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04.09.2009

Kfz-Instandsetzung

Allianz bilanziert Smart Repair

Kfz-Instandsetzung
Allianz bilanziert Smart Repair
Dr. Andreas Patyk (KIT), Dr. Christoph Lauterwasser (Leiter AZT) und Dr. Karl-Walter Gutberlet (Allianz Vorstand) sehen Smart Repair Methoden auf dem Vormarsch.
© Foto: Presse + PR Pfauntsch

Reparieren ist meist billiger und ökologisch sinnvoller, als Teile zu ersetzen, bilanzierte die Allianz gestern zusammen mit Technologie-Experten des Karlsruher KIT. Sanfte Reparaturtechniken könnten demnach bis zu 370.000 Tonnen CO2 jährlich zusätzlich einsparen, wenn diese noch öfter eingesetzt würden.

Den ökologischen Nutzen der sogenannten sanften Reparaturtechniken hat das Allianz Zentrum für Technik (AZT) in Zusammenarbeit mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) erstmals wissenschaftlich untersucht. Versuchsobjekt war ein Volkswagen Golf V mit typischen Schäden: Analysiert wurden Reparaturen an Kunststoffstoßfängern, kleine Karosserieschäden sowie Kleinschäden an der Fahrzeuglackierung. Das Ergebnis präsentierte gestern Dr. Christoph Lauterwasser, Leiter AZT: "Bei der Reparatur einer Seitenwand kann der CO2-Ausstoß um 60 Prozent und bei der Reparatur eines Kunststoffstoßfängers um 72 Prozent reduziert werden – jeweils im Vergleich zur Erneuerung der Teile. Bei der Kleinschadenreparatur am Kotflügel fällt der CO2-Ausstoß um 44 Prozent geringer aus als bei einer Ganzlackierung des Kotflügels." Dr. Karl-Walter Gutberlet, Vorstandsmitglied der Allianz Versicherungs-AG, ergänzte: "Wir haben nun erstmals den Nachweis erbracht, dass die von der Allianz seit langem empfohlenen sanften Reparaturmethoden nicht nur technisch einwandfrei und kostengünstig, sondern auch umweltfreundlicher sind." Die Allianzexperten appellieren mit der Studie direkt an Werkstattkunden, Reparaturbetriebe und die Versicherer. Eine zeitgemäße Unfallreparatur müsse demnach auch dem Umweltschutz Rechnung tragen. Schätzungsweise könnten in Deutschland jährlich 3,5 Millionen Metall- oder Kunststoffteile sanft repariert werden. In einer Million Fälle könnte laut AZT eine eng um den Schaden begrenzte Spotlackierung angewandt werden. Sicherlich sollten die Ergebnisse der Karlsruher Institution KIT auch der Eingrenzung der Schadenkosten dienen. Dr. Gutberlet wagte einen Ausblick: "Verringerter Schadenaufwand durch den Einsatz sanfter Reparaturmethoden würde über günstige Prämien letztlich dem Kunden zugute kommen." Bisher würden umweltfreundliche Methoden – obwohl von den meisten Fahrzeugherstellern empfohlen – allerdings noch zu wenig genutzt, so der allgemeine Tenor. Die Fachleute gehen davon aus, dass beispielsweise nur jeder vierte Kunststoffstoßfänger instandgesetzt wird. "Würde immer umweltfreundlich repariert, könnte man allein in Deutschland die CO2-Einsparung von 200.000 auf 570.000 Tonnen jährlich steigern", erläuterte Lauterwasser, "Eine zusätzliche Reduzierung um 370.000 Tonnen CO2 entsprechen dem Ersatz von 18,3 Millionen 60-Watt-Glühbirnen durch Energiesparlampen." Auch Autofahrer denken zunehmend umweltbewusster Eine repräsentative Umfrage des Nielsen Instituts ergab, dass mehr als drei Viertel der Befragten eine fachgerechte Instandsetzung der Stoßstange als umweltfreundlicheres Verfahren ansehen als sie zu erneuern. Wenn sie sich für eine Reparaturmethode entscheiden müssten, erklärten 54 Prozent der Teilnehmer der Umfrage, viel Wert auch auf den Umweltaspekt zu legen. Weibliche Autofahrer (60 Prozent) wären dabei umweltbewusster als Männer (49 Prozent). Mit zunehmendem Alter steigt nachweislich auch das Umweltbewusstsein: Von 44 Prozent (ab 24 Jahren) bis 61 Prozent (über 60 Jahre). Nur fünf Prozent der Interviewteilnehmer gaben an, dem Umweltaspekt keine Bedeutung zu schenken. (tl)