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Pkw-Neuzulassungen: WLTP und RDE verzerren August-Bilanz

Pkw-Neuzulassungen
WLTP und RDE verzerren August-Bilanz
© Foto: Ingo Wagner/dpa/picture alliance
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Nach der Erholung zwischen Mai und Juli schloss der deutsche Pkw-Markt den August mit einem Minus von 20 Prozent zum Vorjahr ab. Die Experten von Dataforce erklären, wie dieser Rückgang einzuordnen ist.

Der starke Rückgang des deutschen Automarkts im August ist auf Sondereffekte aus den Vorjahren zurückzuführen. "Die Pkw-Neuzulassungen erreichten im August ein monatsübliches Niveau. Der dramatische Einbruch zu 2019 erklärt sich vor allem aus den überhöhten Vorjahreswerten", sagte Dataforce-Analyst Benjamin Kibies am Mittwoch laut einer Mitteilung.

Der Marktbeobachter geht auch davon aus, dass sich das Zulassungsbild im September komplett umkehren werde. "Dann werden die Vergleichszahlen aus 2019 deutlich unter dem saisonüblichen Niveau liegen werden", so Kibies. Der weiterhin vorhandene dämpfende Effekt der Corona-Krise werde durch diese statistische Besonderheit aktuell fast vollständig überdeckt.

Rückblick auf die Jahre 2018 und 2019. Hier war der 1. September jeweils der Stichtag für die Einführung der neuen Abgastests WLTP und RDE. Pkw, die diesen Test nicht absolviert hatten, mussten bis Ende August zugelassen werden. Die Folge: jeweils über 300.000 Neuzulassungen im August 2018 und 2019 im Vergleich zu saisonüblichen rund 230.000 Pkw.

Welchen Einfluss diese erhöhten Werte haben, macht laut Dataforce auch der Vergleich zum letzten normalen August-Wert aus 2017 deutlich. Gegenüber den 253.680 Neuzulassungen aus jenem Jahr sanken die Neuzulassungen im August 2020 lediglich um 1,0 Prozent (251.044 Einheiten).

Händlerzulassungen sacken ab

Die Betrachtung der Marktsegmente stützt diese Sichtweise. Mit einem Minus von 44,8 Prozent auf 40.546 Eigenzulassungen fiel bei den Autohändlern der Rückgang im Vorjahresvergleich am stärksten aus. Grund: Die Betriebe meldeten 2019 vor allem die Fahrzeuge selbst an, die ab September nicht mehr zulassungsfähig waren. Im Vergleich zu 2017 verkleinert sich der Rückgang in diesem Segment auf 12,1 Prozent.

Aber auch die anderen taktischen Vertriebskanäle haben vor einem Jahr mehr Pkw als saisonüblich zugelassen. So ergibt sich im August 2020 für die Herstellerzulassungen mit 19.239 Fahrzeugen ein Defizit von 16,4 Prozent zu 2019. Bei den Vermietfirmen beträgt die Differenz 26,2 Prozent, wobei letztere sogar mehr Autos (24.933) anmeldeten als im August 2017.

Der Flotten- (minus 12,4 Prozent / 70.788 Autos) und der Privatmarkt (minus sieben Prozent / 95.538) liegen deutlich näher an ihren Vergleichswerten aus dem Vorjahresmonat, weil in diesen Segmenten der Anstieg der August-Zulassungen 2019 moderater ausgefallen war. Während allerdings die Flottenzulassungen den letzten normalen August deutlich übertrafen (plus 9,6 Prozent für 2020 zu 2017), landete die private Nachfrage etwas darunter (minus 3,4 Prozent). (AH)


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