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Fahrbericht Mercedes CLA Shooting Brake: Schön nützlich

Der Mercedes CLA Shooting Brake hat fast die Länge einer C-Klasse und dadurch auch mehr Platz als viele vermuten.
© Foto: Daimler

Mit dem Shooting Brake der CLA-Klasse erweitert Mercedes das Angebot in der Kompaktklasse. Der Lifestyle-Kombi gehört zur optisch feinsten Offerte der Modellfamilie.


Datum:
10.03.2015
3 Kommentare

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Am Anfang der Mercedes-Kompaktklassenära stand die A-Klasse und nur die A-Klasse. Wie die Zeiten sich ändern: Heute treten nicht weniger als fünf Baureihen in der Gruppe der Frontantriebsarchitektur an. Jene Baureihen, an denen die Fans der Marke anfangs schwer zu schlucken hatten – denn ein Mercedes muss ja einfach Hinterradantrieb haben –, sind inzwischen zum Erfolg geworden. Den traditionsunbelasteten Konsumenten stört es nicht, welche Räder mit Drehmoment versorgt werden, und notfalls bestellt man eben einen Allradantrieb dazu.

Jetzt legen die Untertürkheimer nach und bieten das Coupé CLA zusätzlich als Shooting Brake an. Dieser Begriff steht bei Mercedes für die Sparte der Lifestyle-Kombis. Ob die Optik nun gefällt oder nicht, mag jeder Interessent mit sich selbst ausmachen, aber mit umlegbaren Rücksitzen und damit bis zu 1.400 Litern Gepäckraumvolumen reicht der jüngste Kompakte aus Stuttgart schon fast an die etwas biedere B-Klasse heran und übertrifft die A-Klasse deutlich, was handfeste Vorteile in Sachen Nutzwert angeht.

So viel Mehrwert strapaziert das Portemonnaie, denn mit einem Grundpreis von 29.809 Euro will die Exklusivität teuer erkauft werden. Die knapp 600 Euro Preisunterschied zum normalen CLA wiederum dürfen als moderat bezeichnet werden. Entscheidet man sich für das AMG-Topmodell, werden 57.268 Euro fällig. Eine A-Klasse ist zwischen 5.000 und 7.000 Euro günstiger – nur mal so als Tipp für kühle Rechner. Das ist einerseits eine Stange Geld, doch andererseits ist der CLA Shooting Brake gar nicht so kompakt, wie die Modellstruktur suggeriert. So misst der Kombi 4,63 Meter und ist der C-Klasse damit dicht auf den Fersen, während er einen 3er von BMW sogar übertrifft.

Kein Asthmatiker

Dabei müssen es übrigens nicht immer die PS-Boliden sein. Eine Ausfahrt mit dem 90 kW/122 PS starken Basis-Modell CLA 180 zeigt, dass der 1,6-Liter-Vierzylinder keineswegs asthmatisch ist. Schon die Werksangabe klingt mit 9,4 Sekunden bis 100 km/h und 210 Sachen in der Spitze nicht übel. Der Benziner entfaltet seine Leistung trotz Turbo eher linear, dreht munter durch das Drehzahlband und bleibt akustisch zurückhaltend. Es ist auch kein Fehler, das serienmäßige Sechsgang-Getriebe zu wählen. Der Schalthebel liegt gut zur Hand und die Übersetzungen rasten geschmeidig ein. Der 180er ist sicher kein Sportler, aber auch keineswegs eine lahme Ente. Außerdem gibt er sich mit einem Normverbrauch von 5,5 Litern nicht als Spritfresser und klingt harmonischer als der kernige 2,1-Liter-Diesel.

Wer gar nicht genug Punch bekommen kann, muss zur Power-Variante CLA 45 AMG greifen. Schon erstaunlich, was ein schnöder Zweiliter so alles kann. Der mit Twinscroll-Turbolader ausgerüstete Ottoantrieb pumpt 265 kW/360 PS in den Antriebsstrang. Um die satten 450 Nm Drehmoment wirkungsvoll auf die Straße zu bekommen, die fast über das gesamte Drehzahlband (2.250 bis 5.000 Touren) wüten, reicht der Frontantrieb freilich nicht mehr aus. Daher wird der AMG ausschließlich als 4Matic ausgeliefert. Bei vollem Leistungseinsatz selbst auf griffigem Asphalt muss die elektronisch angesteuerte Lamellenkupplung unweigerlich schließen, um die Hinterachse einzubinden. Je nach Programm donnert das obligatorische Doppelkupplungsgetriebe die Gänge ganz schön rein, es beherrscht aber auch die sanfte Tour in der Stufe "C".

Bei Bedarf schießt der 1,6-Tonner los wie aus einem Katapult, fährt nach weniger als 5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht die Topspeed von 250 Sachen in Windeseile. Wem eine Entsperrung der Vmax 2.261 Euro wert ist, kann auch 270 km/h fahren. Engagierte Sounddesigner haben dem Triebwerk das Schnauben gelehrt, so dass der Schmerz über den fehlenden Sechszylinder etwas leichter überwunden werden kann. Wenn das Budget eine untergeordnete Rolle spielt: bitte unbedingt zur Orange Art Edition greifen. Die zahlreich verbauten orangefarbenen Akzentteile (insbesondere Felgen, Kühlergrill und Polster) sehen einfach heiß aus, kosten mit über 8.000 Euro aber auch unverschämt viel Geld.

Gelungene Mischung

Apropos Polster: Die Sportsessel sind trotz drahtiger Ausrichtung noch komfortabel und schmiegen sich angenehm an den Körper. Extremer geht es mit den AMG Performance-Sitzen für 2.142 Euro Aufpreis – bei überwiegender Autobahn-Nutzung und gelegentlichen Ausflügen auf die kurvige Landstraße kann man aber auch mit den konventionellen Stühlen wunderbar leben. Das gilt auch für das Raumangebot. Vor allem in der ersten Reihe geht es luftiger zu als in manchem Wettbewerber – so wirkt beispielsweise ein Dreier-BMW deutlich enger geschnitten.

Ein paar Gedanken sollten sich die Infotainment-Spezialisten aus Stuttgart einmal darüber machen, ob man die Bedienung der zügig rechnenden Navi-Einheit nicht ein wenig intuitiver gestalten könnte. Dafür sind die klassischen Rundinstrumente übersichtlich, der tabletartige TFT-Monitor modisch und die Verarbeitung mindestens solide. Kurzum: Der CLA Shooting Brake bietet eine gelungene Mischung aus Lifestyle, Praxistauglichkeit und einem Schuss alter Mercedes-Tugend. (sp-x)


Mercedes-Benz CLA Shooting Brake

Bildergalerie

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KOMMENTARE


Michael Kühn

10.03.2015 - 09:37 Uhr

... gefällt mir nicht ! (man möge mir einmal erklären, liebe Designer, warum die Motorhaube immer kürzer wird. - Na klar, bei einem "kleinen Rempler " hatte man früher oft nur eine neue Stoßstange/Stoßfänger benötigt und heute eben den gesamten Vorderbau. ???) MK


Roland

10.03.2015 - 17:38 Uhr

@ Herr Kühn:Die Frontgestaltung vieler heutiger Fahrzeuge mit großem Vorbau und später ansetzender Motorhaube hängt i.d.R. mit den gesetzlichen Anforderungen an den Fußgängerschutz zusammen. Diese Konstruktion bietet weichere Aufprallzonen.Grüße R


Michael Kühn

11.03.2015 - 04:29 Uhr

@roland, zunächst einmal danke sehr, jedoch sehe ich bei VW u. Skoda dennoch brandaktuelle Modelle, bei denen die Motorhaube noch bis zum Kühlergrill geht. Und deswegen gefallen mir bei denen die designs erheblich besser. mfg. MK - Warum können die das besser ?


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