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VW-Umbau: Audi-Chef Stadler muss sich bewähren

Trotz großer Erfolge steht Audi-Boss Stadler unter Druck.
© Foto: Lukas Barth/ ddp

Eigentlich läuft es für Rupert Stadler wunderbar. Audi verdient prächtig und sitzt BMW im Nacken. Und doch ist der Chef der VW-Nobelmarke arg unter Druck. Vieles geht den Mächtigen in Wolfsburg zu langsam.


Datum:
03.09.2012
Autor:
<br>Von Sebastian Raabe und Jan-Henrik Petermann, dpa
8 Kommentare

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Eigentlich läuft es für Rupert Stadler wunderbar. Audi verdient prächtig und sitzt dem Erzrivalen BMW im Nacken. Und doch ist der Chef der VW-Nobelmarke arg unter Druck. Vieles geht den Mächtigen in Wolfsburg zu langsam. Zu wenig aggressiv sei Stadler. Echte technische Innovationen müsse man lange suchen. Die Sorge ist groß, die bayerische Tochter könne den "Vorsprung durch Technik" verspielen, mit dem die Ingolstädter ihre Produkte weltweit bewerben. Die Langmut der Mutter jedenfalls scheint aufgebraucht. Stadler, sagen manche in der Konzernzentrale, sei inzwischen auf Bewährung.

VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh weist die Kritik an Stadler zurück. "Rupert Stadler zählt zu unseren herausragendsten Vorstandsmitgliedern. Er ist nicht nur Audi-Chef, sondern auch Konzernvorstand", teilte Osterloh am Sonntag mit. "Wir planen langfristig mit Stadler."

Vor wenigen Monaten kündigte VW einen massiven Führungsumbau an. Mehr als 30 Top-Positionen werden getauscht. An Stadler selbst ist das große Revirement zwar vorbeigegangen – doch um ihn herum ist fast nichts mehr wie es war. Seit 1. September hat er gleich drei neue Vorstände. Neben VW-Marketingleiter Luca de Meo (Vertrieb) und Einkaufsexperte Bernd Martens (Beschaffung) kommt auch der bisherige Bentley- und Bugatti-Chef Wolfgang Dürheimer (Entwicklung). Alle drei gelten als Vertraute von VW-Boss Martin Winterkorn.

Der war selbst mal Audi-Chef, genauso wie der fast allmächtige VW-Patriarch und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch. Stadler gilt manchen Beobachtern schon deshalb als ein Nachfolgekandidat für die Konzernspitze. "Es gibt bei uns zwar eine Tradition, aber das ist noch lange kein Brauchtum", sagte Stadler in einem Interview selbst zu dieser Nachfolge-Logik. Eine andere Tradition ist die technische Vorreiterrolle von Audi. Im Konzernverbund, aber auch im Wettbewerb mit Mercedes-Benz und dem bayerischen Erzrivalen BMW.

Große Trends verpasst

Dahin haben die Ingenieure Piëch und Winterkorn die VW-Tochter gebracht. Beide sind Techniker mit Leib und Seele. Sie kennen jede Schraube und sind vor allem bei Entwicklern gefürchtet. Unter der Führung des studierten Betriebswirts Stadler habe Audi aber gerade hier nachgelassen. Den Trend zum leichten Werkstoff Karbon habe Audi – einst dank der Aluminium-Karosse Vorreiter beim Leichtbau – verpasst. Bei der Elektromobilität sei sogar VW weiter, beim Thema Hybrid fahre Audi ebenfalls hinterher, sagt Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer.

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KOMMENTARE


A. Aslau

03.09.2012 - 12:08 Uhr

Hugh - Herr Dudenhöffer hat gesprochen und weiß als einziger, was bei Audi falsch läuft. Man was ist das lächerlich - der Mann soll sich z.B: mal die originalen "TOP-GEAR" Sendungen anschauen oder echte Fachpresse lesen, was da der Hersteller in puncto Optik und Verarbeitung sowie Technik für ein standing hat. Und ob Mercedes wegen der A-Klasse an Audi vorbei fährt können wir mal beobachten. Im übrigen arbeite ich nicht bei Audi und fahre keinen. Komme aber aus der Branche und kann realistisch einschätzen. Aber bestimmt liege ich falsch, wenn ich anderer Meinung bin wie Herr Dudenhöffer.


Hugo Fröbel

03.09.2012 - 16:27 Uhr

Genauso ist es. Herr Dudenhöfer hat leider wieder mal die Realität nicht ganz erfasst. Audi kommt immer näher. Und wenn das Design doch so gleich ist, bleibt die Frage beim Kaufgrund Nummer eins, warum Audi weiter zulegt. Zudem ist man bei der Gesamtverarbeitung, besonders im Interieur seit Jahren das Maß der Dinge. Das Audi weiter am Ball bleiben muss, dürfte allen klar sein.


J.H

03.09.2012 - 17:04 Uhr

Einfach nur schön


paul hess

04.09.2012 - 09:08 Uhr

Ich kann und konnte noch nie verstehen was Herrn D. in den Olymp des Orakels der Automobilwelt gehoben hat. Ich denke der Markt und die Konzernleitung wird es zeigen und regeln.


Heinz Heino

04.09.2012 - 09:31 Uhr

Ist in dem Fall doch egal wer diese Aussagen getroffen hat. Er hat damit trotzdem Recht. 1. Das Design kommt bei weitem nicht mehr so gut bei den Kunden an wie das alle immer meinen. 2. Hört man tatsächlich seit langem nichts mehr von irgendeiner Innovation aus Ingolstadt- die Marke "schlummert" eher so dahin. 3. Die Arroganz der Audi Belegschaft vergrault sehr viele Kunden- was uns wiederum freut :-) 4. hat mir letztens ein Insider erzählt, dass es für Audi in USA mal richtig schwierig ist die Autos zu verkaufen. Alles in allem passt der Audi Anzug zwar immer noch- das möchte ich gar nicht bestreiten. Aber Glanz und Gloria fehlt bei Audi schon sehr.---ist halt doch nur ein VW!!!! :-) Servus


K. Wempe

04.09.2012 - 09:31 Uhr

In Sachen Design Einschätzung muss ich Herr Dudenhöffer mal ausnahmsweise Recht geben. Schauen Sie sich mal einen 15 Jahre alten A4 an und denken Sie sich Single Farme und LED Leuchten dazu - fertig. Natürlich sind die Autos heute größer und runder, das grundsätzliche Design hat sich aber nicht verändert. Da bieten BMW und Mercedes mehr Veränderung (Abwechslung). Die Auto Bild hatte im Frühjahr mal den Kommentar eines Redakteurs abgedruckt unter dem Resumee "Audi braucht einen Bangle". @ Hugo Fröbel: 85% aller Audi sind Flottenfahrzeuge. Glauben Sie da kann der Fahrer mitreden? Natürlich wird der Audi gerne genommen, da die billige VW Technik hier größte Spielräume einräumt in Sachen Restwertgestaltung/Leasingrate. In Sachen Interieur haben Sie Recht, gerade das reduzierte Innendesign des neuen A3 ist wohltuend minimalistisch. Den "Vorsprung durch Technik" kann ich nicht ausmachen, ein Golf oder Passat bietet hier kaum weniger. Nicht nur deswegen versucht Audi jetzt sich über die Multimedia Kompetenz abzugrenzen. @ A. Aslau: Ob man Top GEAR unbedingt als Referenz nennen sollte...? Die Motor Presse hat ihre Lieblinge, neben den echten Premiumherstellern wie BMW und Daimler auch die Produkte der Volkswagengruppe. Sie hat die letzten 20 - 30 Jahre ihre Leser zu Spaltmaß- und Haptikfanatikern mutieren lassen. In jeder Ausgabe je 5 - 6 Mercedes, BMW, Audi und VW. Berichterstattung ohne Ende, nur wegen Facelift Kleinigkeiten oder "Zukunftsmusik". Normalo Marken wie Ford, OPEL, FIAT oder Renault führen ein Schattendasein. Ein Paradebeispiel dafür, wie die Medien Meinungsbildung beeinflussen. Es gibt (junge) Leute die glauben sogar, dass Audi eine (technisch) eigenständige Marke ist. Die nächste Innovation von Audi ist wahrscheinlich die Adaption eines Konzernkühlergrills von MAN oder Scania. Wie auch immer, Audi ist designtechisch in eine Sackgasse eingebogen. Erst einmal weiter fahren oder sofort umdrehen?


Gerdi Hellmann

04.09.2012 - 13:06 Uhr

"Die Kraft ruht in der Einsamkeit des Strebens in sich selbst. Streben zu Höherem kann nur der sich selbst Beschränkende. - Eremitage des Alltagslebens." Ernst Wiechert (1887-1950) Paßt auf Audi, die VW-Oberen, Herrn Piech und auf Herrn Stadler!


Heiko Liebner

04.09.2012 - 14:00 Uhr

Ich muss schon die außerordentliche Fachkompetenz von Herrn Dudenhöfer loben. Wer im Analysieren, Denken und der Wiedergabe noch in Zeiten von Opel Kadett und Mercedes 124 lebt, dem gebührt aller Respekt der geäußerten Statements!!!


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