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VW-Chef: Europa bremst, Südamerika treibt

Winterkorn: Schwellenländer wie Brasilien, China und Russland sollen die Krise in Europa abfedern.
© Foto: Volkswagen

VW muss 2013 in Europa einen Gang herunterschalten. Produktion, Absatz, Lagerbestände – zentrale Planungen werden korrigiert. Für dieses Jahr sind die Ziele aber in Sichtweite.


Datum:
22.10.2012
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Die brenzlige Lage auf Europas Automärkten macht auch dem Branchenführer Volkswagen zunehmend Sorgen. "Die Einflüsse in Südeuropa haben uns vorsichtiger planen lassen", sagte Konzernchef Martin Winterkorn am Montag zu Beginn von Lateinamerikas größter Automesse in São Paulo. "Die Läger werden etwas runtergefahren, so dass wir den Start in 2013 hinbekommen." Unterm Strich sei die schwierige Situation auf den westeuropäischen Märkten aber weiter im Rahmen der Erwartungen. Außerdem sollen Schwellenländer wie Brasilien, China und Russland die Krise in der Heimat abfedern.

Die Ertragsziele für 2012 sieht der VW-Chef nicht gefährdet. "Wir halten an der Prognose fürs Jahresergebnis fest", bekräftigte Winterkorn. Die Wolfsburger wollen beim Betriebsgewinn die Marke von 11,3 Milliarden Euro aus dem Vorjahr halten. "Aber wir fahren sehr bewusst und beobachten genau, was passiert."

Angesichts der massiven Nachfrageschwäche in Euro-Krisenstaaten könnte China möglicherweise einen gewissen Teil der europäischen Produktion auffangen. Winterkorn nannte als Schätzwerte 500.000 Motoren und Getriebe sowie 200.000 Autos – dies werde jedoch nur erwogen, falls der Bedarf im Reich der Mitte entsprechend hoch sei.

Auch Südamerika gerate nach schwierigen Zeiten Anfang des vorigen Jahrzehnts jetzt wieder stärker ins Visier, erklärte der VW-Chef zum Start des Branchentreffens in der brasilianischen Metropole. "Langfristig muss Brasilien an die Hauptnervenstränge des Konzerns angeschlossen werden", sagte er zu den Plänen, das kostensparende Baukasten-System auf die Fertigung für den Riesenmarkt zu übertragen.

Abbau von Handelsbarrieren

Volkswagen ist bereits seit Ende der 1950er Jahre mit eigenen Werken in Brasilien vertreten. Damit können die Niedersachsen einen Teil der hohen Importsteuern umschiffen. Grundsätzlich wünsche er sich von der Regierung aber ein klares Bekenntnis zum Abbau von Handelsbarrieren, sagte Winterkorn: "Das würde vieles erleichtern." BMW soll kurz vor dem Bau einer eigenen Pkw-Fertigung in Brasilien stehen, Daimler produziert dort dagegen derzeit nur Nutzfahrzeuge. Auch die deutschen Hersteller Porsche und Audi stellten ihre Autos in São Paulo aus.

In Brasilien will VW künftig mit zusätzlichen Modellen punkten. Der Konzern präsentierte zur Messe eine Studie des Mini-Geländewagens Taigun. "Es ist ein Fahrzeug, das hier gut reinpassen kann", meinte Vertriebsvorstand Christian Klingler. Falls sich das Unternehmen zu einer Serienfertigung entschließt, könnte der Wagen jedoch weltweit angeboten werden – nicht nur in Südamerika. Klinglers Angaben zufolge ist Brasilien für die Kernmarke VW-Pkw mittlerweile der nach China zweitgrößte Absatzmarkt. Konzernweit liegt das Land auf Rang drei. (dpa)

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