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Flüge mit Luftrettung: ADAC-Präsident unter Druck

Flüge mit Luftrettung
ADAC-Präsident unter Druck
Peter Meyer
Peter Meyer hat laut Medien Hubschrauber der ADAC-Luftrettung genutzt, um zwischen Veranstaltungen hin und her zu reisen.
© Foto: Joerg Koch/dapd

Neue Turbulenzen für den ADAC: Jetzt sorgen Flüge von Präsident Peter Meyer für Aufregung - ausgerechnet in einem Hubschrauber der ADAC-Luftrettung. Doch die Statuten des Autoclubs lassen das zu.

Nach der Affäre um gefälschte Zahlen beim Autopreis "Gelber Engel" sieht sich der ADAC mit neuen Vorwürfen konfrontiert. Präsident Peter Meyer nach Informationen des "Stern" Hubschrauber der ADAC-Luftrettung genutzt, um zu Veranstaltungen zu reisen. "Laut ADAC-Statuten darf das Präsidium in begründeten Ausnahmefällen Reservemaschinen der Luftrettung nutzen", bestätigte ADAC-Sprecher Christian Garrels am Freitag in München. Dies sei nur für offizielle ADAC-Termine geschehen. "Es wurde in keinem Fall ein Hubschrauber zu privaten Zwecken genutzt", sagte der Sprecher.

"Das alles ist abgerechnet und belegbar und schwarz auf weiß in unseren Statuten geregelt", sagte Garrels der Nachrichtenagentur dpa. "Die Luftrettung GmbH stellt solche Flüge dem ADAC e.V. in Rechnung." Dies sei auch günstiger, als Hubschrauber von einem Dritten anzumieten. Es habe rund 30 solcher Flüge von Präsidiumsmitgliedern in den vergangenen zehn Jahren gegeben. "Wir haben 51 Hubschrauber und 36 Stationen - die 15 Resthubschrauber sind für Spitzenbelastungszeiten oder in der Wartung, sie werden auch verchartert an andere bei Sportgroßveranstaltungen wie Ski-Wettbewerbe und dürfen auch von Präsidiumsmitgliedern genutzt werden."

Wegen solcher Flüge habe niemals ein Helikopter in der Luftrettung gefehlt, ergänzte ADAC-Sprecher Jürgen Grieving. Der ADAC stelle zum Beispiel auch dem Autoclub ÖAMTC in Österreich bei Bedarf einen Hubschrauber zur Verfügung.

Politik fordert Tansparenz

Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Martin Burkert (SPD), rief den ADAC zu "höchster Transparenz" auf. Auch wenn solche Flüge möglicherweise rechtlich nicht zu beanstanden seien, aus moralischer Sicht seien die Vorgänge bedenklich, sagte er dem "Handelsblatt Online" (Freitag). Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer sagte dem Sender "N-TV": "Es kommen Dinge zutage, die zeigen, dass der ADAC in seiner Struktur sehr intransparent ist, dass diese Struktur merkwürdig ist und sie überhaupt nicht mehr in unsere Zeit passt."

Wie das Magazin auf seiner Onlineseite "Stern.de" berichtet, war der ADAC-Präsident am 27. Juni 2003 mit einem "gelben Engel der Lüfte" erst zum Hamburger Hafen zum "Tag der Verkehrssicherheit", dann nach Wolfsburg zu einer Tagung der Kfz-Sachverständigen und schließlich von dort weiter geflogen. Der Hubschrauber sei dabei jeweils abseits von Flughäfen gelandet. Der ADAC hatte dies auch schon dem «Stern» bestätigt und betont, der Flug sei vom Verein bezahlt worden und für die Landung habe eine Ausnahmegenehmigung vorgelegen.

Der ADAC verstehe die Luftrettung als eine seiner wichtigsten Kernleistungen und habe dieses auch in seiner Satzung verankert, heißt es auf der Homepage des Autoclubs. "Zu diesem Zweck wurde 1982 die gemeinnützig anerkannte ADAC Luftrettung GmbH gegründet." Der Automobilclub steht seit Tagen in der Kritik, nachdem bekanntwurde, dass der inzwischen geschasste ADAC-Kommunikationschef Michael Ramstetter beim Preis "Lieblingsauto der Deutschen" die Zahlen geschönt hatte. Die ADAC-Führung hatte betont, von den Vorgängen nichts gewusst zu haben.

Der ADAC wies Kritik an seiner Pannenstatistik erneut zurück. "Wenn wir in jedem Jahr bei dieser Pannenstatistik bis zu 200.000 Pannen auswerten, dann gibt es da durchaus ein statistisch einwandfreies Bild", sagte ADAC-Sprecher Klaus Reindl am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin". In die Statistik gehen nur Pannen von Mitgliedern ein, die sich über die ADAC-Hotline melden. (dpa)

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