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Fachberatung Herpolsheimer: Geprüfte Sicherheit beim Kfz-Export

Fachberatung Herpolsheimer
Geprüfte Sicherheit beim Kfz-Export
Sven Herpolsheimer
Sven Herpolsheimer: "Ich will die Händler sensibilisieren."
© Foto: Herpolsheimer – Fachberatung im Automobilhandel

Der steuerfreie Autoverkauf ins EU-Ausland ist verlockend, aber auch mit großen Risiken verbunden. Der liefernde Händler sollte den potenziellen Geschäftspartner vor Kaufvertragsdruck gründlich checken lassen.

Ein steuerfreies Kfz-Exportgeschäft ist verlockend, aber auch mit großen Risiken verbunden. Autohändler, die Fahrzeuge ins EU-Ausland liefern, sollten deshalb bereits vor der Geschäftsanbahnung den potenziellen Geschäftspartner gründlich checken. Ansonsten droht bei einer späteren Prüfung durch die Finanzbehörden ein empfindlicher finanzieller Schaden. Im schlimmsten Fall geht der Betrieb dadurch insolvent.

"Bei diesem komplexen Thema kann Risikominimierung nur vor dem Kaufvertragsdruck funktionieren", sagt Sven Herpolsheimer, Inhaber der gleichnamigen Fachberatung mit Sitz in Kulmbach. Es könne nicht sein, dass der liefernde deutsche Händler die volle Härte der Finanzverwaltung zu spüren bekomme, nur weil ausländische Unternehmer ihre Geschäfte nicht ordnungsgemäß versteuerten – und der Händler davon keinerlei Kenntnisse hatte.

Durch verschärfte Anforderungen der Steuerbehörden steigt die Zahl der Umsatzsteuer-Sonderprüfungen bei Unternehmen mit innergemeinschaftlichen Lieferungen an (wir berichteten). Außer der bloßen Nachzahlung der Umsatzsteuern steht auch eine Strafverfolgung wegen Steuerhinterziehung im Raum.

"Ich will keine Panik verbreiten, ich will die Händler sensibilisieren", sagt Herpolsheimer, der seit 1996 in der Kfz-Branche tätig ist. Seit 2004 unterstützt er als selbständiger Unternehmer den Autohandel beim Fahrzeugverkauf ins europäische Ausland. "Wir übernehmen bei allen steuerfreien Exportgeschäften das komplette Prüfungsverfahren der exportrelevanten Dokumente des in der EU ansässigen Unternehmers." Bislang habe er und sein Team rund 250 Kunden betreut. Die gute Nachricht: Der Großteil der ausländischen Firmen handelt nicht in betrügerischer Absicht. "Sieben von zehn Unternehmen sind anständig", betont Herpolsheimer.

Ausgeklügeltes Prüfverfahren

Um die schwarzen Schafe auszusortieren, hat der Experte ein ausgefeiltes Verfahren entwickelt. Der Basischeck der übermittelten Dokumente und Angaben umfasst unter anderem die Abfrage der Umsatzsteueridentifikationsnummer, den Eintrag im Handelsregister und die Ausweiskopie des Geschäftsführers. Dabei nimmt Herpolsheimer Ansprechpartner, Telefonnummer, Faxnummer, E-Mail und eventuell bekannte Lieferwege genau unter die Lupe. Zum Abgleich greift er nicht nur auf eine Adressdatenbank mit über 42.700 Einträgen zurück. Ihm helfen auch die Erfahrungswerte und Kenntnisse über ausländische Unternehmen aus den eigenen Exportgeschäften. Zudem fließen heiße Tipps von befreundeten Händlerkollegen und Kunden in die Prüfung ein. Nicht fehlen darf eine tagesaktuelle Internetrecherche.

Binnen 24 Stunden erhält der Händler eine schriftliche Einschätzung und individuelle Risikoeinstufung. Diese folgt dem Ampelprinzip: "Grün" steht für einen fairen Geschäftspartner, bei "orange" sollte das Autohaus zumindest die Mehrwertsteuer als Kaution anfordern – und auch erhalten. "Rot" bedeutet einen Totalausfall. "Da müssen wir von einem Nettogeschäft dringend abraten, ein umsatzsteuerlicher Schaden ist vorprogrammiert", so Herpolsheimer. Komme er zu keiner schlüssigen Risikobewertung, müsse der Händler auch nichts bezahlen. Pro Prüfvorgang ruft der Berater 79 Euro netto auf. Optional gibt es ein Premiumpaket für monatlich 299 Euro.

Kompetenz-Netzwerk vergrößert

Zu Jahresbeginn hat Herpolsheimer sein Kompetenz-Netzwerk breiter aufgestellt. Bei rechtlichen und steuerstrafrechtlichen Fragestellungen kooperiert er nun mit der Kanzlei "meyerhuber rechtsanwälte partnerschaft" (Ansbach) auf Empfehlungsbasis. (rp)

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