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Wettkampf mit Toyota: VW will Rendite erhöhen

Ein Rezept von VW-Boss Winterkorn: Statt "viel hilft viel" muss es öfter mal heißen "weniger ist mehr".
© Foto: Auto-Medienportal.Net/Manfred Zimmermann

Die Wolfsburger wollen für ihre 2018-Ziele und die Weltmarktführerschaft auch die Gewinnkraft merklich steigern. Konzernboss Winterkorn hat dabei etwa die Entwicklungskosten im Blick.


Datum:
15.07.2014
4 Kommentare

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VW-Chef Martin Winterkorn will mit einem Sparkurs die Gewinnkraft stärken und damit näher an den Rivalen Toyota heranrücken. "Volkswagen muss auch ganz vorne sein bei effizienten Prozessen, Kosten und Rendite", sagte der Manager der "Braunschweiger Zeitung" (Dienstag). Europas größter Autobauer solle deutlich mehr Gewinn pro umgesetztem Euro erzielen und so einer der profitabelsten Hersteller werden. Um das zu erreichen, müsse an der Kostendisziplin ebenso gearbeitet werden wie an der Modellpolitik.

So lässt die VW-Kernmarke nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa ihren Eos auslaufen – ein Cabrio-Coupé mit Metallfaltdach. An der Cabrioversion des Golf und an der des Beetle wird aber festgehalten. Konzernlinie ist es nach dpa-Informationen, Cabrios stärker zu hinterfragen und dagegen eher die geländewagenähnlichen Modelle (SUV) anzutreiben.

Hintergrund des Sparkurses ist ein steigender Wettbewerbs- und Innovationsdruck. "Um in diesem Umfeld unsere hohen Renditeanforderungen zu erfüllen, muss das Bewusstsein der Mannschaft für Kosten und Wirtschaftlichkeit weiter geschärft werden", sagte Winterkorn der Zeitung. Dabei soll nicht nur die Produktion effizienter aufgestellt werden: "Unsere Entwicklungskosten sind seit 2010 um rund 80 Prozent in die Höhe geschnellt. Hier gilt es gegenzuhalten." Das könnte zu Einschnitten in der mehr als 300 Fahrzeuge umfassenden Modellpalette führen. So sei beispielsweise ein Golf als Diesel-Allrad-Kombi für die USA unwirtschaftlich.

Mit Blick auf Europa stelle sich die Frage, ob der Konzern zwölf verschiedene Cabrios anbieten müsse. "Für die Marke Volkswagen genügen sicherlich nur zwei Cabrios", sagte Winterkorn.

Beim Thema Volumen ist der Zwölf-Marken-Konzern schon dicht an den weltgrößten Autohersteller Toyota herangerückt. Beide dürften dieses Jahr erstmals die Marke von zehn Millionen verkauften Neuwagen knacken. Gemessen am Umsatz verdienen die Japaner – auch begünstigt durch den Wechselkurs des Yen – aber eine ganze Ecke mehr Geld als die Niedersachsen. 2018 will Volkswagen acht Prozent seines Umsatzes als Vorsteuergewinn ausweisen. 2013 waren es gut seczs Prozent.

Rivale mit Taummargen

Toyotas und Volkswagens Gewinnkraft zu vergleichen, ist aus mehreren Gründen schwierig. Die Strukturen der Konzerne und ihre Gewinnbringer sind recht unterschiedlich. Sagen lässt sich, dass Toyota mit seinem Hauptgeschäft, den Pkw der Kernmarke, vergangenes Jahr doppelt so viel Gewinn vor Zinsen und Steuern erreichte wie die VW-Kernmarke.

Über die herausragende Ertragskraft schrieb NordLB-Autoanalyst Frank Schwope kürzlich: "Toyota fährt der Konkurrenz nicht nur beim Absatz, sondern auch bei den Margen davon. Die Japaner erwirtschafteten mit Massenfahrzeugen Premiummargen in den Sphären von BMW und Audi, die deutlich oberhalb der Margen von Mercedes-Benz liegen." (dpa)

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KOMMENTARE


Paul

15.07.2014 - 15:49 Uhr

Die bekommen mal wieder den hals nicht voll!


ANM

15.07.2014 - 16:18 Uhr

Vor dem Sparen sollte erst einmal die Effizienz auf ein höheres Maß angehoben werden. Da sind kreative Ideen gefragt und kein Rasenmäher.


Tim Bremenkamp

15.07.2014 - 16:24 Uhr

Die Begründung für die "schmerzhaften Einsparungen", die natürlich hauptsächlich die Handel, Mitarbeiter, Zulieferer etc. betreffen werden ist: "Der bisherige Kurs ... gefährde die Renditevorgabe aus der Konzernstrategie ... ." Soweit so schwammig. Klar ist aber, dass die Rendite der Kapitalgeber steigen soll. Obwohl es momentan ein absolutes Überangebot an Kapital auf der Welt gibt, was man nicht zuletzt an den extrem niedrigen Zinssätzen (Zins = Preis für Kapital) ablesen kann. Seltsamerweise gelten hier die "Regeln des freien Marktes" auf einmal nicht mehr ... .


Andra

18.07.2014 - 11:46 Uhr

Mit welchem Selbstverständnis die Vorstände, Aufsichtsräte sowie die Shareholder der Konzerne angesichts hohen Wettbewerbsdrucks, in Teilen gesättigter Märkte und agressiver Verdrängung völlig ungerührt "hohe Renditeanforderungen" stellen, ist nicht neu, aber zunehmend nachdenkenswert. Und dass der Erfolg von Automobilunternehmen ausschließlich in Stück/Umsatz/Rendite gemessen wird, spricht für die Eindimensionalität der "Philosphien". Medien tragen mit ihrer Berichterstattung dazu bei, dass sich das Geschäft zu einem Wettbewerb mit härtesten Bandagen und unklarer Perspektive entwickelt, bei dem "Kollateralschäden" eben nicht zu vermeiden sind. Die betreffen letztlich dann auch ausschließlich Mitarbeiter, "Geschäftspartner", Steuerzahler und Volkswirtschaften, niemals aber die "Player" und ihre Shareholder selbst.


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