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Klimadebatte: Altkanzler Schröder warnt vor Überlastung der Autoindustrie

Klimadebatte
Altkanzler Schröder warnt vor Überlastung der Autoindustrie
Altkanzler Gerhard Schröder warnt in der Klimadebatte vor einer Überlastung der Autobranche.
© Foto: picture alliance/Geisler-Fotopress/Ulrich Stamm
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Klimaschutz ist in den Augen des Altkanzlers wichtig. Man dürfe die Unternehmen dabei aber nicht überfordern und müsse auch die sozialen Belange der Beschäftigten im Blick behalten.

Altbundeskanzler Gerhard Schröder hat in der Debatte über verschärfte Klimaziele für die Autoindustrie vor einer Überlastung der Branche mit entsprechenden sozialen Folgen gewarnt. Ein vernünftig angegangener Klimaschutz sei wichtig, die Unternehmen täten hier aber schon viel, sagte er am Freitag bei einem Festakt zum 75-jährigen Bestehen der betrieblichen Mitbestimmung im Wolfsburger Stammwerk von Volkswagen. "Wer meint, nur mit "Klima, Klima, Klima" darüber hinweggehen zu können, der irrt in meiner Auffassung." Die sozialen Belange der Beschäftigten seien ebenso zu respektieren.

Der Umbruch zu alternativen Antrieben und weiteren CO2-Einsparungen erfordert in der Industrie Milliardeninvestitionen. Gleichzeitig entfallen im Vergleich zur Herstellung von Verbrennungsmotoren bei E-Antrieben etliche Arbeitsschritte. Wo Jobprofile nicht den neuen Technologien angepasst werden können, droht Stellenabbau.

Schröder sieht Risiko gesellschaftlicher Brüche

Schröder betonte, es gehe um "die Schlüsselbranche in Deutschland". Mit Blick auf mögliche weitere CO2-Verschärfungen auf EU-Ebene meinte er: "Was jetzt droht, ist ja gelegentlich schlimm genug." Überspanne man den Bogen, wachse das Risiko auch gesellschaftlicher Brüche.

Die Arbeit des VW-Betriebsrats seit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und durch mehrere Krisen in den Jahrzehnten danach lobte Schröder. Die Tradition der Mitbestimmung im Konzern sei "in der deutschen Wirtschaftsgeschichte ziemlich einmalig". Dies habe er auch als niedersächsischer Ministerpräsident von 1990 bis 1998 und Vertreter des Landes als zweitwichtigstem Eigentümer im Aufsichtsrat von VW mehrfach erlebt. Er sei überzeugt, dass die Beteiligung von Betriebsrat und IG Metall an zentralen Fragen die "Grundlage auch für Modernisierung und die Transformation dieses Unternehmens" ist.

Vor einem Dreivierteljahrhundert hatte sich in Wolfsburg die erste Belegschaftsvertretung am VW-Stammsitz konstituiert. Niedersachsens Regierungschef Stephan Weil (SPD) sagte zum aktuellen Branchenwandel: "Es sind dicke Bretter zu bohren, jetzt und auch in der Zukunft." Er lege größten Wert auf enge Zusammenarbeit mit den Beschäftigten. (dpa)


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