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ADAC: Tachobetrug muss vorgebeugt werden

Weniger als 30 Sekunden dauern Tachomanipulationen nach Berechnungen des ADAC.
© Foto: Johanna A. Koch/Springer Fachmedien München GmbH

Tachomanipulationen an Gebrauchtwagen können nur sehr schwer nachgewiesen werden. Daher fordert der ADAC den Staat zu einem abschreckend wirkenden Strafmaß für Tachobetrüger und die Automobilhersteller zu technischen Innovationen als Präventivmaßnahme auf.


Datum:
19.04.2012
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Autohersteller sollen künftig für einen zeitgemäßen Schutz des Kilometerstandes in Fahrzeugen sorgen. Das forderte der ADAC am Donnerstag auf einer Pressekonferenz zum Thema "Tachomanipulation" in München. Es würde die Hersteller nur wenige Euro pro Fahrzeug kosten, diese sicherer zu machen. Bei rund drei Millionen Neufahrzeugen, die pro Jahr in Deutschland verkauft würden, entspräche dieser Mehraufwand nur einem winzigen Bruchteil des Schadens in Höhe von geschätzten sechs Milliarden Euro, die der Volkswirtschaft jährlich durch Tachomanipulationen entstünden. Diesem Schaden könnten technische Innovationen vorbeugen.

Die bisherige Untätigkeit der Fabrikanten könnte laut ADAC-Präsident Peter Meyer darauf zurückzuführen sein, dass Herstellern durch Tachomanipulation kein Nachteil entstehe. "Der Schaden betrifft sie nicht". Denn Opfer seien in der Regel Gebrauchtwagenkäufer, aber auch Händler.

Außerdem verlangte der Autoclub auch als Abschreckungsmaßnahme die Anhebung des Höchststrafmaßes für Tachofälscher von heute einem auf fünf Jahre. Zum Vergleich: Schon einfacher Diebstahl und einfacher Betrug werden in Deutschland mit bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe geahndet. Mit seinen Forderungen übertrifft der ADAC sogar die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU), die am vergangenen Mittwoch ein Höchststrafmaß von zwei Jahren (wir berichteten) verlangt hatte. "Der Abschreckungseffekt reicht nicht aus", mahnte Meyer. Der Strafverfolgungsdruck müsse erhöht werden.

Risiko erwischt zu werden: gleich Null

Erst 2005 wurde der "Mißbrauch von Wegstreckenzählern" mit dem Paragraphen 22 b StVG (Straßenverkehrsgesetz) überhaupt unter Strafe gestellt. Dadurch sei zwar erst etwas Panik bei den Anbietern von Tachomanipulation entstanden, "aber die Angst hat sich schnell verflüchtigt", sagte Ulrich May, Leiter der Juristischen Zentrale des ADAC. "Das Risiko für Gebrauchtwagen-Händler erwischt zu werden, ist gleich Null." Tachomanipulation müsse intensiver und flächendeckender verfolgt werden.

Am morgigen Freitag beginnt am Landgericht München der Prozess gegen über 90 Händler, denen vorgeworfen wird, in großem Stil Tachos manipuliert und die Gebrauchtwagen dann verkauft zu haben. Ein Großteil der Beschuldigten kommt aus München und dem Umland. (jko)

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