Autoindustrie: Ruf nach staatlicher Hilfe wird lauter

09.09.2008 03:29 Uhr
Zinsgünstige Kredite: GM, Ford und Chrysler haben den politischen Druck erhöht.
© Foto: ddp / Marcus Brandt

Die verlustreichen Hersteller General Motors, Ford und Chrysler wollen sich Medienberichten zufolge möglichst noch vor der Präsidentschaftswahl im November zinsgünstige Kredite von bis zu 50 Milliarden Dollar sichern.

Die verlustreichen US-Autobauer General Motors (GM), Ford und Chrysler drücken bei ihrem Ruf nach staatlichen Hilfen in Milliardenhöhe aufs Tempo. Die Hersteller wollen sich laut US-Medien möglichst noch vor der Präsidentschaftswahl im November zinsgünstige Kredite von bis zu 50 Milliarden Dollar sichern. Nach dem Ende der Sommerpause in Washington haben die Konzerne in dieser Woche demnach ihren politischen Druck nochmals erhöht. Ford-Chef Alan Mulally zeigte sich zuversichtlich, dass der Kongress schnelle und umfangreiche Hilfe genehmigen könnte. Mit den Krediten wollen die Autobauer die Entwicklung sparsamerer Autos finanzieren und schneller vorantreiben. Viele Politiker seien überzeugt, dass mehr Geld diesen Wandel beschleunigen könnte, sagte Mulally dem "Wall Street Journal" zufolge am Montag (Ortszeit). Die zwei Präsidentschaftsbewerber John McCain und Barack Obama haben im Wahlkampf ihre grundsätzliche Unterstützung signalisiert. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Hersteller im Rahmen eines Energiegesetzes 25 Milliarden Dollar zugesagt bekommen, die allerdings noch nicht ausgezahlt wurden. Angesichts der rasanten Talfahrt besonders auf dem US-Automarkt wollen die Konzerne nun rund doppelt so hohe billige Kredite. Am Finanzmarkt müssten sie dafür wegen ihrer Schieflage weit höhere Zinsen zahlen als bei staatlich subventionierten Darlehen, die der US-Steuerzahler finanziert. Die Hersteller hatten immer wieder Insolvenzgerüchte dementieren müssen. Die Unterstützung der öffentlichen Hand für die Autobranche wäre bereits die dritte große Rettungsaktion im Zuge der Kredit- und Konjunkturkrise in den Vereinigten Staaten. Mit staatlicher Hilfe wurde in diesem Jahr schon die notleidende Investmentbank Bear Stearns zwangsverkauft. Gerade erst übernahm der Staat zudem die Kontrolle der beiden größten Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac mit enormen Geldspritzen von zunächst bis zu 200 Milliarden Dollar. (dpa)

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

Phaeton

09.09.2008 - 15:20 Uhr

Und wieder wird Missmanagment von unfähigen Automanagern durch den Steuerzahler getragen. Hier in Deutschland ist es auch nur noch eine Frage der Zeit bis die Automobilkonzerne nach staatlicher Unterstützung rufen.


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


Auto News für die Automobilbranche: AUTOHAUS ist eine unabhängige Abo-Fachzeitschrift für die Automobilbranche und ein tagesaktuelles B2B-Online-Portal. AUTOHAUS bietet Auto News, Wirtschaftsnachrichten, Kommentare, Bilder und Videos zu Automodellen, Automarken und Autoherstellern, Automobilhandel und Werkstätten sowie Branchendienstleistern für die gesamte Automobilbranche. Neben den Auto News gibt es auch Interviews, Hintergrundberichte, Marktdaten und Zulassungszahlen, Analysen, Management-Informationen sowie Beiträge aus den Themenbereichen Steuern, Finanzen und Recht. AUTOHAUS bietet Auto News für die Automobilbranche.