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Zulieferer: Rheinmetall bläst Börsengang der Autosparte ab

Rheinmetall bläst den Börsengang seiner Autosparte KSPG vorerst ab.
© Foto: Clemens Bilan/ddp.

Der Rüstungskonzern Rheinmetall wollte seine Autosparte auf das Börsenparkett schicken. Nachdem der Börsengang bereits verschoben wurde, nimmt Rheinmetall jetzt vorerst Abstand von dem Plan.


Datum:
14.09.2012
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Deutschlands größter Rüstungshersteller Rheinmetall bläst den Börsengang seiner Autosparte KSPG vorerst ab. Aufgrund der nach wie vor hohen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten in der Eurozone sehe man für einen überschaubaren Zeitraum keine Voraussetzungen für einen Börsengang von KSPG, teilte die Rheinmetall AG am Freitag in Düsseldorf mit. Ein Börsengang von KSPG bleibe aber eine Option für die Zukunft, "wenn mit Blick auf die Märkte das erforderliche Maß an nachhaltiger Stabilität gegeben sei".

Rheinmetall hatte den Börsengang der Autosparte ursprünglich für Juni angestrebt. Ende Juni hieß es dann aber, das Tochterunternehmen KSPG AG (früher Kolbenschmidt Pierburg), werde nicht mehr vor der Sommerpause an die Börse gebracht. Bei einem Börsengang von KSPG wollte Rheinmetall zunächst die Mehrheit behalten, die Kontrolle dann aber in mehreren Schritten abgeben. In Branchenkreisen wurde der Wert der KSPG AG im Mai auf rund eine Milliarde Euro taxiert.

Rheinmetall-Konzernchef Klaus Eberhardt betonte in einer Mitteilung: "Wir stehen unter keinem Zeitdruck, weil die Unternehmensentwicklung mittelfristig auch ohne einen Börsengang von Automotive gesichert ist. Wir konzentrieren uns jetzt voll auf die weitere Performancesteigerung unserer beiden Unternehmensbereiche."

Der Konzern hätte sich mit dem Börsengang von KSPG perspektivisch von seiner Zwei-Säulen-Strategie verabschiedet. Rheinmetall hätte einen größeren Spielraum für den Ausbau der Geschäfte mit gepanzerten Fahrzeugen, Flugabwehrsystemen, Waffen und Munition bekommen. Gemessen am Umsatz sind die Rüstungssparte und die Autosparte fast gleich groß. KSPG stellt Motorteile und Abgassysteme her und gehört mit rund 30 Standorten auf der ganzen Welt zu den Top 100 der Autozulieferer. Größter Kunde der Rüstungssparte ist mit etwa 30 Prozent Umsatzanteil die Bundeswehr. Der Anteil ausländischer Kunden wächst.

Gute Geschäfte in der Automobilwirtschaft

Getragen von guten Geschäften in der Autosparte hatte Rheinmetall im ersten Halbjahr 2012 Gewinn und Umsatz gesteigert. Der Überschuss stieg um rund 9 Prozent auf 82 Millionen Euro. Der Umsatz kletterte um neun Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Während sich die Autosparte in guter Verfassung präsentierte, schrumpften in der Rüstungssparte die Ergebnisse. Bei der Halbjahresbilanz im August sprach Eberhardt von einer "besonderen Herausforderung", die Unternehmensziele in der Rüstungssparte in den kommenden Monaten zu erreichen. Hintergrund sind rückläufige Verteidigungsausgaben in Europa und den USA. (dpa)

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