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Vernetztes Fahrzeug: IT-Berater sehen Bedeutung der Autobauer schwinden

Experten: Das Einbinden von Fahrzeugen ins mobile Internet wird die Autohersteller stark herausfordern.
© Foto: Spies Hecker

Das Internet drängt in die Welt der Autofahrer. Experten prognostizieren einen großen Umbruch. Die Fahrzeugbranche sei bald stark vom Know-How der IT-Industrie abhängig.


Datum:
07.09.2012
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Das Einbinden von Fahrzeugen ins mobile Internet wird die Autohersteller aus Sicht des IT-Marktforschers Gartner stark herausfordern und die Machtverhältnisse in der Branche neu verteilen. "Ich gehe davon aus, dass die nächsten 15 bis 20 Jahre mehr Veränderung für die Autoindustrie bringen als die letzten 100 Jahre", sagte Gartner-Analyst Thilo Koslowski am Freitag in Stuttgart.

Beim Zukunftstrend des vernetzten Fahrzeugs gehe es nicht darum, einen "Computer auf Rädern" zu entwickeln. Eher müsse die Anbindung ins Netz für ganz neue Produkte genutzt werden, die den Autofahrern Mehrwert böten. Das könnten etwa Lösungen für das Bezahlen an Tankstellen sein, intelligente Navigation, das Reservieren von Parkplätzen oder die Übertragung von Nachrichtenangeboten, die sich nach den Vorlieben des Fahrers richten. Auch eine automatische Anpassung des Terminkalenders je nach aktueller Staulage sei denkbar.

Der Gartner-Experte spricht über etwas, das teilweise in einem Feldversuch im Rhein-Main-Gebiet seit Anfang August schon läuft. Dort sind 120 Testwagen unterwegs und tauschen über das Netz untereinander und mit einer Zentrale ständig Informationen zur Verkehrslage aus. Koordiniert wird das Projekt von Daimler. Beteiligt sind auch Opel, Audi, BMW, Ford und Volkswagen, die Zulieferer Bosch und Continental sowie die Telekom, mehrere Forschungseinrichtungen und Behörden in Hessen. Die beteiligten Wissenschaftler sprechen von einem der bisher weltweit größten Flottenversuche.

Ampeln reagieren auf Verkehrsströme

Koslowski ist überzeugt, dass die Mehrheit der Neufahrzeuge in den etablierten Automärkten Ende dieses Jahrzehnts vernetzt sein werde. Im Jahr 2023 werde auch die Infrastruktur online sein, damit etwa Ampeln intelligent auf die Verkehrsströme reagieren. Für 2025 sagt der Fachmann voraus, dass eigenständig fahrende Autos auf die Straße kommen. "Vielleicht braucht man dann gar keinen Führerschein mehr und Zwölfjährige fahren Auto. Oder man darf im Auto trinken. Oder man kann das Auto alleine Einkaufen schicken", zählte Koslowski Zukunftsszenarien auf.

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