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Vertrauliche Briefe: Frühe Warnungen vor Opel-Krise

Der frühere Opel-Aufsichtsratschef Hans Wilhelm Gäb hat schon Ende der 1990er Jahre vor dem Niedergang gewarnt.
© Foto: Roland Magunia/ddp

Der frühere Opel-Aufsichtsratschef Hans Wilhelm Gäb hat den Opel-Mutterkonzern General Motors einem "Spiegel"-Bericht zufolge schon Ende der 1990er Jahre vor dem Niedergang der deutschen Marke gewarnt.


Datum:
11.06.2012
2 Kommentare

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Der frühere Opel-Aufsichtsratschef Hans Wilhelm Gäb hat den Opel-Mutterkonzern General Motors einem "Spiegel"-Bericht zufolge schon Ende der 1990er Jahre vor dem Niedergang der deutschen Marke gewarnt. Dies geht aus vertraulichen Briefen Gäbs an GM-Chefs hervor, aus denen das Nachrichtenmagazin in einem am Sonntag vorab veröffentlichten Bericht zitiert.

So habe Gäb am 2. Dezember 1997 in einem Brief an die Konzernzentrale in Detroit beklagt, Opel drohe hinter Volkswagen zurückzubleiben und sein Image zu verlieren. Eine Marke aber, "die allein auf den Preiskampf angewiesen ist, wird zu den Verlierern gehören", heißt es in dem Schreiben. Gäb bemängelte unter anderem, neue Fahrzeug-Plattformen für Opel würden in den USA entwickelt und erfüllten nicht die Ansprüche des europäischen Marktes. Wenn man dies weiter betreibe, werde Opel "zu einer Blue-Collar-Marke ohne Image".

Am 12. September 1996 warnte Gäb demnach davor, die Sicherheit von Opel-Modellen zu vernachlässigen. Ein Jahr später wurden dem Familienmodell Sintra Sicherheitsmängel bescheinigt. Opel musste das Modell nach kurzer Zeit in Europa vom Markt nehmen. 1998 trat Gäb aus Protest gegen die Geschäftspolitik von General Motors von seinem Amt als Aufsichtsratsvorsitzender von Opel zurück. (dpa)

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KOMMENTARE


Ronny Schultz

11.06.2012 - 17:47 Uhr

Mein Chef, Opel-Vertragshändler, hat diese Prognose von H.W. Gäb Ende der 1990-Jahre genauso erstellt. Schlechte Qualität, alternde Produkte und technischer Rückstand werden Kunden nicht honorieren.Ich denke dabei an brennende Astra´s, superschnell rostende Omega´s usw. Unter der Ägide von Carl-Peter Forster ging es dann auch langsam vorwärts. Die Amis haben damals die Voraussetzungen geschaffen, Opel langsam sterben zu lassen. Und bei den jetzigen Diskussionen ist es eine Frage der Zeit, wann sie Opel endgültig das Genick brechen.


Marcel Jungmann

12.06.2012 - 14:31 Uhr

Erfreuliche Tatsache, dass immerhin einer den falschen Lauf der Marke Opel "frühzeitig" erkannt hat, nur leider hilft das jetzt niemandem. Dass die US-Mutter sich einen Großteil der Verantwortung für den Abwärtskurs von Opel anlasten darf, ist keine Neumeldung. Das sollte ja mittlerweile jedem bekannt sein. Daher ist diese Meldung auch nur der bekannte Tropfen auf den heißen Stein...


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