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Corona-Krise: BMW stoppt Bänder bis nach Ostern

Corona-Krise
BMW stoppt Bänder bis nach Ostern
BMW stellt die Autoproduktion in seinen europäischen Werken und in Südafrika für vier Wochen ein.
© Foto: picture alliance/Jan Woitas/dpa-Zentralbild/ZB
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Rund 30.000 BMW-Mitarbeiter müssen in den nächsten vier Wochen eine Zwangspause einlegen. Der Konzernvorstand rechnet schon mal vor, was die Corona-Krise für den Jahresgewinn bedeuten könnte.

BMW stellt die Autoproduktion in seinen europäischen Werken und in Südafrika wegen der Coronakrise für vier Wochen ein. Betroffen sind laut Konzern 30.000 Mitarbeiter. Kurzarbeit sei möglich, aber zunächst einmal gingen die Arbeitszeitkonten bis zu 300 Stunden ins Minus, sagte Personalchefin Ilka Horstmeier am Mittwoch in München.

Vorstandschef Oliver Zipse erläuterte, die Nachfrage nach Autos sinke jetzt deutlich, viele Händler in Europa hätten bereits geschlossen. "Ab heute fahren wir unsere europäischen Automobilwerke und das Werk Rosslyn in Südafrika herunter. Die Produktionsunterbrechung wird voraussichtlich bis zum 19. April eingeplant."

Auch der VW-Konzern, Daimler, Opel, Peugeot, Renault, Ford und Fiat-Chrysler lassen ihre Bänder in Europa ganz oder zum großen Teil stillstehen. BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch sagte, ein BMW-Tarifmitarbeiter erhalte bei Kurzarbeit mindestens 93 Prozent seines Nettolohns.

In China brach der Absatz im Februar ein, dort seien jetzt erste Anzeichen einer gewissen Erholung zu sehen, sagte Vertriebschef Pieter Nota. In Europa legte BMW im Februar zu. Aber wegen der aktuellen Ausbreitung des Virus in Europa und Nordamerika werde BMW beim Verkauf dieses Jahr insgesamt "deutlich unter Vorjahr" liegen, sagte Finanzvorstand Nicolas Peter, selbst wenn sich die Nachfrage nach einigen Wochen wieder normalisieren dürfte. Deshalb rechne BMW 2020 mit einem weiteren Gewinneinbruch.

Die Ergebnismarge im Autogeschäft dürfte von 4,9 Prozent auf nur noch zwei bis vier Prozent vom Umsatz fallen, erklärte Peter. Bei den Finanzierungen rechne er mit weniger Neuverträgen und einer höheren Risikovorsorge. Deshalb dürfte der Konzerngewinn vor Steuern "deutlich zurückgehen". Er war bereits im vergangenen Jahr von 9,6 auf 7,1 Milliarden Euro gefallen - Verkaufszahlen und Umsatz waren gestiegen, aber hohe Investitionen und eine drohende Kartellstrafe in Milliardenhöhe hatten die Bilanz verhagelt.

Zipse äußerte sich "dennoch vorsichtig zuversichtlich. Es gibt eine Zeit während Corona. Und es wird eine Zeit nach Corona geben", sagte er und verwies auf grundlegend stabile Trends wie die steigende Nachfrage nach Elektro- und nach Premiumautos. Nächstes Jahr werde ein Viertel der BMW-Neuwagenflotte elektrifiziert sein. In elf Werken würden heute schon Plug-in-Hybride oder Elektroautos gebaut.

"Wir halten die Zahl unserer Mitarbeiter stabil", sagte der BMW-Chef, ohne den Stellenabbau bei Daimler oder VW zu erwähnen. In Deutschland beschäftigt BMW etwa 90.000, weltweit 134.000 Mitarbeiter. "Jeder dritte Mitarbeiter wurde für E-Mobilität qualifiziert", sagte Zipse. Bis 2025 investiere der Konzern über 30 Milliarden Euro in Zukunftstechnologien.

CO2-Vorgaben einhalten

Die für dieses Jahr um 20 Prozent strengeren CO2-Vorgaben der EU werde BMW einhalten, kündigte der Vorstandschef an. Erreicht werde das zu einem Drittel mit besseren Benzin- und Dieselmotoren, zu zwei Dritteln mit elektrifizierten Fahrzeugen. Nächstes Jahr soll in München der vollelektrische Tesla-Konkurrent BMW i4 mit 600 Kilometer Reichweite vom Band rollen - vom selben Band wie der konventionell angetriebene BMW 4er Gran Coupé, betonte Zipse. Ebenfalls nächstes Jahr komme der vollelektrische und auf Autobahnen hoch automatisiert fahrende iNext aus Dingolfing auf den Markt.

Im größten BMW-Werk Spartanburg in den USA läuft die Produktion derzeit, in China wird seit Mitte Februar wieder produziert. In Mexiko werde die Produktion wegen eines geplanten Umbaus unterbrochen und fahre dann je nach Nachfrage wieder hoch, sagte Produktionschef Milan Nedeljkovic. Einkaufschef Andreas Wendt betonte, bis heute sei bei BMW "keine einzige Lieferkette abgerissen". Aber jetzt führen auch Zulieferer ihre Produktion herunter. (dpa)

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