Widerstand: Sparprogramm ruft Opel-Beschäftigte auf den Plan

11.11.2008 13:43 Uhr
Die Garantie des "Zukunftsvertrages" gelte für das Opel-Stammwerk in Rüsselsheim bis 2010.
© Foto: ddp / Alexander Heimann

Für den Bochumer Betriebsratschef Rainer Einenkel ist die geforderte Nullrunde für die deutschen Werke nicht akzeptabel. "Wir haben eindeutige Tarifverträge, die nur mit Zustimmung der IG Metall geändert werden können."

Das geplante Sparprogramm des krisengeschüttelten Mutterkonzerns General Motors (GM) für seine Tochter Opel trifft auf heftigen Widerstand der Arbeitnehmer. Die geforderte Nullrunde für die rund 55.000 Beschäftigten in Europa werde für die deutschen Werke nicht akzeptiert, sagte der Bochumer Opel-Betriebsratschef Rainer Einenkel am Dienstag. "Wir haben eindeutige Tarifverträge, die nur mit Zustimmung der IG Metall geändert werden können, und die IG Metall wird nicht zustimmen." Die rund 25.670 Opel-Mitarbeiter in den deutschen Werken in Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern würden 2009 an den ausgehandelten Erhöhungen der Tariflöhne teilhaben, sagte er. Der Leiter des Frankfurter IG-Metall-Bezirks, Armin Schild, wies die vom GM-Management geforderte Nullrunde als "unangemessen, ungerecht und nicht lösungsorientiert" zurück. "Die Opel Beschäftigten haben mehrfach immense materielle Beiträge erbracht und Vorschläge zur Modell- und Markenpolitik unterbreitet", sagte das Opel-Aufsichtsratsmitglied laut einer am Dienstag veröffentlichten Mitteilung. Mit der IG Metall werde es keine pauschalen Nullrunden geben, weil sie die Kaufkraft der Menschen weiter einschränke. In den laufenden Tarifverhandlungen fordert die IG Metall acht Prozent mehr Lohn für die Metall- und Elektroindustrie. GM leidet unter einer verfehlten Modellpolitik, der schwindenden Nachfrage und Milliardenverlusten. In seinem Europageschäft will der Konzern daher im nächsten Jahr rund 750 Millionen Euro einsparen (wir berichteten). Dazu gehören neben der Nullrunde nach Angaben Einenkels auch 550 Millionen Euro an Strukturkosten. "Wir verhandeln seit Wochen über Sparmaßnahmen", sagte der Betriebsratschef. In der Debatte sei, freie Stellen nicht mehr zu besetzen, ausgelagerte Arbeiten wieder zurückzuholen, Managern weniger Prämien zu zahlen und die Berufsausbildung zu reduzieren. Besonders der letzte Punkt sei umstritten. "Es wird keinen Stellenabbau geben" Die Zukunft der Werke ist nach Auskunft des Unternehmens aber vertraglich gesichert. Die Garantie des "Zukunftsvertrages" gelte für das Stammwerk in Rüsselsheim bis 2010 und Bochum bis 2016. "Es wird keinen Stellenabbau geben", sagte ein Opel-Sprecher in Rüsselsheim. "Auch die Investitionen in neue Produkte werden durchgezogen." In den nächsten fünf Jahren will Opel neun Milliarden Euro in neue Modelle investieren. Im Oktober hatte Opel in fast allen europäischen Werken – außer Rüsselsheim – die Produktion vorübergehend unterbrochen. Ende November sind nach Angaben des Betriebsrates nochmals eine Woche Pause in Eisenach und im Bochumer Astra-Werk geplant. "Vermutlich herrscht auch ab 15. Dezember in Bochum nochmals Ruhe", sagte Einenkel. (dpa)

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