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HUK-Coburg: "Der Kampf um die besten Werkstätten beginnt jetzt"

HUK-Coburg
"Der Kampf um die besten Werkstätten beginnt jetzt"
Kasko-Select, Abwrackprämie und Postbank verleihen der HUK-Coburg derzeit massiven Aufwind in der Kraftfahrt-Versicherung.
© Foto: W. K. Pfauntsch

Die HUK-Coburg baut aller Voraussicht nach ihr Werkstattnetz um 200 bis 300 Werkstätten aus. Im Rahmen der Bilanz-Pressekonferenz beantwortete Vorstandssprecher Rolf-Peter Hoenen gegenüber AUTOHAUS Schaden§manager Fragen u. a. zur Schadensteuerung und zu Fairplay.

Die HUK-Coburg baut aller Voraussicht nach ihr Werkstattnetz um 200 bis 300 Werkstätten aus. Im Rahmen der Bilanz-Pressekonferenz beantwortete Vorstandssprecher Rolf-Peter Hoenen gegenüber AUTOHAUS Schaden§manager Fragen u. a. zur Schadensteuerung und zu Fairplay. Mittlerweile arbeiten bereits 600 der derzeit insgesamt 1.200 Vertrauenswerkstätten für die HUK-Coburg nach dem Kasko-Select Modell, das der Versicherer im April 2006 eingeführt hat. Das Verhältnis von markengebundenen zu freien Betrieben liegt dabei prozentual weiter konstant bei 60:40. Konkret verpflichten sich "Kasko-Select" Reparaturbetriebe, eine Unfallreparatur zu klar festgelegten Konditionen und Bedingungen (z. B. Standards) auszuführen. Bezahlt wird dabei in aller Regel ein regional unterschiedlicher Stundenverrechnungssatz, der bei maximal 58 Euro endet. Im Gegensatz zur Startphase kommt die HUK-Coburg nach eigenem Bekunden ihren Partnern allerdings in einigen Belangen entgegen, verlange also nicht mehr automatisch alle Serviceleistungen gratis. Das Ersparte stecke sie in eine 20-prozentige Beitragsminderung für den Kunden, wenn dieser den gleichlautenden Kasko-Tarif mit Werkstattbindung wähle. Gleichzeitig würden die festen Regularien und damit überwiegend automatisierten Regulierungsprozesse dafür sorgen, dass der fränkische Versicherer eine wettbewerbsfähige Kostenstruktur beibehalten und insgesamt niedrige Prämien anbieten könne. Bereits 1,4 Millionen Kasko-Select Kunden Dass das Prinzip aus Sicht der HUK-Coburg funktioniert, erkennt man an ihrem schnellen Wachstum in der Autoversicherung, das deutlich über dem Markt liegt: Aktuell hat die Gruppe 8,1 Millionen Kraftfahrzeuge unter Vertrag, davon "über eine Million" alleine bei ihrer erst sieben Jahre alten Online-Tochter HUK24. Für den günstigen Kasko Select Tarif entscheide sich zwischenzeitlich jeder zweite Kunde. Insgesamt 1,4 Millionen Kasko-Select Nutzer sind es nach den Worten von Vorstandssprecher Hoenen bis heute bereits geworden. Die Tendenz sei weiter steigend, und auch für den Gesamtbestand in Kraftfahrt erwartet Hoenen einen weiteren Zuwachs auf rund 8,2 Millionen Kfz bis Ende des Jahres. Überraschend sprach der noch bis Ende Juni amtierende Vorstandschef am Dienstag davon, dass sich sein Unternehmen mit dem Gedanken trage, das derzeitige Werkstattnetz von rund 1.200 Partnern weiter auszubauen. Ob es letztlich insgesamt 1.400 oder 1.500 Werkstätten sein werden, hänge aber entscheidend davon ab, "wie sich die Steuerung bei unseren Kooperationspartnern entwickelt". Bekanntermaßen nutzen inzwischen auch andere Versicherer, welche sich zuvor von eigenen Netzen getrennt haben, die Betriebe der HUK-Coburg. Im Einzelnen sind dies die Versicherungsgruppen VHV und Concordia (beide Hannover), der Gothaer-Konzern und die Assekuranzen der Generali Deutschland Gruppe (vormals AMB Generali). Hoenen gewichtet dieses HUK-Coburg Partner-Konsortium mit einem Marktanteil von rund 30 Prozent in der deutschen Autoversicherung. Die Aussage, wonach "der Kampf um die besten Werkstätten jetzt beginnt", ließ aber auch einige Spekulationen hinsichtlich einer etwaigen Restrukturierung des Bestandsnetzes zu. 200 Millionen Euro Steuerungsvolumen Insgesamt 140.000 Unfallschäden seien 2008 mit einem dahinter stehenden Reparaturvolumen von 200 Millionen Euro durch die HUK-Coburg gesteuert worden, erklärte der Vorstandschef auf Nachfrage von AUTOHAUS Schaden§manager. Im laufenden Jahr 2009 wollen die Coburger dieses Potenzial weiter auf 180.000 gesteuerte Schäden ausbauen und erwarten sich von ihren Partner-Versicherern den Eintrag weiterer 20.000 Schäden, was dann den gemeinsam genutzten Vertrauenswerkstätten insgesamt 200.000 Aufträge (+ 60.000 gegenüber 2008) bescheren würde. Die gleichzeitig angebotene Teile-Einkaufsplattform sei im Vorjahr gut genutzt worden. Das erzielte Umsatzvolumen habe "30 bis 40 Millionen Euro" betragen. Hoenen sprach außerdem davon, dass rund 15 Prozent aller Schadenfälle bei der HUK-Coburg erfolgreich in das Werkstatt-Netzwerk gesteuert würden. Zwar liege der Anteil in Kraft-Haftpflicht nach wie vor bei nur fünf bis zehn Prozent, da man hier ja in aller Regel dem geschädigten Kunden einer anderen Werkstatt den eigenen Service (als regulierungspflichtiger, also gegnerischer Versicherer) anbiete. Von den 150.000 Vollkasko-Schäden indes werde mit 50.000 bereits ein Drittel (diese wiederum je zur Hälfte in Kasko Select- bzw. die nach wie vor existenten SchadenService-Plus-Werkstätten/SSP) gelenkt. Bei Teilkasko (Glasbruch, Wildschaden, Einbruch-Diebstahl) betrage die Quote 20 Prozent. Von den in der TK anfallenden 500.000 Schäden laufen also 100.000 direkt in die Steuerung (hiervon wiederum 85.000 allerdings bereits in Kasko-Select Betriebe).