Vertriebsaffäre: Ex-Daimler-Manager gesteht Untreue

04.03.2009 13:49 Uhr
Eckhard Panka: "Schlussstrich" unter jahrelanges Verfahren
© Foto: Sebastian Willnow/ddp

Der frühere Vertriebschef Eckhard Panka hat am Mittwoch vor dem Amtsgericht Stuttgart die Untreue-Vorwürfe gegen ihn anerkannt. Er wurde zu 36.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Im Strafbefehl waren ursprünglich 128.000 Euro festgesetzt worden.

Der ehemalige deutsche Vertriebschef von Daimler, Eckhard Panka, ist am Mittwoch vom Amtsgericht Stuttgart wegen Untreue zu 36.000 Euro Geldstrafe verurteilt worden. Damit hatte der Ex-Manager teilweise Erfolg mit seinem Einspruch gegen einen früheren Strafbefehl in Höhe von 128.000 Euro. Panka war nicht anwesend und ließ von seinem Verteidiger erklären, er erkenne die Vorwürfe gegen ihn an. Das Strafmaß wurde auf 180 Tagessätze zu je 200 Euro festgesetzt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der 65-Jährige hatte Mitarbeiter der Bauabteilung des damaligen DaimlerChrysler-Konzerns 2001 für den Umbau seines Privathauses in München eingesetzt sowie von 2003 bis 2004 in der Finca einer Freundin auf Mallorca (wir berichteten). Die Kosten hierfür hatte Panka über den Umbau einer Münchner Filiale der Luxusmarke Maybach abgerechnet. Ende 2004 wurde er in den Ruhestand versetzt. Danach erstattete Panka seinem früheren Arbeitgeber die Kosten für den illegalen Einsatz der Bauabteilung. Von der Geldstrafe werden 8.000 Euro erlassen, da sich das Verfahren über mehrere Jahre hinzog. Durch die öffentliche Berichterstattung habe es einen "hohen Leidensdruck" auf Panka und seine Familie gegeben, sagte der Richter. Auch der Verteidiger des Ex-Vertriebschefs sagte, das Verfahren sei eine "Hypothek" gewesen und sein Mandant wolle nun einen "Schlussstrich" ziehen. Anfang Februar war bereits ein ehemaliger Bauleiter des Auto-Konzerns wegen Untreue zu einer Geldstrafe von 6.750 Euro verurteilt worden. Er war von Panka mit Arbeiten beauftragt worden und etliche Mal nach Mallorca geflogen. Der Ex-Vertriebschef war der prominenteste einer ganzen Reihe von Untreue-Fällen, die 2005 beim Stuttgarter Autobauer bekanntgeworden waren. Vor dem Amtsgericht ist das Verfahren gegen Panka nach Angaben der Stuttgarter Staatsanwaltschaft das vorerst letzte im ganzen Komplex. Ein Verfahren liege allerdings noch beim Landgericht. (dpa)

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KOMMENTARE

Otto Schmidt

05.03.2009 - 12:40 Uhr

Wie hoch ist dieser Adler geflogen und wie tief ist er abgestürtzt. Als ehemaliger Mercedes/Daimler Vertriebsmitarbeiter hat man zu diesem Mann aufgeschaut. "Sie predigen Wasser und trinken Wein". Sehr traurig.


Ralf Ehlers

05.03.2009 - 14:12 Uhr

Genau dieser Herr Panka wurde hier immer in höchsten Tönen gelobt,geradezu als 'Godfather des Vertriebes' ! Nur hat Vertrieb in-und extern zwingend mit Vertrauen zu tun ! Eine Schande für Daimler !


Karl Nümmes

05.03.2009 - 16:05 Uhr

Hurra Deutschland und ein Hurra auf unsere Justiz! Was ist das für ein Richter und was für eine Rechtssprechung, die noch als mildernd den "hohen Leidensdruck" eines Veruntreuers mit ins Urteil werfen. Da ist mir noch frisch in Erinnerung die Verkäuferin, die für 1,xx € ihren Job verlor, wo waren das die mildernden Umstände für den hohen Leidensdruck. Das ist echte Klassenjustiz! Es stimmt doch: Verbrechen zahlt sich aus!


BK

05.03.2009 - 19:19 Uhr

Hat sich selbst mit Nebeneinkommen beschert,an Überpreisen selbst mitverdient-hat sein Schäflein bestimmt im "Trockenen". Der hohe Leidensdruck ist doch egal in einer solchen Position. Aufgeschaut-ja, aber ehrlich geblieben. Der Spiegel im Badezimmer würde bei IHM beschlagen. (...) Die Villa auf Mallorca und das Haus in München müssen einfach für seinen Ruhestand reichen .....


evergreen

05.03.2009 - 19:23 Uhr

Die Redaktion das AH sollte heute den Kommentar in der Bild lesen, dann würde der Problemfall Panka eindeutig anders bewertet werden. Fünf Jahre habe ich unter diesem "---" Leistung erbringen müssen (...)


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