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Debatte um schärfere Corona-Maßnahmen: "Unsere Autohäuser sind Oasen der Sicherheit"

Debatte um schärfere Corona-Maßnahmen
"Unsere Autohäuser sind Oasen der Sicherheit"
Autohäuser sind aus Sicht des ZDK keine Infektionsherde.
© Foto: picture alliance/Henning Kaiser/dpa
Zum Themenspecial Corona-Krise

In Deutschland wird über einen zweiten Corona-Lockdown diskutiert. Der Hot-Spot Sachsen prescht bereits ab kommenden Montag vor. Das Deutsche Kfz-Gewerbe mahnt zur Besonnenheit.

In der Debatte über schärfere Corona-Maßnahmen auch für den Einzelhandel hat der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) Augenmaß von der Politik gefordert. Autohäuser mit ihren vergleichsweise großen Verkaufsflächen und der verhältnismäßig geringen Zahl gleichzeitig anwesender Kunden trügen in keiner Weise zum aktuellen Infektionsgeschehen bei, sagte ZDK-Präsident Jürgen Karpinski am Mittwoch.

"Im Vergleich zu den Glühweinwanderwegen in den Kneipenvierteln der Städte sind unsere Autohäuser Oasen der Sicherheit", betonte Karpinski. Die Mindestabstände zwischen Personen würden problemlos eingehalten, Hygieneregeln sorgfältig befolgt, und es gebe hier weder Schlangestehen noch Gedränge an der Kasse.

Vizepräsident Thomas Peckruhn erklärte, man müsse aus den Fehlern des Frühjahrs-Lockdowns lernen. Zwar seien auch damals die Kfz-Werkstätten zu Recht geöffnet geblieben, weil sie zur Aufrechterhaltung der Mobilität unverzichtbar und damit systemrelevant seien. Das gleichzeitig verhängte Verkaufsverbot habe aber in den Autohäusern bei Mitarbeitern und Kunden für großes Kopfschütteln gesorgt.

"Warum sich in ein und demselben Betrieb eine mit rot-weißem Flatterband gezogene Demarkationslinie zwischen dem Werkstattbereich und dem großen, gähnend leeren Verkaufsraum erstrecken muss, können Sie keinem Kunden erklären", so Peckruhn weiter. Die Diskussionen etwa darüber, ob Ersatzteile und Zubehör zwar eingebaut, aber nicht verkauft werden dürften, solle man nicht ohne Not erneut heraufbeschwören.

Merkel plädiert für harten Lockdown

Angesichts weiter steigender Corona-Infektions- und Todeszahlen diskutieren Bund und Länder derzeit über eine Verschärfung des aktuellen Teil-Lockdowns noch vor Weihnachten. Das besonders betroffene Sachsen fährt bereits ab kommenden Montag (14. Dezember) das öffentlichen Leben stark herunter. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte im Bundestag: "Die Zahl der Kontakte ist zu hoch. Die Reduktion der Kontakte ist nicht ausreichend."

Das Robert Koch-Institut meldete am Mittwoch 20.815 neue Covid-19-Infektionen binnen einem Tag. Die Zahl der registrierten Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg auf 590 an – ein neuer Höchststand. Merkel sagte mit Blick auf die Daten: "Und weil die Zahlen so sind, wie sie sind, müssen wir etwas tun, und zwar Bund und Länder gemeinsam."

Bereits am Dienstag hatte die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina gefordert, die Feiertage und den Jahreswechsel für einen harten Lockdown zu nutzen. In einem ersten Schritt sollten Kinder ab dem 14. Dezember nicht mehr in die Schulen gehen, möglich seien Aufgaben zu Hause. Vom 24. Dezember bis mindestens zum 10. Januar 2021 sollte dann in ganz Deutschland das öffentliche Leben weitgehend ruhen, auch die Geschäfte außer für den täglichen Bedarf sollten schließen.

Die ZDK-Spitzenvertreter unterstrichen, dass die bis zum Jahresende befristete Absenkung der Mehrwertsteuer auf 16 Prozent gerade gegenüber dem Automobilhandel und dessen Kunden als Ersatz für die nicht gewährte Förderung des Verkaufs von Pkw mit modernen Verbrennungsmotoren deklariert worden sei. "Händler und Kunden vertrauen darauf, dass diese Frist bis zum 31. Dezember genutzt werden kann. Bei einem faktischen Abbruch der Frist durch ein Verkaufsverbot für Autohäuser müssen sich Kunden und Betriebe durch die Politik massiv enttäuscht fühlen." (rp/dpa)


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