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VW Passat GTE: Blau ist das neue Grün

Wer unter Strom steht, sollte schnell in Fahrt kommen: Das ist das Prinzip hinter dem Passat GTE
© Foto: VW

Wer unter Strom steht, sollte schnell in Fahrt kommen: Das ist das Prinzip hinter dem Passat GTE. VWs erster Plug-In-Hybrid in dieser Klasse hält das Fahr-Versprechen.

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Von Peter Weißenberg/sp-x

Was ist eigentlich der Grund dafür, sich ein Auto mit Hybridantrieb zu kaufen? Die meisten Massenhersteller gehen davon aus, dass es der niedrige Verbrauch ist, der die Kunden fasziniert. Bei Volkswagen heißt die Antwort auch: Bumms. Der neue Passat mit Plug-In-Hybrid trägt darum die sportliche Bezeichnung GTE.

44.250 Euro kostet die Limousine, einen Tausender mehr der deutlich beliebtere Kombi. Eins ist also schon vor dem ersten Fahreindruck sicher: Der Kaufpreis wird es nicht sein, der den Passat-Kunden schwach macht. Die Kombination aus 1,4 Liter-TSI-Motor mit 156 PS und E-Maschine mit 115 PS und der Einbau einer 9,9 kWh großen Lithium-Ionen-Batterie kostet eben - aber bringt auch Spaß. Für den rabiaten Vortrieb mit der vollen Kraft beider Herzen gibt es sogar eine eigene Taste unter den Fahrmodi: Ist der GTE-Button gedrückt, aktiviert der Passat die volle Kraft seiner 219 PS; 400 Newtonmeter treten dem Fahrer bei Vollgas ins Kreuz, und in knapp acht Sekunden liegt aus dem Stand die 100-Stundenkilometer-Marke hinter ihm. GTE ist kein leeres Versprechen.

Dabei bleibt der Passat aber trotz gestraffter Dämpfer (1.200 Euro Aufpreis), zackigerer Gaspedalkennlinie, schnellerer Schaltgeschwindigkeit des Sechsgang-DSG und einer steileren Lenkungskennung stets souverän beherrschbar und dennoch leichtfüßig. Das Direktschaltgetriebe hat im GTE drei Kupplungen, damit Motor und Getriebe beim Gaswegnehmen getrennt werden können - und der Hybrid in Schwung kurzfristig ohne Verbrauch "segeln" kann. Dass dieses Auto 1,7 Tonnen wiegt, spürt der Fahrer hinter dem Lenkrad nicht - auch in flott durchfahrenen Kurven bleibt der Passat eben ein Volkswagen. Jahrzehntelange Erfahrung mit dem Prinzip Mittelklasse-Limousine zahlt sich aus.

Wer zur Fraktion der eiligen Handlungsreisenden gehört, der hat vom Elektroantrieb spartechnisch nicht allzu viel. Denn mit durchgedrücktem Gaspedal werden die rasch leerlaufenden Batterien ständig vom Benziner nachgeladen - im Sportbetrieb Richtung Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h ist so eher die Zehn-Liter-Verbrauchsmarke realistisch als die knapp über fünf, die im normalen Mischbetrieb auf längeren Strecken anfallen.

Rein elektrisch - bis Tempo 130

Aber es geht natürlich auch wesentlich weniger. Dann nämlich, wenn der GTE ganz unsportlich, sanft und vorausschauend zum täglichen Pendeln von der Steckdose in der heimischen Garage zur 40 Kilometer entfernten Steckdose am Büroparkplatz bewegt wird. Dann ist die Stunde des Elektro-Modus gekommen. Mit vollgeladenen Batterien und sensiblem Gasfuß bewegt der Lenker den Passat GTE stets rein elektrisch - bis Tempo 130 geht das. Und wenn dann noch der Strom aus der Solaranlage auf dem Eigenheimdach kommt, steht die Null bei den Verbrauchskosten im Betrieb. In vier Stunden ist die Batterie übrigens wieder voll, an Schnelladestationen auch in 2,5. Wer eine eigene will, muss dafür rund 1.000 Euro inklusive Einbau aufwenden.

Im Modus zwischen GTE und E kann der Benziner die Batterie auch wieder aufladen - was sich etwa lohnt, um nach einer längeren Fahrt am Ziel wieder vollelektrisch zu fahren. Die 1,7 Liter des Normverbrauchs sind zwar unrealistisch, weil der vorgeschriebene Testzyklus dem Normalfahrer mit so einem Auto sicher nicht entspricht. Aber eine Zwei bis Drei vorm Komma ist unter guten Bedingungen beim Pendeln immer drin.

Wer diese Voraussetzungen mitbringt, für den lohnt sich die Beschäftigung mit dem Plug-In-Passat also durchaus - erst recht, falls der Staat künftig solche Antriebe noch mit 5.000 Euro-Kauf-Bonus bedenkt, wie es der Bundesrat wünscht.

Deutlich angereichte mittlere Ausstattungsvariante

Die eigenständige Linie GTE entspricht übrigens einer deutlich angereichten mittleren Ausstattungsvariante Trendlinie. LED-Scheinwerfer (für Abblend- und Fernlicht), Müdigkeitserkennung, Multikollisionsbremse, das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist inklusive City-Notbremsfunktion, Regensensor, Park-Piepser vorn und hinten und Komfortsitze sind da schon Serie, 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, ein Powermeter für die Hybrid-Anzeigen im Kombiinstrument, spezielle Applikationen und Sitzbezüge, ein Lederlenkrad und die hybrid-blaue Ambiente-Beleuchtung kommt dazu. Die Farbe findet sich auch in der Chrom-Kühlergrillmaske.

Blau ist eben für VW das neue Grün - aber Passat bleibt Passat; mit dem Reisekomfort, bis zu 1.000 Kilometer Reichweite pro Füllung der Batterie und des 50-Liter-Tanks, hervorragendem Platzangebot und der sehr wertigen Anmutung. Da gibt es etwa auch bei der  getrennt umlegbaren Rückbank hinter der großen (und auf Wunsch elektrisch öffnenden Heckklappe kaum Abstriche. Auch wenn das unsichtbare Batteriepaket im Unterboden 180 Liter Laderaum kostet - es bleiben bis zu 1.780 Liter im Variant und 1.152 in der Limousine.

Auch in einer anderen Kategorie ist der GTE ganz VW: Es geht immer noch ein bisschen mehr. Ob durch Kleiderbügel für 26,80 Euro, Espressomaschine für 209 Euro oder das Fahrassistenzpaket plus mit allen Sicherheits- und Assistenz-Helfern zum automatischen Spur- und Abstandshalten für 1.980 Euro - dem Passat-Fahrer ist auch der GTE lieb und teuer.


VW Passat GTE

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KOMMENTARE


Fritz Walter

16.07.2015 - 19:07 Uhr

...warum heißt dieses Magazin "Autohaus" und nicht "Autohersteller"? Das von Ihnen gelobte Modell ist der Horror für jeden Händler. 10% Marge bei 25-30% Verlust für eine schicke Limo...ein Traum! Und der Ek liegt bei 57.000€...super. Toller Artikel!


D.Buschhorn

17.07.2015 - 09:59 Uhr

Was sollen, Entschuldigung , eigentlich diese unqualifizierten Kommentare von Nullkosten bei Akkuladung durch eine eigene Voltaikanlage. Wo bitte gibt es Strom umsonst ?.Zunächt kostet die Anlage Geld und zwar pro installierter kWh etwa 1500,00 €. Der Ladestrom für meinen Akku fehlt dann bei der Einspeisevergütung. Meine 15,3 kWh Anlage aus 2012 bringt eine Vergütung pro eingespeistem kWh von 0,18 €. Diese an sich preiswerte Lademöglichkeit kann ich aber auch nur dann nutzen wenn ich tagsüber laden kann.Mein Volvo verbraucht auf 100 Km E-Fahrstrecke im Schnitt zwischen 22 und 23 kWh.also kosten mich die 100 Km rund 4,00 €. Das ist dann in meinem Fall zwar günstig aber immer noch mehr als die angesprochenen null Euro.


D.Buschhorn

17.07.2015 - 11:24 Uhr

Fritz Walter schreibt, der EK liegt bei 57.000 €, dann habe ich aber schon eine Top Ausstattung.. Wenn ich aber den GTE Variant so konfiguriere wie mein Volvo D6 Hybrid Summum ( 02/2013 ) komme ich auch auf rund 60.000 € und dann fehlt immer noch der nicht lieferbare Allrad. Und mit dem 5 Zylinder Diesel bin ich im Verbrauch noch sparsamer unterwegs als mit dem TSi.


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