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Nach EU-Go für eCall: GDV begrüßt offene Schnittstelle für den Transfer von Kfz-Daten

Nach EU-Go für eCall
GDV begrüßt offene Schnittstelle für den Transfer von Kfz-Daten
Der automatische Notruf eCall wird ab April 2018 Kraftfahrzeuge datentechnisch nicht zu einer Art Fort Knox der Automobilindustrie machen: Eine offene Schnittstelle soll laut GDV sicherstellen, dass Autofahrer "die Kontrolle über ihre Daten behalten".
© Foto: GDV e. V.

Neue Pkw müssen ab April 2018 europaweit mit dem automatischen Notrufsystem 112-eCall ausgerüstet sein. Die entsprechende Einigung zwischen Kommission, Parlament und Rat, welche der Binnenmarktausschuss des EU-Parlaments bestätigte, begrüßen die Versicherer vor allem bezüglich der beabsichtigten Schnittstelle für den Austausch von Kfz-Daten.

Im Fall eines schweren Unfalls alarmiert der eCall automatisch den Rettungsdienst und übermittelt die Position des Autos sowie die letzte Fahrtrichtung an die Rettungsleitstelle. Der GDV unterstützt die Einführung des eCalls, denn er hilft, Leben zu retten und die Verletzungsfolgen eines Unfalls zu mindern.

Automatischer Notruf in der Kundengunst mit großem Abstand auf Rang 1

Einer repräsentativen Allensbach-Umfrage im Auftrag des GDV zufolge stößt der eCall auch in der deutschen Bevölkerung auf breite Zustimmung: Fast die Hälfte (46 Prozent) der befragten 30- bis 59-Jährigen wünschte sich einen solchen automatischen Notruf. Der eCall lag damit auf Platz Eins der Wünsche für die automobile Zukunft. Der Elektroantrieb (35 Prozent), ein Internetzugang im Wagen (21 Prozent) und das selbstfahrende Auto (15 Prozent) folgten erst mit deutlichem Abstand.

"Kunde besitzt künftig Anbieter-Wahlfreiheit"

Die Versicherer begrüßen insbesondere den Willen der EU, im Zuge der eCall-Einführung eine standardisierte, sichere und diskriminierungsfrei zugängliche Schnittstelle für den Austausch von Kfz-Daten zu schaffen. Der GDV hatte sich im Laufe des Gesetzgebungsverfahrens frühzeitig für eine solche Schnittstelle eingesetzt, um ein aus seiner Sicht drohendes Datenmonopol der Automobilhersteller zu verhindern und die Wahlfreiheit des Verbrauchers bei weiteren telematischen Dienstleistungen – etwa der schnellen Hilfe bei einer Panne oder bei der Ortung des Fahrzeugs nach einem Diebstahl – sicherzustellen.

Bernhard Gause, Mitglied der GDV-Hauptgeschäftsführung, bringt die grundsätzliche Position der Versicherer wie folgt auf den Punkt: "Mit einer offenen Schnittstelle behalten die Autofahrer die Kontrolle über ihre Daten. So können sie sich jederzeit für das beste Angebot und für den von ihnen bevorzugten Dienstleister entscheiden – seien es Automobilhersteller, Versicherungen, Kfz-Betriebe oder Automobilclubs."

In 40 Monaten gibts für Neuwagen ohne eCall keine Typzulassung mehr

Die Abkürzung "eCall" steht für "emergency call", ein elektronisches Notrufsystem für Kraftfahrzeuge. eCall ist ein Projekt im Rahmen der eSafety-Initiative der Europäischen Kommission. Der eCall erkennt mithilfe von Sensoren einen schweren Unfall und löst automatisch und unverzüglich einen Notruf aus. Dazu greift das Fahrzeug auf eingebaute Ortungs- und Telekommunikationstechnik zurück. Das Auto sendet den Unfallort an die zuständige Rettungsleitstelle und baut gleichzeitig eine Sprechverbindung auf. Bei leichteren Unfällen bzw. in jeder Notsituation können die Fahrzeuginsassen den eCall auch manuell auslösen. Ab April 2018 erhalten nur noch solche neuen Modelle von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen eine Typgenehmigung, die mit dem 112-eCall ausgerüstet sind.

Ziel: EU-weit künftig 2.500 Verkehrstote pro Jahr weniger

Durch eCall ist die Rettungsleitstelle in der Lage, den Zeitraum zwischen dem Unfall und dem Eintreffen der Rettungskräfte auf ein Minimum zu reduzieren. Die EU-Kommission hofft, insbesondere in ländlichen Regionen diesen Zeitraum um bis zu 50 Prozent zu verkürzen. Das ist wichtig, weil die Folgen von Unfallverletzungen umso stärker abgemildert werden können, je früher die Versorgung am Unfallort beginnt. Durch rechtzeitiges Eintreffen der Rettungskräfte will die EU-Kommission europaweit jährlich bis zu 2.500 Menschenleben retten und die Zahl der schweren Verletzungen deutlich reduzieren.   (wkp)