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US-Studie: Neuwagenqualität stark verbessert

Neuwagenqualität: Jaguar auf dem Vormarsch.
© Foto: Jaguar

Aus Sicht der US-Kunden produzieren die Autohersteller höherwertige Fahrzeuge als je zuvor. Die Käufer berichten aber zunehmend über Probleme mit elektronischen Geräten.


Datum:
21.06.2012
2 Kommentare

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Die Autohersteller produzieren aus Sicht der US-Kunden höherwertige Fahrzeuge als je zuvor. Wie das renommierte Marktforschungsinstitut J.D. Power auf Basis der "Initial Quality Study 2012" (IQS) meldete, hätte die Industrie die stärksten Verbesserungen in der Neufahrzeugqualität seit 2009 verzeichnet. Die NW-Käufer berichteten im Branchenschnitt von 102 Problemen pro 100 Fahrzeuge. Im vergangenen Jahr waren es noch 107 Defekte.

In fast allen Bereichen hätten sich Verbesserungen im Jahresvergleich gezeigt, so die Marktforscher. Ausnahme: Probleme mit Multimedia- und Infotainmentsystemen legten gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent zu. Damit setze sich der Trend der vorangegangenen Analysen fort, hieß es. Die Zahl der Fehlermeldungen in dieser Kategorie stiegen seit 2006 um 45 Prozent, während andere Bereiche im Schnitt um 24 Prozent besser wurden.

"Erstmals in der 26-jährigen Geschichte der Studie berichten Besitzer über mehr Probleme im Zusammenhang mit Audio-, Unterhaltungs- und Navigationssystemen als in jedem anderen Fahrzeugbereich", sagte J.D.-Power-Autoexperte David Sargent. Dies sei zum Teil dem rasanten Anstieg neuer Techniken wie etwa Spracherkennung in Massenmodellen geschuldet. So sei die Anzahl der gemeldeten Mängel mit werkseitig installierten Freisprechanlagen in den vergangenen vier Jahren um 137 Prozent gestiegen.

Weitere interessante Ergebnisse: Von den 34 in der IQS 2012 bewerteten Herstellern legten 26 gegenüber 2011 zu, fünf waren schwächer. Eine Marke blieb unverändert. 65 Prozent der 185 Modelle, die sowohl in der IQS 2011 als auch 2012 beurteilt wurden, verbesserten sich. Die durchschnittliche Qualität der komplett neuen oder überarbeiteten Wagen kletterte im Vergleich zu 2011 um zwölf Prozent.

Qualitätssprung bei Jaguar

Auf Markenebene glänzte erneut Lexus. Die Edeltochter von Toyota verteidigte mit durchschnittlich 73 gemeldeten Problemen pro 100 Wagen den Spitzenplatz aus dem Vorjahr. Mit jeweils 75 Defekten folgten Jaguar und Porsche punktgleich auf Rang zwei. Jaguar verbuchte den größten Qualitätssprung in der Studie – die Probleme gingen um 39 pro 100 Wagen zurück und katapultierten die britische Marke von Platz 20 nach vorne. Cadillac (80/100) und Honda (83/100) komplettierten die den ersten Fünf der IQS 2012.

Während Mercedes-Benz (96/100) und BMW (97/100) sich im oberen Drittel des Markenrankings behaupten konnten, schnitt Audi mit 105 Problemen je 100 Fahrzeugen schlechter als die Gesamtbranche ab. VW verbesserte sich zwar gegenüber dem Vorjahr, lag aber mit 124 Mängeln pro 100 Autos noch immer im Hinterfeld. Die Fahrzeugqualität war laut Studie auf dem Niveau von Dodge und Mitsubishi. Auf dem geteilten letzten Platz rangierten Smart und Fiat (151/100).

Modellebene: 14 Marken ausgezeichnet

Von den 21 Segmentauszeichnungen auf Modellebene erhielten Ford und Lexus je drei. Jeweils zwei Titel gingen an Infiniti, Nissan und Toyota. Bei den gehobenen Sportwagen sicherte sich der Porsche 911 mit 44 Problemen pro 100 Modellen – dem niedrigsten Wert seit Überarbeitung der Studie im Jahr 2006 – den Spitzenplatz. Die restlichen Siege fuhren Buick, Cadillac, Chevrolet, GMC, Honda, Kia, Mazda und Volvo ein. "In der Geschichte der Studie ist dies erst das zweite Mal, dass so viele Marken eine Auszeichnung bekommen", betonte Sargent. Dies zeige, wie weit hohe Qualität unter den Autoherstellern verbreitet sei.

Die IQS dient der Branche als Richtwert für die Qualität neuer Fahrzeuge 90 Tage nach Auslieferung an den Fahrzeughalter. Die aktuelle Ausgabe basiert auf einer Befragung von mehr als 74.000 Käufern und Leasingnehmern neuer Pkw und leichter Nutzfahrzeuge des Modelljahres 2012. (rp)

Weitere Details zur IQS 2012 sind unten in der Downloadbox abrufbar.

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KOMMENTARE


Urs Kniesch

21.06.2012 - 15:06 Uhr

102 Probleme bei 100 Fahrzeugen - man stelle sich diese Relation einmal bei einer Schweizer Armbanduhr vor!


Mark Jensen

22.06.2012 - 11:03 Uhr

Die Aussagen der J.D. Power Studien sind - gerade für den US-Markt und beim Thema Qualität - mit Vorsicht zu genießen. In der Bewertung wird auch eine Fehlbedienung des Nutzers, die zu einem (vermeidbaren) Werkstattbesuch geführt hat, als "Qualitätsmangel" oder "Problem" gewertet. Und gerade beim Thema Infotainment sind "Probleme" durch Fehlbedienungen mangels Erfahrung mit der Fülle der neuen Systeme (welch Wunder bei einem neu gekauften Fahrzeug) wohl eher die Regel als die Außnahme. Der amerikanische Kunde sieht einen Fehler durch falsche Bedienung eher ursächlich beim Hersteller als bei sich selbst. Eine kulturelle Eigenart, deren Ergebniss die manigfachen Warnhinweise in Fahrzeugen für den US-Markt sind - damit der Hersteller im Zweifelsfall belegen kann, der Kunde wäre ja explizit gewarnt gewesen (das die Tür nicht während der Fahrt geöffnet werden sollte).


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