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VW-Übernahmeschlacht: Ermittlungen gegen Porsche SE-Aufsichtsräte

Neue Wendung im Wirtschaftskrimi um die Übernahmeschlacht von Porsche und VW.
© Foto: David Hecker/ ddp

Die Nachwehen des Machtkampfes zwischen Porsche und VW treffen nun auch den bekanntesten deutschen Autoclan: Die Staatsanwälte haben Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche im Visier. Sie sind nicht die Einzigen.


Datum:
12.02.2013
Autor:
<br>Von Antonia Lange und Heiko Lossie, dpa
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Erstmals zieht die Übernahmeschlacht zwischen Volkswagen und der Porsche-Holding PSE auch den VW-Patriarchen Ferdinand Piëch in den Strudel staatsanwaltschaftlicher Ermittlungen. Mehr noch: Der vor rund fünf Jahren begonnene Wirtschaftskrimi erfasst nun den kompletten früheren Aufsichtsrat der Porsche-Dachgesellschaft PSE. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat inzwischen alle Mitglieder des Gremiums im Visier, die zur heißen Phase des Machtkampfes 2008 als Kontrolleure der PSE beteiligt waren. Das sagte ein Sprecher der Anklagebehörde am Dienstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart.

Grund sei der Verdacht auf Beihilfe zur Marktmanipulation, mit der Anleger womöglich getäuscht worden seien. Als Maximum im Strafmaß drohen dabei knapp vier Jahre Gefängnis. Namen nannte der Sprecher zwar nicht, er betonte jedoch, dass kein Aufsichtsratsmitglied ausgenommen sei. Wie die PSE auf Anfrage bestätigte und wie aus dem damaligen Geschäftsbericht hervorgeht, ist unter den Betroffenen neben VW-Patriarch Ferdinand Piëch auch dessen Cousin Wolfgang Porsche.

Laut Geschäftsbericht mit Stand Ende Juli 2008 gehörten damals außerdem Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück dazu sowie Hans Baur, Ulrich Lehner, Wolfgang Leimgruber, Hans Michel Piëch, Ferdinand Oliver Porsche, Hans-Peter Porsche, Hansjörg Schmierer, Walter Uhl und Werner Weresch. Die betroffenen Aufsichtsräte waren am Dienstag nicht zu sprechen. Die Pressestelle der PSE erklärte sich für allein zuständig, wollte aber vorerst nichts zu den Vorwürfen sagen. Man könne die Situation noch nicht einschätzen, erklärte ein Sprecher.

Auch früherer Firmensprecher verdächtigt

Zudem nimmt die Behörde einen weiteren damaligen Porsche-Manager ins Visier: Auch gegen den Ex-Unternehmenssprecher Anton Hunger wird wegen desselben Verdachts ermittelt, wie Hunger der dpa bereits am Montag bestätigt hatte.

Hintergrund ist der spektakulär gescheiterte Versuch von Porsche, die Macht beim wesentlich größeren VW-Konzern zu übernehmen. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass damals Anleger und Finanzwelt gezielt hinters Licht geführt wurden, als 2008/09 die heiße Phase der Übernahmeschlacht tobte.

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