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Zweites Quartal: BMW mit Gewinneinbruch

Norbert Reithofer: "Wir streben 2012 unverändert an, das Vorjahr zu übertreffen."
© Foto: BMW

Die Münchner haben im zweiten Quartal deutlich weniger Geld verdient. Auf den ersten Blick ein herber Schlag - doch auf den zweiten Blick sieht es für den Autobauer besser aus, als das deutliche Minus erwarten lässt.


Datum:
01.08.2012
5 Kommentare

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BMW hat im zweiten Quartal einen Gewinneinbruch verbucht, peilt für das gesamte Jahr aber weiter ein Rekordergebnis an. Neben den schwächelnden Automärkten in Europa drückten höhere Kosten für Personal und Entwicklung kräftig auf das Ergebnis des Münchner Autobauers. Daneben hatte die Finanzsparte des Konzerns vor einem Jahr erheblich von einem Sondereffekt profitiert. Unter dem Strich schrumpfte der Gewinn der Nobelmarke verglichen mit dem Vorjahresquartal um gut 28 Prozent auf rund 1,28 Milliarden Euro.

BMW-Chef Norbert Reithofer ist dennoch hoch zufrieden mit dem Zwischenergebnis. "Wir haben neue Spitzenwerte bei Absatz und Umsatz sowie das zweitbeste operative Konzernergebnis in der Geschichte des Unternehmens erzielt", sagte Reithofer am Mittwoch. Der Umsatz kletterte um 7,3 Prozent auf 19,2 Milliarden Euro. Weltweit verkaufte der Nobelhersteller im zweiten Viertel 475.011 Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce, ein Plus von 5,4 Prozent. BMW liege im Plan. Der Branchenprimus liegt weiter vor den Rivalen Audi und Daimler.

Vor allem in China und in den USA laufen die Geschäfte der Bayern derzeit gut, in Europa blieb der Absatz einigermaßen stabil. Dennoch bekommt der Konzern die Folgen der Eurokrise langsam zu spüren. Der Wettbewerb wird härter, gerade in schwierigen Märkten geben Hersteller inzwischen höhere Rabatte und verdienen so weniger pro Auto. Herbe Einbrüche gibt es in Krisenländern wie Spanien oder Italien. Allerdings sind diese Märkte für BMW eher überschaubar.

Dennoch: "Wir beobachten die Entwicklung in den einzelnen Märkten genau." BMW verfüge aber über ausreichend Flexibilität, um reagieren zu können. Inzwischen leiden nämlich auch die wichtigen Boom-Märkte wie China unter den Folgen der Eurokrise, die Wachstumserwartungen trüben sich ein. Dennoch sei BMW "vorsichtig optimistisch", sagte Finanzvorstand Friedrich Eichiner. Wenn sich die Lage nicht deutlich verschlimmere, werde BMW sein Rekordziel erreichen. Große Hoffnung setzen die Münchner auf den Start des neuen 3er Touring und den überarbeiteten 7er. Beide sollen im zweiten Halbjahr Schub bringen.

Umsatzrendite: BMW und Audi gleichauf

Operativ (EBIT) verdiente BMW mit knapp 2,3 Milliarden Euro im zweiten Quartal 19 Prozent weniger als vor einem Jahr. Neben höheren Kosten für neue Produkte und Personal bekommt auch BMW den schärferen Wettbewerb zu spüren. Wie auch beim Erzrivalen Audi wuchsen auch bei BMW die Vertriebskosten. Dennoch sind beide Hersteller weiter hochprofitabel: Die operative Umsatzrendite, die das Verhältnis von Umsatz zum operativen Ergebnis ausdrückt, liegt bei beiden bei 11,6 Prozent. Daimler liegt mit 8,6 Prozent weit hinter dem Spitzenduo. 

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KOMMENTARE


Horst Hladina

01.08.2012 - 16:16 Uhr

Wahnsinn! Nur noch 1.280 Millionen Euro Quartalsgewinn! Da werden die armen Aktionäre bald auf Kartoffeln mit Quark umstellen müssen.


H. Paprocki

01.08.2012 - 17:46 Uhr

Immer wieder interessant! Natürlich steht man lieber bei den Siegern als bei den Verlieren, aber man sollte vielleicht schon überlegen, woher denn diese ungeheuren Gewinne bei Audi und BMW kommen. Kommen diese Gewinne nicht vielleicht aus den Taschen derer, die sich ein solches Auto kaufen? Aktionärsschelte ist unangemessen, es ist ja der Verbraucher, der sich folgsam dem Mediendiktat unterwirft und diese offensichtlich völlig überteuerten Produkte erwirbt.


Th. Reiter

01.08.2012 - 18:51 Uhr

Vielleicht sollte die BMW AG Ihre Subventionspolitik von überhöhten Restwerten bei Leasingangeboten von Fremdfabrikaten wie z.B. Mercedes oder Audi durch Alphabet überdenken. Dann stimmts wieder in der Kasse.


Michael Kühn

02.08.2012 - 09:14 Uhr

Umsatzrendite liegt "nur" noch bei 11,6%. Na, wenn es da mal nicht dem einen oder anderen Vertragshändler Tränen in die Augen treibt. Und das "Umsatzrendite-Förderungspaket" ist für BMW bereits gestrickt. "5-Star-Rating" wird es bestimmt schon richten. Zitat aus dem Bericht: "Große Hoffnung setzen die Münchner auf den Start des neuen 3er Touring und den überarbeiteten 7er. Beide sollen im zweiten Halbjahr Schub bringen." - Auch in "Old Germany" ? -


C.Viereck

02.08.2012 - 09:37 Uhr

Sorry aber was soll die Aktionärs Schelte ? Hat Sie jemand gehindert Aktien der Firma zu kaufen. PS: Ich halte übrigens keine BMW Anteile


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