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Vor dem "WM-Push": Autobranche buhlt um Brasiliens neue Mittelschicht

Fußball und Autos: Die Branche erwartet von der WM 2014 in Brasilien kräftige Marktimpulse.
© Foto: UnitedPictures

Die São Paulo Motor Show gerät zum Schaulaufen der internationalen Autokonzerne. Die Marktaussichten im fünftgrößten Land der Erde sind enorm – auch wegen der Fußball-WM 2014.


Datum:
23.10.2012
Autor:
<br>Von Jan-Henrik Petermann, dpa
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Wenn Brasiliens Fußball-Star Neymar über eine Automesse schlendert, muss etwas dran sein an den Jubeleien der Manager über die Schubkraft Südamerikas. Gewiss war der Auftritt des Ballzauberers zur São Paulo Motor Show am Montag auch ein wohl kalkulierter PR-Gag. Dass Neymar bei Europas Branchenprimus VW zur Vorstellung der neuesten Version des Verkaufsschlagers Gol vorbei schaute, zeugt jedoch von der immer größeren Bedeutung des Marktes.

Brasilien gilt vielen Autobauern nicht nur als Ausweichspur im Kampf gegen die europäische Absatzkrise. Das Schwellenland wird nach Auffassung der Unternehmensberatung Roland Berger zunehmend zum "Aufmarschgelände globaler Feldzüge" beim Versuch von Anbietern aus aller Welt, Marktanteile zu erobern. Volumen-, doch immer öfter auch Oberklasse-Hersteller setzen auf das fünftgrößte Land der Erde. Und nicht zuletzt steht Brasilien mit der Fußball-WM 2014 und Olympia 2016 im Fokus der Sportwelt. Wer wollte daraus nicht Profit ziehen?

Für VW-Chef Martin Winterkorn sind die Chancen klar. "Wir erwarten uns einen Riesen-Push", sagt der Konzernlenker – und will massiv in das Sponsoring von Profi- und Amateursportlern investieren. "Gehen Sie mal durch die Parkhäuser von Fußballstadien. Da werden Sie feststellen, dass der Anteil unserer Konzernmarken größer ist."

Der erhoffte Nachfrage-Boom ist allerdings nicht allein eine Frage geschickter Werbeoffensiven. Das Brasilien-Geschäft ist für VW seit jeher ein Heimspiel, die Wolfsburger sind seit den 50er Jahren hier am Start. Nun wollen sie ihre Plattform- und Baukasten-Strategien auch in Südamerika ausrollen, neue Modelle anbieten und sich so unabhängiger von konjunkturellen Turbulenzen in einzelnen Teilmärkten machen. Bisher gelingt dies gut: Die einbrechenden westeuropäischen Verkäufe lassen sich mit Asien, Nord- und Südamerika im Lot halten.

Konkurrenz schläft nicht

Doch die Rivalen wollen dem Platzhirsch aus Wolfsburg auf den Pelz rücken. Fiat und General Motors sind in Brasilien schon lange stark vertreten, die in der Heimat heftig gebeutelten Franzosen rüsten auf. Eine inländische Pkw-Produktion, die hohe Importsteuern vermeiden hilft, ist auch beim Konkurrenten BMW nach langem Zögern nun beschlossene Sache.

Winterkorn setzt im Südwesten vorerst aufs Massengeschäft. "Zunächst wollen wir die Marke VW weiter zum Strahlen bringen." Aber mittelfristig habe man das Oberklasse-Segment in Brasilien genauso im Auge. "Nicht umsonst entscheidet sich BMW, hier reinzugehen."


São Paulo Motor Show 2012 - Impressionen

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